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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Brendel; Brest; Breton

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Brendel - Breton.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Brend'amour'

dortigen Künstlerschaft erfuhr, sich sehr bald eines bedeutenden Rufs erfreute und eine große Reihe von einzelnen Blättern, von ganzen Sammlungen und Illustrationen lieferte, z. B.: Bilderkatechismus, 112 Blätter nach Rud. Elster (1860), Illustrationen zu Immermanns »Oberhof« nach Vautier (1863), »Der Jäger« mit Illustrationen nach dem Tiermaler Ludw. Beckmann (1865), die Illustrationen zur »Insel Capri« nach Lindemann-Frommel (1868) und namentlich die Bilder von Alfred Rethel im Rathaussaal zu Aachen und die Odysseelandschaften nach Preller (beides 1871) etc. Die Anstalt beschäftigt jetzt etwa 60 Xylographen.

Brendel, Albert, Tiermaler, geb. 7. Juni 1827 zu Berlin, war zuerst Schüler der dortigen Akademie unter dem Marinemaler Wilh. Krause (gest. 1864) und erhielt später (1851) seine Ausbildung in Paris unter Couture und dem Tiermaler Palizzi. Nachdem er darauf Italien besucht hatte, vollendete er seine Studien in Berlin unter Steffeck und studierte die Anatomie der Tiere in den Vorträgen der Veterinärschule. Auch nachher blieb er in steter Verbindung mit den französischen Hauptvertretern der Tier- und Landschaftsmalerei, wie Théodore Rousseau, Troyon, Diaz de la Peña u. a., und brachte viele Sommer regelmäßig im Wald von Fontainebleau zu. Daher erklärt es sich, daß er anfangs Marinen malte und erst in Paris allmählich zu den Tieren überging, unter denen die Pferde und Schafe seine Hauptstärke ausmachen. Besonders in den letztern hat er durch scharfe Beobachtungsgabe und unermüdliches Studium eine große Meisterschaft erlangt, vermöge deren er fast jedem Schaf seine besondere Physiognomie beizulegen weiß, so daß er sowohl dadurch wie durch einen glänzenden, breiten Vortrag der Farbe einen fesselnden Reiz ausübt. Zu seinen besten, in fast allen größern Museen zerstreuten Schöpfungen gehören z. B.: Inneres eines Schafstalls (Kunsthalle in Hamburg), Pferdestall in Barbison (bei Fontainebleau), Pferde der Normandie, Bauerngehöft, Schafe, die den Stall verlassen, Heimkehr der Schafe zum Dorf (Hauptbild, Nationalgallerie ↔ in Berlin), die Schafe des Don Quichotte u. a. 1868 wurde er Mitglied der Akademie in Berlin und 1875 Professor der Kunstschule zu Weimar.

Brest, Germain Fabius, franz. Landschafts- und Architekturmaler, geb. 31. Juli 1823 zu Marseille, Schüler von Loubon und Troyon, malte anfangs Landschaften aus der Provence und machte dann größere Reisen nach der Türkei und Asien, wo er sehr bedeutende Landschaften heimbrachte. Derart sind: ein türkisches Kaffeehaus in Konstantinopel, die Mauern von Konstantinopel (1857), die Ufer des Bosporus in Bebek (1861, Museum des Luxembourg), ein Karawanserai in Trapezunt (1864), die Ceremonie des Handkusses in Konstantinopel, der Canal grande in Venedig (1866), Moschee in Trapezunt (1870), der Ponte Rialto in Venedig u. a.

Breton (spr. brötóng), 1) Jules Adolphe Aimé Louis, ein in der Schilderung des Landvolks seiner speciellen Heimat bedeutender Maler, geb. 1. Mai 1827 zu Courrières (Pas de Calais), wurde in Paris Schüler von Devigne und Drölling und widmete sich gleich anfangs dem genannten, freilich ziemlich beschränkten Fach, das er in inniger Verschmelzung von Stil und Naturwahrheit beherrscht. Mit einem gewissen großartigen Charakter und einer poetischen Stimmung weiß er die mühsame Arbeit des Landvolks, namentlich der Frauen, sein Leben und Treiben wie seine kleinen Festlichkeiten in reichen Gruppen und einfacher, aber von warmem Licht erfüllter Feldlandschaft zu schildern. Mit den ersten Bildern trat er im Anfang der 50er Jahre auf, aber erst gegen das Ende derselben erschien er in seiner vollen Kraft. Zuerst 1857 in der Segnung der Felder (Museum des Luxembourg), wo sich eine Prozession in feierlicher Stille durch die von heller Mittagssonne beschienenen Kornfelder bewegt. Ebenso natürlich und unverschönert wie diese Gestalten war auch die Aufrichtung des Christusbilds auf einem Friedhof. Eine noch innigere Stimmung zeigen seine Ährenleserinnen in der Grafschaft Artois (1859, ebenfalls im Luxembourg), die bei

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 77.