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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Lefuel; Legros

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Lefuel - Legros.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Lefebvre'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

franz. Historien- und Porträtmaler, geb. 16. Okt. 1805 zu Paris, trat als Schüler von Gros mit seinem ersten Bilde, der Gefangene von Chillon, 1827 auf, nachdem er bereits einige Reisen in Europa gemacht hatte. Seine Bilder, die noch etwas an die Davidsche Schule erinnern, sind von klarer, verständiger Komposition, aber etwas hartem Kolorit. Von den in den letzten 30 Jahren entstandenen nennen wir nur: die Frau des Kandaules, Ecce homo (1855), der Triumph der Amphitrite (1857), der heil. Ludwig landet in Damiette (1859), büßende Magdalena, Tod Wilhelms des Eroberers, Moses auf dem Berg Sinai (1864), Erziehung der heiligen Jungfrau durch ihre Mutter (1875), Abschied des Petrus und Paulus vor ihrem Märtyrertod (1876) und einige Porträte, z. B. das Jules Favres. Wandmalereien führte er aus in der Kirche St. Louis en l'Ile. 1859 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

2) Jules Joseph, franz. Maler, geb. 10. März 1836 zu Tournan (Seine-et-Marne), erhielt seine erste Ausbildung in Amiens, wurde in Paris Schüler von Cogniet, debütierte schon in der Weltausstellung 1855 mit einem Porträt und erhielt 1861 für das Bild: der Tod des Priamos den großen römischen Preis. In Rom entstanden: der eine tragische Maske malende Jüngling, eine Caritas Romana (1864), die Wallfahrt zum Sacro Speco, dem Benediktinerkloster bei Subiaco, ein schlafendes junges Mädchen, die Nymphe und Bacchus (1866, Museum des Luxembourg) sowie der Papst Pius IX. in der Peterskirche zu Rom (1867). Noch mehr Beifall als diese Bilder fand 1868 seine ruhende Frauengestalt, die eine meisterhafte Technik zeigte (im Besitz von Alexandre Dumas), und ebensoviel Aufsehen machte 1870 die »Wahrheit«, eine nackte Frauengestalt, die eine leuchtende Kugel hoch über dem Haupt hält (im Luxembourg). Sie brachte ihm das Kreuz der Ehrenlegion ein. Unter seinen Porträten wurde das des kaiserlichen Prinzen (1874) das bekannteste. 1879 brachte er in der überraschten Diana, einer Reminiscenz an die italienischen Meister des ↔ 15. Jahrh., ein zwar elegantes, aber in der Ausführung hinter dem Gedanken zurückbleibendes Bild. 1878 wurde er Offizier der Ehrenlegion.

Lefuel (spr. löfüäll), Hector Martin, franz. Architekt, geb. 14. Nov. 1810 zu Versailles, erhielt Unterricht von seinem Vater, dann vom Architekten Huyot (gest. 1840), besuchte die École des beaux-arts und erhielt 1839 für den Entwurf eines Stadthauses für Paris den großen römischen Preis. Nach seiner Rückkehr aus Rom eröffnete er in Paris ein viel beschäftigtes Atelier. Um 1848 wurde er Architekt des Schlosses Meudon, dann desjenigen in Fontainebleau und erhielt 1854 nach dem Tod Viscontis den Auftrag der Verbindung des Louvre mit den Tuilerien, die 1857 beendet wurde. Um dieselbe Zeit baute er auch für den Finanzminister Achille Fould ein Palais im Faubourg St. Honoré und leitete die innere Ausschmückung des Staatsministeriums im Louvre. Er wurde Generalarchitekt des Louvre und der kaiserlichen Paläste, Mitglied der Jury für Architektur in der École des beaux-arts, 1854 Ritter, 1857 Offizier, 1867 Kommandeur der Ehrenlegion und starb 1. Jan. 1881 zu Paris.

Legros (spr. lögróh), Alphonse, franz. Maler und Radierer, geb. 8. Mai 1837 zu Dijon, war anfangs Zimmermaler, kam 1851 nach Paris, wo er Schüler von Cambon wurde, den er später mit Lecoq de Boisbaudran vertauschte, der einen sehr wohlthätigen Einfluß auf ihn ausübte. Er zeigt eine gewisse Schärfe der Beobachtung, Wahrheit des Ausdrucks, warmes Kolorit, vernachlässigt aber bisweilen die Details. Er bereiste Spanien und ließ sich 1866 in London nieder, wo er auch die Radierkunst betreibt. Von dort aus gelangte er allmählich auch in Frankreich zu bedeutendem Ruf. Zu den hervorragendsten seiner Schöpfungen gehören: das Abendgebet (1859), das Ex voto, d. h. Frauen mit einem jungen Mädchen vor einer Dorfkapelle (1861, Museum in Dijon), die Steinigung des Stephanus (Museum in Avranches), Mönche im Gebet (in Alençon), die ehrenvolle Strafe (Museum des Luxembourg), die Pilger-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 327.