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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Martens; Martersteig

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Mariens - Martersteig.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Marshall'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

maler, stellte seit Anfang der 70er Jahre in der Akademie zu London und in andern Städten Landschaften aus verschiedenen Gegenden Englands aus, die mit großem Beifall aufgenommen wurden.

2) James, Historien- und Landschaftsmaler, geb. 1838 zu Amsterdam, kam schon in früher Jugend mit seinen Eltern nach Weimar, wo er es mit Hülfe Eckermanns endlich durchsetzte, daß er Maler wurde und in Prellers Atelier Aufnahme fand, in welchem er sich zunächst dem Porträt zuwandte. 1856 ging er auf die Akademie in Antwerpen und bildete sich besonders unter de Keyser im Kolorit aus. Aus dieser ältern Zeit stammt sein noch im Geiste der alten Niederländer gemaltes Bild: Erasmus von Rotterdam in Frobens Druckerei zu Basel. Nach einem Besuch in Paris kehrte er nach Weimar zurück und wurde hier von Prellers und Genellis klassischen Kompositionen so gefesselt, daß er sich mehr auf die Ausbildung der Form wandte und seine Kompositionen, mythologische und landschaftliche Scenen, mehr im Geist Genellis schuf, so namentlich: seinen Bacchuszug (Kohlezeichnung), das Kabinettsstück der Entstehung von Tartinis Teufelssonate (Gallerie Schack in München), den Genius Weimars als Fries im dortigen Theater, die (genrehafte) Vorbereitung zur Dornenkrönung Christi, Ahasverus weist den Heiland von der Schwelle und vor allen die großartige Landschaft mit dem Bacchuszug. Im neuen Hoftheater zu Dresden malte er in den letzten Jahren den Prosceniumsfries (die poetische Gerechtigkeit) und nach Sempers Entwurf den Plafond des Zuschauerraums.

3) William Calder, engl. Bildhauer, geb. 1813 zu Edinburg, bildete sich in London unter Chantrey und Baily aus, besuchte 1836 Italien, kehrte dann nach England zurück und nahm 1839 seinen Wohnsitz in London, wo er 1842 Genosse der schottischen und 1852 Mitglied der Londoner Akademie wurde. Seine Bildwerke sind meistens poetische Idealgestalten von großer Anmut oder auch Bildnisse. Zu den besten gehören: der zerbrochene Krug (1842), Rebekka (1843), das erste Flüstern ↔ der Liebe (1845), ruhende Tänzerin (1846, prämiiert von der Art Union), Zephyr und Aurora (1849), und aus den letzten zehn Jahren: der christliche Märtyrer (1871), Ruth, Genesung, Statue Pygmalions, der verlorne Sohn (1877), Gelübde an Pan (1878). Für das Parlamentsgebäude schuf er die Statuen des Lords Clarendon und Lords Somers, die Bronzestatue Sir Robert Peels in Manchester, die Statuen Jenners (im Kensingtongarten) und Campbells, die Bronzestatue Cromptons, Erfinders der Spinnmaschine (in Bolton), die Statue Sir George Greys in der Kapstadt und das Denkmal des Herzogs von Wellington in der Paulskirche zu London. 1878 erhielt er den französischen Orden der Ehrenlegion.

Martens, Theodor, Landschaftsmaler, geb. 1822 zu Wismar, erlernte die Kunst unter Aug. Weber in Düsseldorf, später unter Lambinet in Paris und durch fleißiges Studium der französischen Stimmungsmaler Corot, Diaz und Daubigny, deren Weise einen großen Einfluß auf ihn ausübte. Seine fast nur deutschen Landschaften zeigen eine feine Beobachtung der Natur und einen großen Reichtum des Kolorits, z. B.: Landschaft an der Ostsee, auf der Höhe in Thüringen, mehrere Partien bei Wismar (Weidengruppe beim Mühlenteich), der Wasserfall, Seestück u. a.

Martersteig, Friedrich Wilhelm, Historienmaler, geb. 11. März 1814 zu Weimar, machte zuerst hier seine Studien 1829-34 und war dann vier Jahre Schüler der Akademie in Düsseldorf unter Hildebrandt, verdankt aber den Hauptteil seiner Ausbildung als Historienmaler seinem Aufenthalt in Paris unter Delaroche. Nachdem er den Anfang mit einigen Genrebildern gemacht hatte, wandte er sich zur Historie und insbesondere zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, der Reformation und ihrer Vorgänger, womit er in Kartons im ganzen mehr Glück machte als in den Ölbildern, die ohne allen Reiz in der Farbe und in den Gestalten oft sehr verfehlt sind. Sein bestes Werk von trefflicher Charakteristik ist die Übergabe der Augsburgischen Konfession, viel weniger gelungen in der Hauptfigur Luthers Ein-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 356.