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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Massalow; Massard; Massau; Masure; Maswiens; Matejko

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Massalow - Matejko.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Masīni'

sein erstes recht verdienstliches Werk: Cola di Rienzi, folgten später: eine Kleopatra, Hagar, eine Statue der Adelaide Cairoli, die wegen ihres reizend behandelten Gewands bewunderte sitzende Fabiola (Wiener Ausstellung 1873) und die Gipsstatuen des Gewerbfleißes und des Handels (Pariser Ausstellung 1878).

Massalow, Nikolaus von, der bedeutendste russ. Radierer, geb. 1845 (nach andern 1846) zu Moskau, versuchte schon als 15jähriger Knabe nach der Kupferstichsammlung seines Vaters einige Blätter Rembrandts nachzuätzen, lernte von 1861 bis 1867 in Dresden unter den Kupferstechern Friedrich und Planer und vollendete seine Studien in Paris unter Flameng, der, nachdem M. zuvor die Kunsttechnik G. F. Schmidts angewandt hatte, einen großen Einfluß auf ihn ausübte. Seine Hauptwerke, die von größtem Fleiß in der Ausführung und von tüchtigem Streben nach Gesamtwirkung zeugen, sind: 40 radierte Blätter (1872 erschienen) nach Rembrandts Bildern der Eremitage in Petersburg; Jakob sieht die Himmelsleiter, nach Ferd. Bol (Dresdener Museum); der Gelehrte am Studiertisch, nach demselben; Judith, nach Moretto; sodann wieder die 1876 herausgegebenen 10 Blätter nach Rembrandt, unter denen mehrere aus dem Museum in Kassel; die Nachtwache in Amsterdam und Simsons Hochzeitsfest in Dresden. Er ist Mitglied der Kunstakademie in Petersburg.

Massard (spr. massáhr), Léopold, franz. Kupferstecher und Radierer, geboren zu Crouy sur Ourcq (Seine-et-Marne), ansässig in Paris. Er war Schüler seines Vaters Jean Baptiste Raphael Urbain M. (geb. 1775). Seine Hauptblätter (Linienmanier) sind: die Geburt der heil. Jungfrau und die unbefleckte Empfängnis nach Murillo und vor allen die meisterhaft wiedergegebene Dornenkrönung Christi, nach Tizian (die beiden letztern im Louvre); Vincenz von Paula als Galeerensklave, nach Bonnat, und einige Porträte. 1866 erlangte er eine akademische Medaille.

Massau, Franz Paul, Kupferstecher, geb. 1818 zu Köln, war 1841-50 Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Deger ↔ und in der Kupferstecherkunst insbesondere unter Keller, stellte sich, nachdem er durch einige kleinere Arbeiten die nötige Übung im technischen erlangt hatte, die große Aufgabe, das Kölner Dombild zu stechen. In meisterhafter Weise vollendete er das Blatt 1855. Seine andern, zum Teil ebenfalls bedeutenden Arbeiten sind: Christus als Weltheiland, nach Degers Bild in der Apollinariskirche; Mater amabilis, nach demselben; Mignon, nach Köhler, und einige Blätter zu Overbecks 40 Darstellungen aus den Evangelien.

Masure (spr. masühr), Jules, franz. Marinemaler, geboren zu Braine (Aisne), widmete sich unter dem Landschaftsmaler Corot in Paris der Marinemalerei, die er mit großem Geschick in der Färbung und Bewegung des meistens ruhigen Wassers (Mittelländischen Meers) und namentlich in den Lichteffekten behandelt, z. B.: Umgebung von Antibes, das Meer bei Fréjus, Bai von St. Raphael bei Fréjus, Ufer des Golfs bei Antibes (Winterbild) u. a.

Maswiens, Joseph, belg. Architekturmaler, geb. 19. Sept. 1828 zu Löwen, Schüler der dortigen Akademie sowie der Maler Genisson und de Villa-Amil in Madrid, machte 1853-54 Studienreisen in Spanien und 1855 in Frankreich. Seine Bilder, meistens Inneres von Kirchen und sonstigen Gebäuden, sind mit großer perspektivischer Richtigkeit und trefflicher Beleuchtung ausgeführt; die bedeutendsten derselben sind: Kathedrale von Toledo, das ehemalige Haus der Brauerzunft in Löwen (Museum daselbst), Kapelle San Isidoro in Madrid, die große Kapelle der Kathedrale von Toledo, Inneres der Kirche St. Gomar in Liern (bei Antwerpen).

Matejko, Johann Aloysius, poln. Historienmaler, geb. 30. Juli 1838 zu Krakau, bildete sich auf der dortigen Kunstschule und auf der Akademie in Wien aus, wo er gleich anfangs die Geschichte seines Vaterlands zum Gegenstand seiner Darstellungen nahm, die allmählich immer schärfer in der Charakteristik und meisterhafter in den Details wurden; sein Kolorit ist glänzend, aber auch manchmal zu bunt. Auf den Reichstag in Warschau 1773, der noch etwas unruhig und unfer-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 353.