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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Ekwall; Elmore

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Ekwall - Elmore.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Eisenmenger'

zeigte schon in früher Jugend ein solches Talent zum Zeichnen, daß der Maler Leopold Schulz ihn in Unterricht nahm. Als er dann 1845 Schüler der Akademie geworden war, errang er nach wenigen Wochen einen Preis. Aber seine Vermögensverhältnisse nötigten ihn in den Jahren nach 1848, den Besuch der Akademie zu unterbrechen. Erst 1856 trat eine günstige Wendung in seiner Entwickelung ein, als er Schüler von Rahl und als solcher diesem Meister ein fast unentbehrlicher Gehülfe wurde. 1863 wurde er Zeichenlehrer an der protestantischen Realschule in Wien, setzte aber daneben die Ausübung der Malerei fort. Als die bedeutendsten seiner monumentalen Schöpfungen nennen wir: die in Wachsfarben gemalten Deckenbilder im Musikvereinspalast (Apollon mit den Musen und Genien), die Plafondgemälde im großen Saal des »Grand Hôtel« am Kärntner Ring, im Palais Guttmann (zwölf Monate), in der Stiegenhalle des Tietzschen Hauses am Schottenring (die Grazien und der Friede), die Fresken im österreichischen Museum, die durch ihre poetische Auffassung und technische Ausführung zu seinen besten Monumentalbildern gehören, die Wandgemälde im Schloß Hörnstein, die je eine bedeutsame Episode aus dem Leben des Kaisers Maximilian I. und des Herzogs Leopold behandeln, und vier große Aquarellbilder im Haus des (verstorbenen) Dichters Mosenthal (die Temperamente), wahre Prachtstücke in der Komposition. 1878 schuf er den Vorhang des neu erbauten Theaters in Augsburg mit dem reizenden Bilde des Äsop, der von einer Brunnensäule herab dem Volk seine Fabeln vorträgt. 1872 wurde er Professor an der Akademie in Wien und gründete auch zur Ausbildung jüngerer Talente in der Monumentalmalerei eine Privatschule, die bereits bedeutende Erfolge erzielt hat.

Ekwall, Knut, schwed. Illustrator und Genremaler, geb. 3. April 1843 zu Säby (Provinz Småland), besuchte 1860 bis 1866 die Akademie in Stockholm und arbeitete dann vier Jahre als Metallgraveur, Holzschneider und Zeichner, worauf ↔ er sich 1870 der Illustration widmete und hierin bis 1875 zu München und Leipzig beschäftigt war. Nachdem er sich dann noch ein Jahr unter Knaus in Berlin in der Genremalerei ausgebildet, nahm er dort seinen Wohnsitz und widmete seine Thätigkeit dem Genre, dem Porträt und der Illustration. Im erstern Fach bringt er recht gemütliche Scenen aus dem Volksleben, z. B.: nach Mitternacht, Willkommen (Seefahrers Heimkehr), nach dem Bade, die Berliner Feuerwehr und sub rosa (1880). Außerhalb seiner Fähigkeiten lag das Bild: Wikings Brautnacht, mit überlebensgroßen Figuren. Zu der Frithjofssage von Tegnér brachte er zwölf Zeichnungen im Verlag von Fr. Bruckmann in München.

Elmore (spr. éllmor), Alfred, irischer Historienmaler, geb. 1815 zu Clonakilty (Grafschaft Cork), machte seine Studien im Britischen Museum zu London, wurde 1832 Schüler der dortigen Akademie und stellte 1834 sein erstes Bild: Scene aus einem alten Schauspiel, aus. Dann besuchte er Paris und München und verweilte zwei Jahre in Rom. 1849 kehrte er nach London zurück, wo er 1856 Mitglied der Akademie wurde. Sein erstes Werk, das großes Glück machte, war 1844 Rienzi auf dem Forum, wofür er von der Akademie in Liverpool einen Preis erhielt; noch populärer wurde er durch die mittelst Vervielfältigung verbreitete Erfindung des Strumpfwebstuhls (1847). Zwischen die beiden letztern fallen die Bilder: Ursprung des Streits zwischen den Guelfen und den Ghibellinen (1845) und die Ohnmacht der Hero (nach Shakespeares »Viel Lärm um nichts«), sodann aus jenen frühern Jahren das Sterbebett Roberts, Königs von Neapel, die Tuilerien am 20. Juni 1792, Marie Antoinette im Tempel, und aus den letzten zehn Jahren besonders Ludwig XIII. und Ludwig XIV., Ophelia, Maria Stuart und Darnley, Pompeji im Jahr 79, Lucrezia Borgia, die zwei sehr dramatisch behandelten Bilder: Judith und Holofernes, Columbus in Porto Santo und eine sehr geistreiche Leonore nach Bürger. Leben, Charakter, Ausdruck und kräftiges Kolorit sind allen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 158.