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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Moreau-Vauthier; Morel-Retz; Morelli; Morgenstern

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Moreau-Vauthier - Morgenstern.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Moreau'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

Mänaden zerrissen (1866, im Museum des Luxembourg), die Rosse des Diomedes, Prometheus, Jupiter und Europa, Herkules und die lernäische Hydra, Salome, Jakob und der Engel, David, Aussetzung des Knaben Moses, Phaethon und neuerdings (1880) Galatea und Helena. 1875 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

3) Mathurin, franz. Bildhauer, geboren um 1822 zu Dijon, empfing den ersten Unterricht von seinem Vater, einem Bildhauer, und wurde dann in Paris Schüler von Ramey und von Dumont. Unter seinen sehr lobenswerten Bildwerken, fast lauter idealen und allegorischen Gestalten, sind zu nennen (seit 1848): die Blumenfee (1853, Bronzegruppe), der Sommer (1855, Marmorstatue), schlafende Kinder (1857), die Spinnerin (1859 in Bronze und 1861 in Marmor, im Luxembourg), die Studiosa (1866 in Marmor), Cornelia (Bronzegruppe), die Statuen Gregors d. Gr. und Hieronymus' für die Dreifaltigkeitskirche in Paris (1865), die Gruppe: Saltarella, die Primavera (1872, Bronzegruppe), die Reliefs am Hauptportal der Kirche St. Augustin und einige Karyatiden im Neuen Opernhaus. Er erhielt mehrere Medaillen und 1865 das Kreuz der Ehrenlegion.

Moreau-Vauthier (spr. mŏroh-wotjéh), Augustin Jean, franz. Bildhauer, geboren zu Paris, Schüler von Toussaint. Seine Bildwerke, meistens von kleinen Dimensionen, aus Marmor, Bronze oder Elfenbein, sind voll Leben und Ausdruck, z. B.: der kleine Trinker (1869), ein bronzener Amor (1872, im Museum zu Reims), italienischer Hirtenknabe (Bronze), die heil. Genoveva (Gipsstatue), Bathseba, Nereïde (beide in Marmor) und mehrere Porträte. 1877 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Morel-Retz, Louis Pierre Gabriel Bernard, franz. Maler und Zeichner, bekannt unter dem Namen Stop, geb. 5. Juni 1825 zu Dijon, studierte Jura, wurde Advokat und Doktor der Rechte, vertauschte aber 1850 in Paris diesen Beruf mit der Malerei, trat ins Atelier von Gleyre und stellte in den ersten Jahren einige Historien-, Genrebilder und Porträte aus, z. B.: ↔ Heilung des Blinden von Jericho, Pilger in Rom; allmählich aber ging er zur illustrierenden Zeichnung und Karikatur über und machte sich hierin als geistvoller Mitarbeiter der Journale »Illustration«, »Musée des familles«, »Journal amusant« und »Charivari« einen bedeutenden Namen. Mehrere dieser Zeichnungen gab er in den Sammlungen »Bêtes et gens« (1876), »Ces messieurs« (1877) und »Nos excellences« (1878) heraus.

Morelli, Domenico (eigentlich D. Soliero), ital. Historienmaler, geb. 1826 zu Neapel, bildete sich in Rom unter Camillo Guerra und studierte unter dem Einfluß Filippo Palizzis die Natur. 1855 erhielt er auf der Ausstellung in Neapel den ersten Preis, 1861 und 1867 goldne Medaillen. Seine oft mit der Landschaft verbundenen historischen oder Genrekompositionen sind von ergreifender Wahrheit und glänzendem Kolorit, z. B.: Cäsar Borgia bei der Belagerung von Capua, christliche Märtyrer, Himmelfahrt Mariä (Deckenbild im Schloß zu Neapel), Madonna mit dem Kind, Odaliske nach dem Bad, Versuchung des heil. Antonius, Christus wandelt auf dem Meer und zwei treffliche Madonnen, eine schmerzensreiche und eine tröstende. Mehrere dieser Bilder sind im Besitz des Bankiers Vonwiller in Neapel. Er lebt in Neapel und ist Mitglied zahlreicher Kunstakademien und Inhaber mehrerer Orden.

Morgenstern, 1) Karl Ernst, Landschaftsmaler, geb. 1847 zu München, lernte die Kunst bei seinem Vater Christian M. (gest. 1867) und nach dessen Tod bei Joseph Schertl (gest. 1869). Für seine landschaftlichen Studien bereiste er nicht nur das bayrische Hochgebirge, Tirol und die Schweiz, sondern auch die flachen Gegenden Norddeutschlands, Belgiens und Hollands. Zu seinen besten Landschaften, die in poetisch-ernster Stimmung, in feinem Sinn für Schönheit der Linien und in Kraft der Farbe denen seines Vaters nachstreben, gehören: Bärensee bei Hohenaschau (Oberbayern), Starnberger See (öfter gemalt), Partie am Meislinger See, Dorfpartie bei Dachau, Etyenhausen, norddeutsche Heidelandschaft, Herbstlandschaft mit

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 378.