Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bürkner; Burne-Jones; Burnier; Burnitz

87

Bürkner - Burnitz.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Burgeß'

dortige Volksleben zum Gegenstand seiner Bilder, die zwar anfangs im Kolorit etwas kraftlos waren, aber später energischer und ausdrucksvoller wurden. Seine bedeutendsten Werke sind: Bravo, toro (Stiergefecht), die Zigeuner, englische Damen in einem maurischen Haus (1874), der Besuch bei der Amme, des Barbiers Wunderknabe (1875), spanische Bettler (1877), Besuch im Kinderzimmer, der Professor und seine Schüler (1880) u. a.

Bürkner, Hugo, Formschneider und Radierer, geb. 1818 zu Dessau, erhielt dort den ersten Unterricht im Zeichnen vom Hofmaler Beck und ging darauf nach Düsseldorf, wo er das schon vorher betriebene Holzschneiden fortsetzte und mehrere Platten nach altdeutschen Meistern schnitt. Nach einem mißlungenen Versuch, von Gubitz in Berlin seine Kunst in regulärer Weise zu erlernen, kehrte er nach Düsseldorf zurück und erhielt dort von Julius Hübner einige Aufträge für das Werk des Grafen Raczynski und für das Nibelungenlied, zu deren Ausführung er abermals nach Berlin ging, wo er unter Unzelmanns Anleitung neben dem Formschneidemesser auch den Stichel zu führen lernte. Dann ließ er sich in Dresden nieder und begann seine eigentliche künstlerische Thätigkeit als Holzschneider, infolge deren er 1846 Professor an dem dort errichteten akademischen Holzschneideatelier wurde. Außer jenen Schnitten zum Nibelungenlied von Bendemann und Hübner sind zunächst zu erwähnen seine eignen von ihm geschnittenen Kompositionen zu »Paul und Virginie« (1844), seine Schnitte zum »Deutschen Jugendkalender« (1847 und 1848), die vortrefflichen Kopien nach Hans Holbeins »Altem Testament« (1850), ganz im Geist der alten Formschneidekunst; ferner: sechs Blätter »Auch ein Totentanz« (1848), nach den Zeichnungen von Rethel, Beiträge zu der Weigelschen Sammlung »Holzschnitte alter Meister«, mehrere Schnitte nach Schnorrs Bilderbibel und auch Kompositionen von Ludw. Richter (Gebet des Herrn, Jahreszeiten u. a.). Nicht minder bedeutend hat er sich in der Radierkunst gezeigt, wie namentlich in dem Fries des Thronsaals in Dresden nach Bendemann ↔ und dessen Wandgemälden im Ball- und Konzertsaal, ebenso in den Originalradierungen zu Julius Hübners »Bilderbrevier der Dresdener Gallerie«. Er ist Ehrenmitglied der Akademie in Wien.

Burne-Jones (spr. börrn-dschónns), Edward, engl. Maler der romantisch-idealen Schule Rossettis, wurde anfangs für den geistlichen Stand bestimmt und erhielt seine Ausbildung auf dem Exeter College in Oxford, bildete sich dann in der Malerei als Autodidakt aus und ließ sich in London nieder. Seine selten ausgestellten Bilder sind geniale allegorische und ideale Gebilde in klassischem Stil mit schönen, wenn auch nicht fehlerfreien Formen und zartem, harmonischem Kolorit; z. B.: der Gesang der Liebe, Amor und Psyche, Circe, die sechs Schöpfungstage (Hauptbild, 1877), der Spiegel der Venus, die vier Jahreszeiten, laus Veneris, Pan und Psyche, Perseus und die Gräen, die Liebe unter den Rosen; mehrere derselben in Wasserfarben, u. a.

Burnier (spr. bürnjeh), Richard, Tier- und Landschaftsmaler, geb. 1826 im Haag, ging, nachdem er seine Studien dort nach der Natur und nach den alten holländischen Meistern gemacht hatte, 1850 nach Düsseldorf, wo er sich unter Andr. Achenbach und Schirmer weiter bildete. Mehr noch verdankt er für das Fach der Tiermalerei seinem Aufenthalt in Paris, wo er Troyon und die französischen Idyllenmaler studierte. Nachdem er dann von 1858-61 weitere landschaftliche Studien in Belgien und später in Holland gemacht hatte, nahm er 1869 in Düsseldorf seinen Wohnsitz. Unter seinen Landschaften mit Tierstaffage, die eine seltene Leuchtkraft der Farbe und eine treffliche Lichtwirkung haben, aber manchmal etwas flüchtig behandelt sind, nennen wir einige des letzten Jahrzehnts: Kühe am Strand, großes Tierstück (1872), vorüberziehendes Gewitter (1873), Nachmittag auf der Wiese (1874), die zwei Freunde (1875), Waldweg, ein wilder Stier u. a., die zum Teil in Privatbesitz nach Belgien, England und Rußland wanderten. Er ist Mitglied der Akademie in Amsterdam.

Burnitz, 1) Karl Peter, Landschafts-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 88.