Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Boutibonne; Bouvier; Boyce; Bracht; Brackett; Bracquemond

72

Boutibonne - Bracquemond.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bourgeois'

welche sich durch edle Auffassung, kräftige Modellierung und Bewegung auszeichnen. Es sind: ein Schlangen beschwörender Neger (Bronze, im Jardin des Plantes), ein antiker Schauspieler (Garten des Luxembourg), die Pythia in Delphi (Marmorstatue, im Museum des Luxembourg), die Ernte (Sandsteinstatue), die Religion (Sandsteinstatue für die Kirche der Sorbonne), der Kardinal Mathieu (Marmorstatue für die Kathedrale von Besançon) und mehrere Porträtbüsten. Er erhielt auf den Ausstellungen zahlreiche Medaillen.

Boutibonne (spr. buhtĭbónn), Charles Edouard, franz. Maler des historischen Genres, geboren zu Pest, bildete sich unter Winterhalter in Paris. Er malte mehrere sehr anziehende historische Genrescenen, z. B. eine rührende Geschichte aus dem Leben der Kaiserin Maria Theresia, wandte sich aber nachher mit mehr Glück zur Darstellung weiblicher, oft ans Sinnliche streifender Schönheiten, z. B.: eine auf Sinnenreiz berechnete weibliche Gestalt, der er nur einen Schwan hinzufügte, um sie »Leda« zu benennen (1864), ebenso 1868 eine vor ihren Richtern erscheinende Phryne.

Bouvier (spr. buwjéh), Arthur, belg. Marinemaler, geboren zu Brüssel, brachte auf die belgischen und französischen Ausstellungen mehrere in Wasser und Luft sehr gelungene Marinen, z. B.: die Morgendämmerung, der Sturm, Scene an der Küste von Flandern, Windstoß auf der Schelde, ein Sonnenstrahl im Regen, die Ufer der Schelde, Ansicht von Tholen in Holland, der Flecken Ault in der Picardie.

Boyce (spr. beuss'), George P., engl. Aquarellmaler von Landschaft und Architektur, geb. 1826 zu London, bildete sich als Autodidakt und machte nur öftere Studienreisen in verschiedenen Gegenden Englands. Seine Bilder sind von großer Naturtreue, von trefflicher Ausführung und kräftigem Kolorit, z. B.: Kapelle Eduards des Bekenners (1852), die Abtei Whitby, Nordseite der St. Marcuskirche in Venedig (1866), Umgebungen von Smithfield, das ehemalige Bridewell in London, altes befestigtes Haus in Shropshire u. a. ↔

Bracht, Felix Prosper Eugen, Landschaftsmaler, geb. 3. Juni 1842 zu Morges am Genfer See von westfälischen Eltern, mit denen er 1850 nach Darmstadt zog. Durch Schirmer (damals in Karlsruhe) wurde er veranlaßt, sich der Malerei zu widmen und 1859 die dortige Kunstschule zu besuchen. Nachdem er die Gips- und die Malklasse absolviert hatte, ging er 1861 nach Düsseldorf und arbeitete unter der Leitung von Hans Gude. 1864 durch einen ungewöhnlichen Mißerfolg entmutigt, gab er die Malerei auf, trat in ein kaufmännisches Geschäft und war 10 Jahre lang Wollhändler, bis 1874 der Trieb zur Kunst die Oberhand gewann und er es mit der Landschaftsmalerei noch einmal versuchte. Er wählte dazu vorzugsweise die Heidegegenden, die er bei Lüneburg, Soltau etc. kennen gelernt hatte und deshalb gründlich studierte. Mit reichen Studien ausgerüstet, kehrte er 1875 nach Karlsruhe zurück und brachte seitdem in Stimmung wie in Kraft des Kolorits meisterhafte Bilder. Dahin gehören z. B.: Idylle aus der Lüneburger Heide, Hünengrab daselbst, stürmischer Abend an der Ostsee auf Rügen, der Heideschäfer, Sandweg in der Heide und die 1879 in München ausgestellte Heidelandschaft auf Rügen.

Brackett (spr. bräckett), Walter M., amerikan. Maler, geb. 1823 zu Unity (Maine), als Maler völlig Autoditakt. Er begann 1843 mit Bildnissen und idealen Köpfen, widmete sich dann aber dem speciellen Fach der Malerei der Fische und des Fischfangs, worin er, sowohl was die Behandlung des Wassers als das eigentümlich glänzende Kolorit der Fische betrifft, sehr gerühmt wird. Außer Bildern dieses Faches ist nur eins andern Inhalts: nach der Schlacht, von ihm bekannt.

Bracquemond (spr. brak'móng), Joseph Felix, franz. Radierer und Porträtmaler, geb. 22. Mai 1833 zu Paris, Schüler von Joseph Guichard, brachte seit 1852 auf die Ausstellungen viele treffliche Radierungen, auch einzelne Pastell- und Ölbilder (Porträte). Unter seinen Radierungen, teils nach eigner, teils nach fremder Komposition, sind besonders zu nennen: 16 reizende Blätter für eine Aus-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 73.