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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Hiddemann; Hildebrand; Hilgers

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Hiddemann - Hilgers.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hicks'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

namentlich in Rom, und besuchte das Atelier Coutures in Paris. Nach seiner Rückkehr wurde er 1851 Mitglied der Nationalakademie in New York und Präsident der Künstlergesellschaft. Seine Porträte, die ihn sehr populär machten, sind von großer, ungezwungener Ähnlichkeit, geistvoller Auffassung und warmem Kolorit. Zu den bekanntesten gehören: Edwin Booth, Dr. Kane, der Dichter Bryant, Longfellow, Frau Harriet Beecher-Stowe, Bayard Taylor u. a.

Hiddemann, Friedrich Peter, Genremaler, geb. 4. Okt. 1829 zu Düsseldorf, wollte anfangs Lithograph werden, trat 1848 in die dortige Akademie und bildete sich bis 1856 unter Th. Hildebrandt und W. v. Schadow aus, machte Studienreisen in Deutschland, Frankreich, Belgien und Holland und ließ sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er zwar mit historischen Bildern begann, sich aber sehr bald ausschließlich dem Genre als Ölbild und als Illustration widmete. Er zeigt eine feine Beobachtung, eine treffende Charakteristik, einen reichen, gesunden Humor und ein kräftiges, gediegenes Kolorit. Zu seinen bedeutendsten Bildern gehören: Hochzeit und Taufe, das Wundertier, die Überraschung, Kirmesanfang (1862), Dilettantenquartett (1864), eine Flasche Sekt, Wiedersehen (1866), preußische Werber zur Zeit Friedrichs d. Gr. (1870, Hauptbild, Nationalgallerie in Berlin), Heimkehr aus der Ferne (1871), ungebetene Nachbarschaft (1872), Picknick im Wald, im Koupee erster Klasse (1874), Wintervergnügen (1875), Begräbnisfeier (1876) u. a.

Hildebrand, 1) Adolf, Bildhauer, geb. 6. Okt. 1847 zu Marburg als Sohn des Nationalökonomen Bruno H., übte sich früh im Zeichnen und Modellieren, wurde dann durch Kreling in Nürnberg und durch Zumbusch in München weiter ausgebildet. Später begab er sich nach Italien und studierte dort die alten Meister. Schon seine ersten Arbeiten idealen Inhalts, aber realistischer Behandlung ließen auf ein bedeutendes Talent schließen, so die Bronzestatuette eines trinkenden Knaben, mehr aber noch der ruhende Hirt ↔ (Marmor), der ein feines Verständnis der Antike und durchgebildetes Stilgefühl zeigte. Eins seiner Meisterwerke ist der zwar nicht von allen Seiten vollkommene, aber ganz im Geist der Antike durchgeführte Adam im Museum zu Leipzig, und eine ebenso große Formvollendung, mit glücklichem Naturgefühl vereinigt, zeigt ein sitzend eingeschlafener Jüngling (Marmor), der 1873 in Wien ausgestellt war. 1874 ließ er sich in Florenz nieder.

2) Ernst, Genremaler, geb. 1833 zu Falkenberg (Niederlausitz), wurde Schüler von Steffeck in Berlin, wo er, mit Ausnahme eines einjährigen Aufenthalts zu Paris, auch nachher thätig war, bis er 1875 einem Ruf als Professor an der Kunstschule zu Karlsruhe folgte. In Berlin betrieb er zunächst die dekorative Malerei, z. B. in der Villa Ravené, dann das Porträt und zuletzt das Genre, worin er in seiner realistischen Behandlung, naturwahren Ausführung und wirkungsvollen Farbengebung die anziehendsten Werke geschaffen hat, z. B.: Margarete im Kerker (1866), Lasset die Kindlein zu mir kommen, das kranke Kind (an dessen Bette die Eltern angstvoll auf den Verlauf der Krisis harren), die Harzer Küche, die Reue, einige Interieurs und Porträte.

Hilgers, Karl, Landschaftsmaler, geb. 1818 zu Düsseldorf, besuchte 1833-40 die dortige Akademie und blieb dann, mit Ausnahme eines längern Aufenthalts zu Berlin, in Düsseldorf thätig, obwohl die Technik u. Behandlungsweise seiner Landschaften weniger das Produkt der dortigen Schule sind, sondern aus dem Studium niederländischer und französischer Künstler hervorgegangen zu sein scheinen. Er behandelt in Aquarellen wie in zahlreichen Ölbildern, die schön gestimmt und im Detail sorgfältig behandelt sind, vorzugsweise die winterliche Natur, oft in Verbindung mit Architektur, zuweilen auch architektonische Interieurs. Aus seiner ältern Zeit sind zu nennen: holländische Hütten im Winter (1839), Gegend bei Amsterdam (1840), Winterlandschaft, Motiv bei Amsterdam (1841), Kapelle im Schnee (1845), Donaukasematte (im Schloß zu Sigmaringen), und aus den

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 259.