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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Cabat; Cabuzel; Caille; Caillé; Cain

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Cabat - Cain.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Cabanel'

Triumph der Flora als ovales Deckenbild für einen Plafond im Louvre, von großer Schönheit in den Formen, aber ohne große Phantasie und Empfindung. Auch der 1870 ausgestellte Tod der Francesca da Rimini und des Paolo Malatesta (Museum des Luxembourg) zeigte bei aller Sorgfalt der Ausführung doch eine allzu theatralische Komposition. Als Porträtmaler ist er weniger in der Männerwelt beliebt (Porträt Napoleons III. und des Ministers Rouher) als in der Welt der Frauen, die er mit Feinheit und Grazie wiederzugeben weiß. 1855 erhielt er das Ritter- und 1864 das Offizierkreuz der Ehrenlegion. 1863 wurde er Mitglied des Institut de France.

Cabat (spr. kabáh), Nicolas Louis, franz. Landschaftsmaler, geb. 24. Dez. 1812 zu Paris, der erste unter den Begründern der naturalistischen Stimmungslandschaft in Frankreich (vgl. Dupré), der in den 30er Jahren dieser Richtung die Bahn brach. Er nahm als Schüler von Flers die Motive seiner Bilder zunächst aus der ihn umgebenden heimischen Natur, suchte das Einzelne in Form und Ton treu wiederzugeben und doch dabei die über das Ganze ausgebreitete Stimmung zu treffen. Seine Zeichnung ist fest und sicher, sein Kolorit tief und gesättigt, namentlich in der Luft und in dem frischen Grün der Wälder; aber die Wirkung ist oft nur mit Mühe erreicht. Dieser Art sind: der Teich zu Ville d'Avray (1834) und der Herbstabend (beide im Museum des Luxembourg), ebenso ein Wintertag (1836), der Ententeich, das Wirtshaus von Montfouris und das Blachfeld von Arques. Gegen das Ende der 30er Jahre ging er nach Italien, wo er insofern seine Anschauung änderte, als er mit seiner frühern Art eine idealisierende Richtung zu verbinden suchte, was ihm freilich nicht immer gelang; bisweilen fügte er auch eine biblische Staffage hinzu. Zu diesen Bildern der italienischen Zeit gehören: eine Straße im Thal von Narni, der junge Tobias und der Engel, der See von Nemi, die Jünger zu Emmaus u. a. Endlich kehrte er um 1860 zu seiner ersten Weise zurück und brachte z. B.: die Ufer der Seine bei Croissy, ↔ eine Quelle im Wald (1864), von tiefer, wahrer Empfindung, das Gehölz von Chanteloube (Berry), stürmisches Wetter etc. 1843 wurde er Ritter und 1855 Offizier der Ehrenlegion.

Cabuzel (spr. kabüsäl), Auguste Hector, franz. Genremaler, geb. 1836 zu Bray sur Somme, wurde in Paris Schüler der École des beaux-arts und der Maler Horace Vernet, Pils, Cogniet und Toulmouche. Unter seinen Bildern von sehr korrekter Zeichnung und Modellierung, äußerst gewandter Bewegung der Figuren und trefflicher Ausführung der Details sind zu nennen: der Herbst (1874) und der Besuch im Louvre (1875).

Caille (spr. kaj), Léon, franz. Genremaler, geb. 18. Mai 1836 zu Merville (Nord), wurde in Paris Schüler von Cogniet, malt sehr anmutige, sorgfältig ausgeführte Genrebilder aus dem Volksleben, z. B.: die Rückkehr des Soldaten (1861), die Lehrstunde, der Gang zur Schule, die Suppe, Familienfreuden u. a. Manche seiner Bilder wurden durch Goupil vervielfältigt und sehr populär in Frankreich.

Caillé (spr. kajé), Jules Michel, franz. Bildhauer, geb. 27. März 1836 zu Nantes, Schüler von Duret und Guillaume, debütierte mit großem Erfolg 1863 mit der nachher in Marmor ausgeführten Statue des Aristäus, der den Tod seiner Bienen beweint (nach Servius' Kommentar zu Virgil), und brachte seitdem mehrere ideale und allegorische Bildwerke von edler Auffassung und sorgfältiger Ausführung, z. B.: Bacchantin mit einem Panther spielend (in Marmor 1870 und in Bronze 1875), Statue des Kam (in Marmor 1876), Statue der Elegie (1878), die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Modell einer Statue Voltaires (1878) und einige Porträtbüsten.

Cain (spr. käng), Auguste Nicolas, einer der Hauptvertreter der Tierplastik in Frankreich, geb. 4. Nov. 1822 zu Paris, war anfangs Tischler und kam dadurch zur Holzschnitzerei, wurde dann Schüler von Rude (1855) und Guionnet und begann schon damals mit der Bildnerei der Tiere, worin er es bald zu großer Meister-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 91.