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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Neide; Neuber; Neugebauer; Neuhaus; Neumann

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Neide - Neumann.

Neide, Emil, Historienmaler, geb. 1842 zu Königsberg i. Pr., bildete sich auf der dortigen Akademie und später auf der zu Düsseldorf und zu München unter Wilhelm Diez, worauf er Studienreisen in Deutschland, Belgien, Holland und Oberitalien machte und sich in seiner Vaterstadt niederließ. Die bedeutendsten seiner künstlerisch sehr gediegenen Arbeiten sind: das Freskobild der Astronomie (Ptolemäos beobachtet den Lauf der Gestirne) und das nach Brausewetters Entwurf ausgeführte Bild der Naturwissenschaft (beide in der Universität zu Königsberg), Psyche von Charon in die Unterwelt geführt (1873, Museum daselbst), Orpheus und Eurydike (1876) und Scenen aus der »Odyssee« im Gymnasium zu Insterburg.

Neuber, Fritz, Bildhauer, geb. 1837 zu Köln, wurde dort anfangs vom Bildhauer Stephan (gest. 1864) unterrichtet und bildete sich nachher in Wien, Berlin und Paris weiter aus. 1863 ließ er sich in Hamburg nieder und entwickelte hier zunächst in der plastischen Ausschmückung der Nikolaikirche eine reiche Thätigkeit, für die er zahlreiche sehr verschiedenartige, plastisch undankbare Statuen im Innern und besonders den kolossalen Matthäus am Turm schuf. Neben diesem Statuenschmuck schuf er meistens für Privatbesitz in Hamburg mehrere naturalistisch ausgeführte Idealfiguren von trefflicher Technik, z. B.: Mignon, die Findung des Moses, Nymphe mit dem Dionysosknaben, einen langen Fries aus den »Nibelungen« von Wilh. Jordan und mehrere treffliche Büsten, z. B. die des genannten Jordan, der Königstochter Isolde und der Dorina la bella.

Neugebauer, Joseph, Porträt-, Historien- und Stilllebenmaler, geb. 1810 zu Wien, wollte sich anfangs der Musik widmen, war dann Schüler des Bildhauers Schaller auf der Akademie, wurde 1839 Zeichenlehrer im Haus des Erzherzogs Karl, dessen Porträt er malte. Erst um 1850 besuchte er auch Italien und porträtierte dort den Papst Pius IX. und den Kardinal Antonelli. 1847 richtete er sich in Wien ein Atelier ein und schuf eine reiche Anzahl von Porträten, worin ↔ er besonders in der Auffassung der Individualität der Kinder sehr glücklich ist, ebenso Kirchenbilder, dekorative Arbeiten (Winzerinnen, Kinder mit Kaninchen u. dgl.) sowie Blumen- und Fruchtstücke.

Neuhaus, Fritz (Karl August Friedrich), Genremaler, geb. 3. April 1852 zu Elberfeld, bezog 1873 die Akademie in Düsseldorf, wo er 1874 Schüler von Gebhardt und 1½ Jahr später von Wilhelm Sohn wurde. 1878 debütierte er auf der Berliner Ausstellung mit Erfolg mit dem Bild: Aschermittwoch, auf dem ein verspätetes Maskenpärchen nach Beendigung der Frühmesse an einer Kirche vorübergeht. Dann folgte 1879 die in der Malerei etwas unruhige Scene aus dem Bauernkrieg, in der die Gräfin Helfenstein für ihren Gemahl bittet, und 1880 des Prinzen erster Ritt.

Neumann, 1) Friedrich Gustav Adolf, Zeichner, Kupferstecher und Maler, geb. 5. Juni 1825 zu Leipzig, war 1840-42 Schüler der dortigen Akademie, des Kupferstechers Henry Winkles und 1845-48 Schüler Sichlings. Er lieferte zahlreiche Zeichnungen für den Holzschnitt, namentlich für die »Gartenlaube«, ferner an Radierungen: acht Blätter zu Roßmäßlers »Wald«; zwölf Blätter zu »Minna von Barnhelm«, nach Chodowieckis Kompositionen; die Auferweckung der Tochter des Jairus, nach v. Gebhardt; Rast auf der Flucht, nach Karl Hoff; die unfehlbare Niederlage, nach Grützner, und an Kupferstichen: die Ruhmeshalle der deutschen Musik, nach Lindenschmit; Überfahrt am Schreckenstein bei Aussig, nach Ludwig Richter, und zahlreiche Porträte und Stiche zur Schiller- und Goethe-Gallerie von Ramberg und Pecht. Seit mehreren Jahren ist er auch als Aquarellmaler thätig.

2) Johann Karl, dän. Marinemaler, geb. 14. Aug. 1833 zu Kopenhagen, besuchte von 1847 an die dortige Akademie, bildete sich aber in der Marinemalerei ohne Lehrer aus. 1862 und 1863 machte er Reisen in Deutschland, Italien und Frankreich, 1867 in Spanien und Marokko und 1873 im Orient. Zu seinen besten, stimmungsvollen Bildern gehören: einige von der Küste von Genua, dänisches Linienschiff vor Anker, Schiffe unter Land, das

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 391.