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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Emelé; Encke

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Emelé - Encke.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Elmore'

seinen Bildern eigen; aber die Ausführung ist nicht immer sorgfältig. Er starb Ende Januar 1881.

Emelé, Wilhelm, Schlachtenmaler, geb. 1830 zu Buchen im Odenwald, widmete sich infolge der Ereignisse des Jahrs 1848 dem Militärstand und kam dadurch zur Malerei des Soldatenlebens und des Schlachtgetümmels, die er von 1851 an in München unter Feodor Dietz erlernte. Da eins seiner ersten Bilder, die für den Fürsten von Pappenheim gemalte Schlacht bei Stockach 1799, großen Beifall fand, so bildete er sich für sein Fach in Antwerpen und Paris noch weiter aus und brachte seit 1857 eine Reihe von Bildern, in denen sich neben einer sorgfältigen Zeichnung eine gründliche Kenntnis der militärischen Details, eine gute Charakteristik und ein harmonisches Kolorit zeigen. Dahin gehören: der Brückensturm zu Heidelberg 1799, Gefecht bei Aldenhoven, das Karree in der Schlacht bei Aspern, Erstürmung des verschanzten Lagers von Farmars 22. Mai 1793 durch Erzherzog Karl, eine prächtige Parkscene mit Pferden und Angriff der französischen Kürassiere auf die Engländer bei Waterloo. 1861 zog er von München nach Wien und vervollkommnete sich hier noch mehr in der Pferdemalerei. Unter seinen seitdem entstandenen bedeutendern Werken nennen wir zunächst sein bestes Bild (1867): die für den Erzherzog Albrecht gemalte Schlacht bei Würzburg 3. Sept. 1796, die in historischer wie künstlerischer Beziehung ein Meisterwerk ist. Weniger gelungen erschien (1872) der Erzherzog Karl in der Schlacht bei Neerwinden 18. Mai 1798. Aus dem letzten deutsch-französischen Krieg brachte er: den Angriff der Division Bonnemain bei Elsaßhausen 6. Aug. 1870, die Schlacht bei Dijon 30. Okt. 1870, Zusammentreffen der Verbindungspatrouillen des 7. und des 14. deutschen Armeekorps bei Vesoul 2. Jan. 1871, das künstlerisch wiederum etwas schwächere Winterbild vom Hauptquartier des 14. Armeekorps in der Schlacht bei Belfort und die 1879 in München ausgestellte Episode aus der Schlacht bei Wörth 6. Aug. 1870 sowie den dem vorigen Jahrhundert angehörenden ↔ Sieg Georgs II. über die Franzosen bei Dettingen 27. Juni 1743.

Encke, Erdmann, Bildhauer, geb. 26. Jan. 1843 zu Berlin, erlernte seine Kunst unter Alb. Wolff, dem Schüler Rauchs, und bildete sich in den Traditionen seiner Schule in der Weise heran, daß er mit einer strengen Durchbildung der Formen und einem ausgeprägten Realismus einen weichen poetischen Zug verbindet. Sein erstes größeres Werk war ein Germane im Kampf mit zwei Galliern, in dem sich schon ein gewisser energischer Schwung der Bewegungen bemerklich machte. Nachdem er die ebenso gelungene Gruppe: Odysseus und Penelope geschaffen, führte er infolge einer Konkurrenz das eherne Standbild des Turnvaters Jahn in der Hasenheide bei Berlin aus (enthüllt 1872), das jene ausgeprägte Charakteristik mit einem echt künstlerischen Idealismus verbindet. Wohl noch kräftiger und energischer durchgeführt ist seine Bronzestatue des Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg an der Fassade des neuen Rathauses zu Berlin. Dazwischen fallen noch einige höchst lebensvolle Büsten, z. B. der Schauspielerin Jachmann-Wagner, der Maler Steffeck und Döpler und der Kronprinzessin von Preußen. Sein schönstes Werk ist die ihm 1877 aufgetragene Marmorstatue der Königin Luise, die gegenüber dem Denkmal Friedrich Wilhelms III. von Drake im Tiergarten aufgestellt und am Geburtstag der Fürstin, 10. März 1880, enthüllt wurde. Als Pendant zu jenem hat auch sie ein rundes Postament mit einem Hautrelief, das auf der einen Seite den Auszug in den Befreiungskrieg, auf der andern die Rückkehr und dazwischen in lebensvollen Gruppen die Sorge für die Zurückgebliebenen sowie die Pflege der Verwundeten und Kranken darstellt. Die Hauptfigur, von edlem Formenreiz und herrlichem Fluß des Gewands, ist nicht die jugendlich reizende Fürstin, sondern die durch das Unglück gebeugte Dulderin, voll tiefer Schwermut in den Zügen, aus denen aber doch der Glanz einer erhabenen Schönheit hervorleuchtet. 1880 wurde er mit der Ausführung von zwei kolossalen Bronzestatuen, des Großen Kurfürsten u. Friedrichs d. Gr., beauftragt.