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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Geißler; Gélibert; Gellerstedt; Gendron

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Geißler - Gendron.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Geiger'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 3)

bis es ihm 1866 gelang, nach München zu kommen, wo er mehrere Privatateliers besuchte, auf der Akademie unter Knabl lernte und namentlich kirchliche Arbeiten ausführte, die ihm zweimal einen akademischen Preis eintrugen. 1873 ließ er sich in Berlin nieder und widmete sich meistens der dekorativen Plastik, zu welchem Zweck er auch längere Studienreisen in Italien machte. Seine besten Arbeiten sind: der in seinen Gestalten sehr liebenswürdige und lebendige, aber zu malerisch gedachte Kinderfries im Speisesaal des Tiele-Wincklerschen Hauses in Berlin, die Kolossalgruppe: Heimdal und die Einheriar und eine Ostara in demselben Haus sowie eine noch im Entstehen begriffene dekorative Figur für die Reichsbank.

Geißler, Rudolf, Zeichner und Radierer, geb. 1834 zu Nürnberg, bildete sich auf der dortigen Kunstschule 1850-52 unter Reindel und später mehrere Jahre unter Aug. v. Kreling aus, besuchte auch eine Zeitlang die Akademie in Dresden und ließ sich 1861 in seiner Vaterstadt nieder. Sein Hauptfach sind radierte Bilder aus der Kinderwelt, mit gründlichem Verständnis, in leichten, gefälligen Kompositionen, z. B.: »Kleine Welt, 15 Originalradierungen« (Stuttg. 1868), und zwölf Radierungen zu »Glückliche Zeiten«, Text von G. Mandel (das. 1869). Außerdem eine allegorische Komposition von der Erfüllung der Kyffhäusersage und in Aquarell das friesartig ausgeführte »Märchen vom Brüderlein und Schwesterlein«.

Gélibert (spr. schelibähr), Jules Bertrand, franz. Tiermaler, geb. 27. Nov. 1834 zu Bagnères de Bigorre (Hautes-Pyrénées), widmete sich als Schüler der Akademie in Toulouse der Tier- und Jagdmalerei, worin er zahlreiche schätzbare Arbeiten auf die Ausstellungen schickte, unter denen wir nur einige aus den letzten Jahren nennen: Ausgang aus dem Hundestall, das Halali (Wald von Fontainebleau), Sumpf bei Belle Croix im Wald von Fontainebleau, frische Hunde im Gehölz, Rudel Hirsche auf dem Ruheplatz (1874, Kohlezeichnung), Jagdepisode in Schottland, neue Bekanntschaften (1875), süße Ruhe (Ausstellung von 1878) u. a. ↔

Gellerstedt, Albert Teodor, schwed. Architekt, Maler und Dichter, geb. 6. Okt. 1836 in Westmanland, widmete sich auf der Akademie zu Stockholm der Baukunst, erhielt 1861 die königliche Medaille für die Lösung einer architektonischen Preisaufgabe, besuchte dann mit einem Reisestipendium (1862 und 1863) Dänemark, Deutschland und Frankreich und studierte namentlich die Eisenarchitektur. 1863 und 1864 bereiste er Italien und Sicilien. Neben der praktischen Ausübung seines Dienstes als Ingenieur bei der Lotsendirektion treibt er die Aquarell- und die Ölmalerei, gab 1871 eine Sammlung seiner Gedichte heraus, lieferte Beiträge zur schwedischen »Neuen Illustrierten Zeitung« und veröffentlichte 1865-67 »Architektonische Fragmente« und »Skizzenblätter«. 1864 wurde er Genosse der Akademie in Stockholm.

Gendron (spr. schandróng), Auguste, franz. Historienmaler, geb. 1818 zu Paris, Schüler Delaroches, hielt sich mehrmals in Italien auf, von wo er auch in der Mitte der 40er Jahre seine ersten Bilder einsandte, z. B. den von Boccaccio kommentierten Dante. Seine Willis und Sylphiden, Horen und Nereiden, die als duftige Traumgestalten in den Wäldern oder über dem Wasser schweben, sowie die Nymphen am Grab des Adonis (1864) waren recht anmutige Wesen von klarer, harmonischer Färbung. Auch mit poetischen Scenen aus der Zeit der Renaissance machte er Glück, z. B. mit dem Sonntag in Florenz im 15. Jahrhundert (Museum des Luxembourg). Dazu brachte er einige Jahre später als Gegenstück die Bestattung einer jungen Venetianerin (1859), ansprechend durch die milde Trauer der begleitenden, in der Nacht verschwebenden Gestalten. Auch in einigen düstern Momenten aus der Geschichte weiß er das Unheimliche mit dem Anmutigen zu mischen, z. B. Tiberius auf Capri. Zu seinen letzten Bildern gehören die fünf thörichten Jungfrauen, Dankopfer an Äskulap, Tribut der Athener an den Minotaur. Er führte auch dekorative Arbeiten in der Kirche St. Gervais, im Louvre und namentlich im Palast des Staatsrats (die

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 200.