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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Reignier; Reinhardt; Reinhart; Reiß

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Reignier - Reiß.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Reiffenstein'

thes »Wahrheit und Dichtung« (11 Blätter). 1868 wurde er zum korrespondierenden Mitglied des Cercle artistique in Belgien ernannt.

Reignier (spr. ränjéh), Jean Marie, franz. Blumenmaler, geb. 3. Aug. 1815 zu Lyon, besuchte die dortige Kunstschule und wurde später Professor an derselben. Blumen und Früchte behandelt er in meisterhafter Weise. Neben einigen Genrebildern sind aus den letzten Jahren zu nennen: der Frühling, Blumen in einer Grotte u. a. 1863 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Reinhardt, 1) Johann Jakob, Landschaftsmaler, geb. 1835 zu Mannheim, sollte anfangs Kaufmann werden, folgte aber seiner Neigung zur Kunst und bezog 1852 die Akademie in Düsseldorf, wo er sich unter Wintergerst und in der Landschaftsmalerei unter Schirmer ausbildete, mit dem er auch eine Studienreise nach Oberitalien machte. Später lebte er ein Jahr in Karlsruhe, kehrte dann nach Mannheim zurück und folgte von dort einem Ruf als Hofmaler nach Koburg. Seine Stimmungslandschaften sind in Komposition und Zeichnung gewöhnlich besser als im Kolorit, das oft etwas hart und trocken ist.

2) Robert, Architekt, geb. 1843 zu Ravensburg (Württemberg), war 1862 bis 1866 Schüler von Leins in Stuttgart, machte dann eine Studienreise nach Italien, besuchte 1867 Paris, war mit Zeichnungen und Modellen für die neue Johanniskirche (von Leins) in Stuttgart beschäftigt und führte zahlreiche Bauten in Stuttgart, Heilbronn und andern süddeutschen Städten aus.

Reinhart, 1) Benjamin Franklin, amerikan. Genre- und Historienmaler, geb. 1829 bei Waynesburg (Pennsylvanien), widmete sich nach Überwindung großer Schwierigkeiten der Kunst, die er anfangs ohne Lehrer in Pittsburg betrieb. Dann war er drei Jahre Schüler der Akademie in New York und bereiste 1849 die westlichen Staaten, wo er viele Porträte malte. 1850 ging er nach Europa, verweilte in Düsseldorf und in Paris und kehrte nach drei Jahren nach Amerika ↔ zurück, wo er in verschiedenen Städten thätig war, bis der Ausbruch des Bürgerkriegs ihn veranlaßte, nach London zu gehen, wo er als Genremaler sehr geschätzt wurde. 1868 nahm er seinen Wohnsitz in New York und malt jetzt Kabinetts- und historische Genrebilder, unter denen manche sehr beliebt und durch den Stich verbreitet wurden. Dahin gehören: Kleopatra, Evangeline (nach Longfellow), die Nymphen des Waldes, Washington empfängt die Nachricht von der Verräterei des Generals Arnold, der Trost, die Beerdigung, der junge Franklin und Sir William Keith, die Regatta, die Zierde des Dorfs und zahlreiche Porträte namhafter Persönlichkeiten.

2) Charles, amerikan. Zeichner und Illustrator, geb. 1844 zu Pittsburg, war während des Bürgerkriegs drei Jahre lang bei den Eisenbahnen in Virginia angestellt und arbeitete vier Jahre in einer Stahlmanufaktur seiner Vaterstadt. Erst 1868 ging er, um sich der Malerei zu widmen, nach Paris und von da nach München, wo er Schüler der Akademie wurde. Dann kehrte er nach New York zurück, war über sechs Jahre im Geschäft von Harper and Brothers beschäftigt und eröffnete 1876 ein eignes Atelier, aus welchem seitdem Federzeichnungen für Journale, Genrebilder in Aquarell und Öl hervorgingen, z. B. die Aquarelle: das Ende des Tags, Holzsammeln (1877), an der Fähre, und die Ölbilder: Ertappt, Aufheiterung, der Verweis u. a.

Reiß, Joseph, Bildhauer, geb. 25. Okt. 1835 zu Düsseldorf, war Schüler der dortigen Akademie und machte dann Studienreisen in Deutschland, Belgien und Holland. Nachdem er sich zuerst durch einige Arbeiten in Holz bekannt gemacht hatte (z. B. durch eine Madonna für die Pfarrkirche in Andernach), führte er andre Arbeiten für Kirchenaltäre in echt kirchlichem Geist voll religiöser Empfindung aus. Seine Hauptwerke sind zwei in Duisburg befindliche Denkmäler: ein Kriegerdenkmal mit der Gruppe der Geschichte (1875 und 1876) und das 1878 enthüllte treffliche Denkmal des Geographen Gerhard Kremer (Mercator).