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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bradford; Bradley; Braekeleer; Braith

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Bradford - Braith.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bracquemond'

gabe des Rabelais, andre nach Zeichnungen und Ölbildern von Ingres, Delacroix, Bonington, Turner, Corot, Courbet u. a., mehrere für Bidas Ausgabe der Evangelien sowie Bilder von Ostade und Albert Cuyp. Er ist gegenwärtig Leiter einer bedeutenden keramischen Fabrik, worin ihn seine Gattin Marie B., Schülerin von Ingres, die früher Porträte und Genrebilder malte, künstlerisch unterstützt.

Bradford (spr. bräddförd), William, amerikan. Marinemaler, geboren in New Bedford (Massachusetts), widmete sich anfangs dem Handelsstand, begann dann die Malerei der Schiffe in verschiedenen Hafen Nordamerikas, arbeitete im Atelier des Malers van Beest in Fairhaven und bildete sich zu einem sehr geschätzten Marinemaler aus. Später beteiligte er sich bei mehreren arktischen Forschungsreisen und brachte aus den dortigen Gewässern interessante Bilder, oft mit seltsamen Lichteffekten, die auch in England großen Beifall fanden. Er lebt in New York.

Bradley (spr. bräddlĕ), 1) Basil, engl. Tiermaler, geb. 1842 zu Hampstead (London), besuchte nur ein Jahr (1859-60) die Kunstschule in Manchester, bildete sich aber im übrigen ohne Lehrer in der Aquarellmalerei der Tiere aus und machte zu diesem Zweck mehrere Studienreisen in England. Unter seinen Bildern, an denen besonders die Naturwahrheit und der Ausdruck der Tiere gerühmt werden, nennt man: die Herausforderung, Jagdhunde von Chiddingfold (1871), Katzenliebe, spielende Tiger, Schafwäsche in Westmoreland (1877) etc.

2) John Henry, engl. Landschaftsmaler und Radierer, geb. 7. Febr. 1834 zu Hagley (Worcestershire), lernte von 1868 an die Malerei unter David Cor und James Holland, lebte dann mehrere Jahre in Florenz. Unter seinen Landschaften und Architekturbildern sowohl in Öl wie in Aquarell, die besonders wegen ihrer Lufttöne und ihres Kolorits gerühmt werden, sind zu nennen: das Gasternthal in der Schweiz (1868, Ölbild), Ansicht von Florenz (1869), der Alte Markt in Florenz (1877), Sonnenuntergang in ↔ Venedig (1878, Aquarell). Seit 1872 widmete er sich auch der Radierung und wird hierin noch mehr geschätzt als in seinen Malereien; z. B. Kanal in Chioggia und viele andre Darstellungen aus Venedig sowie aus England.

Braekeleer (spr. brahk-), Ferdinandus de, der Nestor der belg. Maler, geb. 19. Febr. 1792, war Schüler der dortigen Akademie, trat in das Atelier van Brées und erhielt 1819 den großen akademischen Preis, so daß er sich in Rom weiter ausbilden konnte. Dort malte er anfangs einige historische Bilder in der akademischen Weise Davids, widmete sich aber nach seiner Rückkehr in Antwerpen mehr dem historischen und dem Familiengenre, in letzterm namentlich mit großem Erfolg sowohl als Maler wie als Lehrer. Zu seinen besten Bildern gehören: die Citadelle von Antwerpen, das glückliche Hausgesinde, die goldne Hochzeit (Museum in Brüssel), der häusliche Zwist, der überaus poetisch dargestellte eheliche Friede, der Maler Jan Steen auf dem Eis, der Tag des heil. Thomas, die Dorfschule, und als sein bestes historisches Bild: die Verteidigung Antwerpens 1576 (Museum daselbst). Er erhielt den belgischen Leopoldorden. - Weniger bedeutend ist sein Neffe und Schüler Adrian Ferd. de B. (geb. 1818 zu Antwerpen) als Tier- und Porträtmaler.

Braith, Anton, Tiermaler, geb. 1836 zu Biberach in Württemberg als Sohn eines armen Taglöhners, setzte es nur mit Mühe durch, daß er in die Zeichenschule eines dortigen Malers kam, der ihm zwar die ersten Grundbegriffe in der Kunst beibrachte, ihn aber dann auf die Kunstschule in Stuttgart schickte. Von dort ging er zu seiner weitern Ausbildung auf die Akademie in München, wo er gegenwärtig lebt. Sein gleich vom Anfang an gewähltes Fach, zu dem sein Talent ihn hinführte, ist die Tierwelt, namentlich Rinder und Schafe, die er mit Scharfblick zu beobachten und in großartigen Gruppen bald in ruhigem Zustand, bald in lebhafter Aufregung und Bewegung darzustellen weiß. Mit seiner Kenntnis der tierischen Anatomie und seiner Un-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 74.