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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Curzon; Cuypers; Czachorski

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Curzon - Czachorski.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Cugnot'

1826 über das spanische Geschwader errungenen Sieg, bestehend aus einer Säule mit vergoldeter Victoria; um die runde Basis derselben sechs Bronzereliefs, Scenen aus dem Kampf darstellend, und auf der Basis ein vierseitiges Piedestal aus Marmor, mit den vier allegorischen Bronzegestalten: Peru, Chile, Ecuador und Bolivia. 1874 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Curzon (spr. kürsóng), Paul Alfred de, vielseitiger franz. Maler, geb. 7. Sept. 1820 zu Moulinet bei Poitiers, war in Paris Schüler von Drolling und Cabat, debütierte in der Ausstellung von 1843 und hielt sich dann ein Jahr in Italien auf. Nach seiner Rückkehr erhielt er 1849 in der École des beaux-arts für eine historische Landschaft den zweiten Preis u. durch Vermittelung Chenavards ein Reisestipendium für zweijährigen Aufenthalt in Italien. Von dort aus bereiste er Griechenland in Gemeinschaft mit Edmond About, Théoph. Gautier und Ch. Garnier. Anfangs malte er meistens Landschaften in einem dem Süden entsprechenden warmen und klaren Luftton; später ging er mehr zur Figurenmalerei über, oft mit poetischer Stimmung und sehr ansprechenden Bewegungen der Gestalten, aber etwas trocknem Kolorit. Die bedeutendern sind: Ansicht von Terracina, die Akropolis in Athen, die Ufer des Kephissos (1857), Tasso in Sorrent, Ansicht von Ostia (1868, Museum des Luxembourg), bei den Mauern von Foligno (1859), Blumenmädchen in Neapel, die Pilger in Subiaco, Dominikaner ihre Kapelle ausmalend (1867, im Luxembourg), Fischer von Capri, der Ilissus und der Tempel des Jupiter bei Athen (1861), der Vesuv, Weinlese in Procida, Traum in den Ruinen von Pompeji, die Wahrsagerin, ideale Landschaft mit mächtigen Eichengruppen und Durchblick aufs Meer (1871), Reede von Toulon, Strandpartie in der Provence, das erste Porträt, Serenade (1874) u. a. 1865 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Cuypers (spr. keúpĕrs), Peter J. H. (Anmerkung des Editors: Josephus Hubertus), ein in Holland, Frankreich und England sehr geschätzter Architekt, dem Holland die Wiedererweckung des gotischen Kirchenbaus verdankt. Geb. 1827 zu Roermonde, ↔ studierte er auf der Akademie in Antwerpen mit großem Erfolg nicht nur die Baukunst, sondern auch die Plastik und Malerei, errichtete 1859 in seiner Vaterstadt ein großes Atelier für die Ausbildung der Kunsthandwerker, erhielt 1862 in London die goldne Medaille für kirchliches Mobiliar und 1863 den ersten Preis für sein nachher ausgeführtes neues Museum in Amsterdam. Sein erster größerer kirchlicher Bau war in Wyck (Vorstadt von Maastricht), frühgotischen Stils, dem dann die Restauration der Servatiuskirche in Maastricht und viele andre Neubauten und Restaurationen folgten; unter jenen nennen wir: die gotische Kirche in Maasbracht, die prächtige gotische Kirche in Eindhoven (Nordbrabant), wohl die schönste in Holland aus neuerer Zeit (vollendet 1863), die in Vechel und in Breda, die katholische Kirche romanischen Stils in Oudenbosch; ebenso unter den Restaurationen die des spätgotischen Doms in Roermonde, die noch bedeutendere der dortigen Liebfrauenkirche, der Marienkirche in Rotterdam u. a. 1875 wurde er an Stelle des Baumeisters Wessiken zur Restauration des Doms in Mainz berufen und führte diese nach ganz andern Grundsätzen als sein Vorgänger, unter strenger Festhaltung an der Tradition, also in der Erneuerung im Sinn des Alten und archäologisch Richtigen durch, was namentlich bei dem Neubau des Kuppelturms und bei den kleinern Seitentürmen des Ostchors zur Geltung kam. Er schrieb: »Der Dom zu Mainz, seine Gründung, Erweiterung und Herstellung« (Mainz 1875).

Czachorski (spr. tscha-), Wladislaw von, russ. Genremaler, geb. 22. Sept. 1850 zu Lublin, erhielt dort seine erste Ausbildung, bis er nach Warschau und von da nach Dresden ging, wo er unter Wagner weiter studierte. Einen größern Einfluß noch übte Karl Piloty auf ihn, dessen Schüler er in München anderthalb Jahre lang war. Später ließ er sich in Warschau nieder, wo er noch jetzt lebt. Seine Genrebilder, die von einem tüchtigen Talent zeugen, sind von tiefster Empfindung, geschickter Komposition und

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 122.