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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Faust; Faustner; Fauvelet; Feckert

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Faust - Feckert.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Fattori'

deutendem Schöpfungen war die Schlacht bei Magenta, die in die Sammlung der Akademie in Florenz (Galleria dei quadri moderni) kam, wo sich außerdem von ihm das Bild: Bruneleschis Konstruktionsbeweis der Kuppel des Doms befindet. Nach jener Schlacht bei Magenta entstanden die Ährenleserinnen, die ihm eine goldne Medaille eintrugen, und die prämiierte Schlacht bei La Madonna delle Scoperte (Rathaus in Livorno), die Verwundung des Prinzen Amadeo bei Custozza (Brera in Mailand) und Pferdemarkt auf der Piazza Montanara in Rom, Bilder, deren lebendige dramatische Bewegung und große Naturwahrheit der Pferde sehr gerühmt werden. Er ist Professor an der Akademie in Florenz.

Faust, Heinrich, Porträt- und Genremaler, geb. 6. Okt. 1843 zu Remsdorf im Schaumburgischen, kam schon in früher Jugend nach Kassel, wo er die Akademie besuchte und sehr bald die Auszeichnung einer sechsmonatlichen Reise erhielt, um in Antwerpen unter van Lerius zu studieren. Nach Ablauf dieser Zeit bekam er zu seiner weitern Ausbildung ein Reisestipendium nach Italien, wo er auch später noch verweilte und durch das Studium der alten Venetianer seine Neigung für malerisches Kolorit förderte. Nachdem er 1868 durch das Porträt einer Dame in schwarzer Kleidung auf Goldgrund sich vorteilhaft bekannt gemacht hatte, malte er in München: deutsche Märchen, Kindergestalten, der Blumen Rache, die ägyptische Königstochter, Titania und, als sein bestes Werk, ein altdeutsches Edelfräulein (Privatbesitz in England). In den letzten Jahren hinderte ihn ein Nervenleiden am künstlerischen Schaffen, doch scheint er neuerdings seine Thätigkeit wieder aufzunehmen. Er lebt in Kassel.

Faustner, 1) Leonhard, Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 16. Febr. 1815 zu München, besuchte nach Vorbereitung in den Studien des Zeichnens viele Jahre die dortige Akademie und bildete sich namentlich unter dem Architektur- und Glasmaler Ainmiller (gest. 1870) aus, für dessen Anstalt er künstlerisch thätig war, so daß er nach Ainmillers Fortgang provisorischer ↔ Vorstand derselben wurde. Man hat von ihm zahlreiche Architektur- und Landschaftsdarstellungen, in Öl gemalt, von denen manche durch die Radiernadel vervielfältigt sind, ebenso bedeutende Glasmalereien, darunter mehrere im Kölner Dom, deren letzte neuerdings das von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft gestiftete meisterhafte Fenster mit der Darstellung des ersten Konzils des heil. Petrus in Jerusalem ist.

2) Luitpold, Landschaftsmaler, geb. 10. Juli 1845 zu München, Sohn des vorigen, besuchte frühzeitig die dortige Akademie und wurde specieller Schüler von Karl v. Piloty, wandte sich aber ausschließlich und mit Vorliebe dem Landschaftsfach zu, worin er in Julius Lange (gest. 1877) einen Freund und Ratgeber fand. 1869 unternahm er mit Piloty und andern Schülern desselben eine längere Studienreise nach Oberitalien, vorzugsweise Venedig, die für ihn sehr erfolgreich wurde. Unter seinen großenteils in Privatsammlungen befindlichen Hauptwerken nennen wir: Landschaften aus den Bergen Oberbayerns, Salzburgs, des Salzkammerguts und Tirols.

Fauvelet (spr. fow'läh), Jean Baptiste, franz. Genre- und Blumenmaler, geb. 1822 zu Bordeaux, Schüler von Delacour, malt in beiden Fächern mit großer Frische, Natürlichkeit und fein empfundenem Kolorit. Unter den Genrebildern nennt man als die bedeutendern: das Konzert, den Ciseleur Ascanio, Schüler Benvenuto Cellinis (1855, Museum des Luxembourg), den Zeichenlehrer (1852), zwei Musikantinnen (1855), den lustigen Doktor (1859), Familienmahlzeit (1863), das Buch Ruth (1864) u. a.

Feckert, Gustav Heinrich Gottlob, Berliner Lithograph, geb. 1820 zu Kottbus, lernte die Steinzeichnung in Berlin unter Albert Remy und auf der dortigen Akademie, wo er sich namentlich durch das Zeichnen der Bilder von Karl Begas, Magnus, Winterhalter u. a. ausbildete. Später zeichnete er auch Porträte nach der Natur auf Stein und malte mehrere in Pastell, Wasserfarben und Öl, die wegen ihres sprechenden Ausdrucks sehr gerühmt

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 170.