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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Jernberg; Jettel; Jobbé-Duval

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Jernberg - Jobbé-Duval.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Jerichau'

Nachdem sie sich von 1838 an in Düsseldorf unter Stilke und Karl Sohn der Malerei gewidmet und anfangs Bilder aus dem Volksleben ihrer Heimat gemalt hatte, die von großem Interesse waren, ging sie 1845 nach Rom, wo sie den Bildhauer Jerichau (s. d.) heiratete, mit dem sie dann nach Kopenhagen zog. 1852 besuchte sie England und machte Reisen in Griechenland, Kleinasien und Ägypten. Sie entlehnt in der Regel ihre Stoffe aus dem dänischen und noch mehr aus dem römischen Volksleben. Es sind durchaus nicht weiblich-sentimentale, sondern kühn und großartig durchgeführte, oft etwas prosaische Genrebilder von zu großen Dimensionen, z. B.: Landleute am Brunnen, Hausandacht, die Gestrandeten, die Waisenkinder, Finis Poloniæ, ein dänischer Fischer. Ziemlich mißlungen waren ihre bereits 1860 ausgestellten Historienbilder: die Geburt des Heilands und David mit seiner Herde. Eins ihrer Hauptbilder war der 1875 ausgestellte fürstliche Harem in Konstantinopel, in der orientalischen Farbenpracht flott und sicher gemalt; ebenso tüchtig gemalt, aber ohne tieferes Interesse: die christlichen Märtyrerinnen in den Katakomben zu Rom. In Kopenhagen ist sie auch als Porträtmalerin thätig.

Jernberg, August, Genremaler, geb. 16. Sept. 1826 zu Stockholm, bildete sich zuerst auf der dortigen Akademie und von 1851 an in Düsseldorf aus, wo er später seinen Wohnsitz nahm. Er begann mit der Historienmalerei und brachte einige Gegenstände aus der schwedischen Geschichte, ging aber später zum Genre und insbesondere zu den Dorfscenen über, die er sehr realistisch mit viel Geschick und oft mit Humor, zuweilen aber auch etwas karikaturartig behandelt. Zu seinen besten Bildern gehören: Familienglück, der Klarinettist, Überredung, die Briefschreiberin, die zerbrochene Pfeife, der erste Gang zur Schule, der Bär auf dem Jahrmarkt, der Großvater als Kinderwärterin, Erntefest in Westfalen, Ratssitzung und (wohl sein bestes Bild) ein Markttag in Düsseldorf. Er malt auch recht gelungene Stillleben. - Sein Sohn Olof J. hat sich als Landschaftsmaler ↔ einen Namen gemacht und in London 1878 und 1879 Medaillen erhalten.

Jettel, Eugen, Landschaftsmaler, geb. 20. März 1845 zu Johnsdorf in Mähren, wurde 1860 zu Wien Schüler von Alb. Zimmermann, unter dem sich sein bedeutendes Talent und sein hervorragender Sinn für Ton und Stimmung rasch entwickelten. Nachher machte er Reisen in Frankreich, Ungarn und Italien. Schon sein erstes Bild, der Hintersee (Privatbesitz des Kaisers von Österreich), zeigte ein besonderes Tongefühl, wenn auch die Form noch zu wünschen ließ. Eine seiner besten Landschaften in Bezug auf Tonempfindung ist der Hintersee im Nebel mit Rabenstaffage (Akademie in Wien), ebenso ein prächtiger Gebirgswald, mehrere Motive aus Bayern und namentlich ein Bild: an der Küste von Dieppe. Später zeigte er eine vorwiegende Betonung der Tierstaffage, die er auch in Bezug auf den Farbenton vorzüglich behandelt, obgleich hin und wieder Mängel der Form sichtbar sind. Seit einigen Jahren arbeitet er in Paris unter französischem Einfluß.

Jobbé-Duval (spr. schobbéh-düwáll), Armand Marie Félix, franz. Historien- und Genremaler, geb. 16. Juli 1821 zu Carhaix (Finistère), kam schon als Knabe nach Paris, wo er Schüler von Delaroche und Gleyre wurde, in der École des beaux-arts mehrere Medaillen erhielt und 1841 in der Ausstellung debütierte. Zu seinen besten Bildern gehören: Margarete im Garten der Martha (1845), die Ernte (Museum in Mans), die Ohnmacht der heil. Jungfrau, der Kuß (1849), der Winter, der Frühling, die junge Kranke (1850), die Braut von Korinth (1853), die Toilette einer Braut, der Kalvarienberg (Mondscheinbild), die Vertreibung der Juden aus Spanien (1857), Martha und Maria Magdalena am Grab Christi, zwei Scenen aus dem Leben des heil. Franciscus für die Kirche St. Louis en l'Ile (1865) und außerdem 1873 das umfangreiche Bild der Mysterien des Bacchus, von kühner, origineller Komposition, aber flau im Kolorit. Dazu kommen zahlreiche Porträte und monumentale Malereien, z. B. in

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 284.