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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Lambert; Lambron; Lami; Lamme

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Lambert - Lamme.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Lambdin'

ersten Unterricht von seinem Vater, einem Porträtmaler, und ging 1855 auf zwei Jahre nach München und Paris. Auf sein Debüt (1858) folgte eine Reihe von Genrebildern, die, wenn auch anfangs in der Technik noch mangelhaft, doch ein tiefes Gefühl und besonders eine feine Beobachtung der Kinderwelt zeigen. Dieser Art sind: die tote Gattin, Zwielichtsgedanken, Frag mich nicht mehr! die kleine Strickerin u. a. 1868 hielt er sich in New York auf, wurde dort Mitglied der Nationalakademie, besuchte noch einmal Europa und ließ sich in Germantown bei Philadelphia nieder, wo er sich auf seinem Landsitz mit Blumenmalerei beschäftigt.

Lambert (spr. langbär), Louis Eugène, franz. Tiermaler, geboren im September 1825 zu Paris, Schüler von Eug. Delacroix, malt geistreich aufgefaßte, charakteristisch treue Tierbilder, oft mit einem komischen Anflug; besonders berühmt sind seine Hunde- und Katzenbilder, z. B.: der beneidete Ruheplatz, vorausgehende Uhr, der herannahende Sturm zwischen Hund und Katze, Ziegenhirtin, Lüsternheit und die noch 1878 ausgestellten: provisorische Einsetzung, beim Spiel, Familie, gefallene Größe, die Katzen des Kardinals und auf dem Anstand. In den Ausstellungen von 1865, 1866 und 1870 erhielt er Medaillen und 1874 das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Lambron (spr. langbróng), Albert, franz. Maler, geboren zu St. Calais (Sarthe), Schüler von Flandrin u. Gleyre, bringt in seinen Bildern, die ein großes Talent, viel Humor und eine gewandte Technik verraten, die sonderbarsten Einfälle zu Tage, am liebsten Harlekinaden, durch die er ein großes Publikum anzuziehen sucht; z. B.: Hanswurst und Pierrot, die am Aschermittwoch einem Totengräber begegnen, oder auch ein Polichinell, der verzweiflungsvoll mit einem zerknitterten Liebesbrief an einem Baum lehnt. Dergleichen bizarre Einfälle erscheinen gewöhnlich in lebensgroßen Figuren.

Lami, Eugène Louis, franz. Aquarellmaler im Genre, geb. 12. Jan. 1800 zu Paris, war Schüler von Gros und von Horace Vernet und besuchte die École des beaux-arts. Er widmete sich zuerst ↔ der Lithographie, dann dem Aquarell und war in letzterer Kunst der Lehrer der Prinzen von Orléans. Später malte er auch in Öl. Er arbeitete für verschiedene illustrierte Journale, gab mehrere Sammlungen von Lithographien heraus, z. B. eine sehr beifällig aufgenommene Reise in England und Schottland. Seine eignen Reisen erstreckten sich über fast ganz Europa; am erfolgreichsten war die nach der Krim während des dortigen Kriegs. Er zeigt daher in seinen Bildern eine ungewöhnliche Vielseitigkeit der Stoffe, bald historische Darstellungen, bald Genrescenen aus dem Leben der vornehmen Welt, namentlich Rußlands, am häufigsten Schlachtenscenen, in den Aquarellen stets von eleganter, leuchtender Farbe. Unter seinen historischen Bildern nennen wir nur: Karl I. empfängt auf seinem Weg zum Kerker eine Rose, Scene bei der Krönung Nikolaus' I., Cromwell, die Schlacht an der Alma (1855). Unter den Aquarellen, denen er sich infolge eines längern Aufenthalts in England mit Vorliebe widmete, sind besonders hervorzuheben: ein Ball in den Tuilerien, Einnahme von Konstantine, ein Ball in der Oper, mehrere Architekturbilder aus Genua, Scenen aus den Werken Alfred de Mussets, Abdankung der Maria Stuart, das letzte Autodafee in Madrid 1670, Trianon im Jahr 1750 (1873), der Reformator Knox vor Maria Stuart und andre. Auch für die Gallerie in Versailles malte er mehrere Schlachtenbilder. 1837 ward er Ritter und 1863 Offizier der Ehrenlegion.

Lamme, Ary Johannes, holländ. Genremaler, geb. 1812 zu Dordrecht, erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater und hatte später in Paris seine Vettern, die Brüder Ary und Henri Scheffer, zu Lehrern. Eins seiner ersten Bilder, für welches er 1836 die goldne Medaille erhielt, war ein Familienstück aus dem 16. Jahrh.; später malte er Genrescenen sowohl aus frühern Jahrhunderten wie aus dem jetzigen Volksleben, unter denen wir nur die Vaterlandsliebe des Bürgermeisters Adrian van der Werff, eine Wachtstube aus dem 17. Jahrhundert und der gefährliche Posten nennen.