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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Brillouin; Brisset; Bristol; Brodwolf; Brodzki

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Brillouin - Brodzki.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bridoux'

Murillo (Nationalgallerie in London); die unbefleckte Empfängnis, nach demselben (im Louvre); la belle ferronnière, nach Lionardo da Vinci (im Louvre); Porträt Ludwig Philipps, nach Winterhalter; Hagar und Ismael, nach Eastlake, und die sogen. Vierge Aldobrandini, nach Raffael (Nationalgallerie in London).

Brillouin (spr. brijŭāng), Louis Georges, franz. Genremaler, geb. 22. April 1817 zu St. Jean d'Angely (Charente-Inférieure), Schüler von Drölling und Cabat, malt mit großem Erfolg nach der Weise der ältern Holländer Scenen des häuslichen und gesellschaftlichen Lebens; seine Figuren sind anmutig, von gewandter Zeichnung, aber etwas zu rötlichem Kolorit; z. B.: eine schreckliche Erzählung, ein entscheidender Entschluß, Tintoretto gibt seiner Tochter Zeichenunterricht (1845, Zeichnungen), das Atelier des Rubens, eine Predigt in der Provence, Besuch von Liebhabern, Rembrandt in seinem Atelier, Jäger (1865), die Reiterwache, der Empfehlungsbrief, der wandernde Buchhändler, rekognoszierende Offiziere, die Hochzeit von Georges Dandin, alte Papiere etc.

Brisset (spr. brissäh), Pierre Nicolas, franz. Historienmaler, geb. 18. Aug. 1810 zu Paris, wurde mit 18 Jahren Schüler von Couder und von Picot, besuchte die École des beaux-arts und trug 1840 mit dem Bilde: der Tod des Priamus den großen römischen Preis davon. In Italien malte er den heil. Laurentius, der die Schätze der Kirche zeigt, brachte dann aber erst wieder von 1855 an einige religiöse Bilder zur Ausstellung, z. B. den heil. Sebastian, und neuerdings die beiden Barmherzigen Schwestern. Außerdem beteiligte er sich bei der Ausführung der Fresken von Picot in der Kirche St. Vincent de Paul. 1868 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Bristol (spr. brísst'l), John Bunyan, nordamerikan. Landschaftsmaler, geb. 14. März 1826 zu Hillsdale (New York), wurde zunächst Schüler eines Porträtmalers in Hudson, Namens Henry Ary; als er aber mit eignen Porträten auftrat, wurde er durch die verschiedenen Urteile der Besteller so abgeschreckt, daß er zur Landschaft überging und die Natur studierte. Zunächst ↔ brachte er mehrere Bilder aus der tropischen Natur von Florida, die großen Beifall fanden, sodann aus Berkshire (Massachusetts) und aus dem gewöhnlichen Eldorado der amerikanischen Landschaftsmaler, den Weißen Bergen in New Hampshire und dem George Lake. Dahin gehört z. B. der noch 1877 ausgestellte Berg Equinox in Vermont. Fast alle seine Landschaften sind der Ausdruck eines poetischen Naturgefühls und eines stillen Friedens; zu den besten derselben gehören neben den schon genannten: das Adirondacgebirge, der See Paradox in sommerlicher Morgenbeleuchtung, der George Lake, Franconia Notch, Ansicht des Champlainsees von Ferrisburg aus (Pariser Ausstellung 1878), Ansicht des Oxfordbergs u. a.

Brodwolf, Ludwig Gustav Eduard, Bildhauer, geb. 19. April 1839 zu Berlin, lernte anfangs den Maschinenbau und wurde von 1861 an auf der dortigen Akademie unter Karl Heinrich Möller ausgebildet. Sein erstes größeres Werk war 1869 die über dem Portal der Artilleriewerkstätte befindliche Gruppe einer Minerva, die einen Schmied im Waffenschmieden unterrichtet. Drei Jahre später folgte das Sandsteinrelief über dem Hauptportal der neuen Zionskirche vor dem Rosenthaler Thor in Berlin, das, die Bergpredigt darstellend, eine sehr vollendete Leistung mit schöner, edler Christusgestalt von imponierender Wirkung ist; ebenso lobenswert 1874 für die neue Königsbrücke die Gruppe der Pflege der Verwundeten. Für den Kuppelsaal der Nationalgallerie schuf er von acht sitzenden Gestalten der Musen die Klio, Kalliope, Euterpe und Polyhymnia.

Brodzki, Victor Lodzia, russ. Bildhauer, geb. 1829 zu Otschowa (Gouvernement Wolhynien), erlernte seine Kunst auf der Akademie in Petersburg unter dem Italiener Giovanni Vitali und Pimenow dem Jüngern (gest. 1865). Nach mehreren Studienreisen durch einen großen Teil von Europa ließ er sich in Rom nieder. Seine teils für den Marmor, teils für den Erzguß angefertigten Gruppen sind von idealer Richtung, lyrischen oder allegorischen Inhalts, häufig auch Porträtbüsten, sel-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 79.