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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Eberle; Eberlein; Ebert

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Eberle - Ebert.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Ebeling'

gekehrt, entwickelte er als Architekt und Lehrer eine reiche Thätigkeit, die nur hin und wieder durch Reisen nach Petersburg, England und abermals nach Italien unterbrochen wurde. Weder sein erster Versuch, den florentinischen Palaststil des Bruneleschi und Benedetto da Majano (15. Jahrh.), noch der spätere, die englische Gotik auf hannoverschen Boden zu verpflanzen, waren von Erfolg gekrönt; doch baute er nach dem Vorbild des Palastes Riccardi die polytechnische Schule (1835-37), gleichfalls im florentinischen Stil das Zeughaus am Waterlooplatz (1849 vollendet), das Kadettenhaus, das Provinziallandtagsgebäude (englisch-gotischer Stil) und eine Reihe von bedeutenden Privatgebäuden.

Eberle, Adolf, Genremaler, geb. 11. Jan. 1843 zu München als Sohn des trefflichen Schafmalers Robert E. (gest. 1860), bezog schon ziemlich früh die dortige Akademie und wurde Schüler von Karl v. Piloty, unter dem er sich zu einem tüchtigen Koloristen ausbildete, dem es dabei an tiefer Auffassung der Gegenstände und treffender Charakteristik keineswegs fehlt. 1861 debütierte er mit der Pfändung der letzten Kuh, die durch ihre Einfachheit und ergreifende Wahrheit Glück machte. Später folgten: der vergebliche Versuch, Vorpostenscene, Lagerschule aus dem Dreißigjährigen Krieg, Einquartierung von Panduren, Liebesgeständnis, verunglückte Musikprobe, verschiedene Scenen aus dem Volksleben in Oberbayern, der Hochzeitstag, nach der Taufe, Unterricht auf der Zither, die alte Innsbruckerin mit ihrer Enkelin, der Brauttanz, das sehr innige Tischgebet und das 1879 in München ausgestellte Genrebild: der erste Rehbock.

Eberlein, Georg, Architekt, geb. 19. April 1819 zu Linden in Mittelfranken, besuchte, um sich dem Baufach zu widmen, von 1833 an die polytechnische Schule in Nürnberg, kam nachher unter die specielle Leitung des trefflichen Gotikers v. Heideloff (gest. 1865), dem er bei der Ausschmückung der Stiftskirche in Stuttgart, bei der Wiederherstellung und dem Neubau der Feste Koburg behülflich war. Ebenso war er 1840-42 bei dem von Heideloff erbauten ↔ Schloß Liechtenstein bei Reutlingen beschäftigt und in den nächsten Jahren wiederum in Thüringen bei der Dekoration des von Döbner erbauten Schlosses Landsberg bei Meiningen. Nachdem er dann etwa zehn Jahre lang für den Württembergischen Altertumsverein thätig gewesen, schmückte er 1855 für Stüler das Schloß Hohenzollern in Schwaben, restaurierte den gotischen Dom in Erfurt, den Kreuzgang (Übergangsstil) der Stiftskirche zu Aschaffenburg und die romanische Kirche St. Emmeran in Regensburg. Eine treffliche Publikation von ihm ist in Chromolithographie »Das Volkamersche Fenster der St. Lorenzkirche in Nürnberg« (1848). Er ist Professor der Architektur zu Nürnberg.

Ebert, 1) Anton, einer der jüngern Genremaler in Wien, Schüler von Waldmüller, strebt in seinen Bildern, die den Stempel großer Begabung an sich tragen, nach absoluter Naturwahrheit, läßt sich aber leicht zu einer allzu großen Produktivität verleiten. Außer dem Genre, worin er sich vorzugsweise in der Darstellung von Kinderscenen bewegt, z. B. Mutterglück, Morgenschläfchen, Bilderbuch, Kinder im Wald, aber auch größere Bilder, z. B. Zitherspieler, Husarenattake, vor und nach dem Bad, Maurer auf dem Dach, liefert, kultiviert er mit Glück das Porträt, z. B. Brustbild des Fürsten Alfred Windischgrätz im Stiftersaal des Künstlerhauses in Wien.

2) Karl, Landschaftsmaler, geb. 13. Okt. 1821 zu Stuttgart, bildete sich anfangs auf der dortigen Kunstschule in dem ideal-historischen Stil seines Lehrers Steinkopf (gest. 1861), schlug dann aber infolge einiger Studienreisen im bayrischen Gebirge, in Italien (Rom), Holland und Frankreich eine realere Richtung ein. Seine Landschaften sind von großartiger Auffassung, korrekter Zeichnung und glänzendem Kolorit. Dahin gehören aus den 70er Jahren: Buchenwald mit durchziehender Schafherde (1871, Hauptbild), Waldeingang im Gebirge, Abendstimmung (1873), ein Hochwald, Waldinneres (1874), endlich 1879 in München: Kastanienwald in Südtirol und Hammerschmiede im Wald.