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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Remy; Renaud; Renie; Rentzell; Rethel; Rettich

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Remy - Rettich.

Remy, Marie, Blumenmalerin, geb. 21. Nov. 1829 zu Berlin, Tochter des Historien- und Porträtmalers August R. (gest. 1872), von dem sie gründlichen Zeichenunterricht empfing, war sodann Schülerin von Hermine Stilke und von dem Blumen- und Stilllebenmaler Th. Grönland. Sie machte nach England, Paris, der Schweiz, Tirol und zu wiederholten Malen nach Italien Reisen, die von großem Einfluß auf ihre künstlerische Entwickelung waren, und ist Mitbegründerin des Berliner Vereins der Künstlerinnen. Ihre Hauptwerke sind: das italienische Album »Kennst du das Land?«, das Album »Blumen am Lebensweg«, mehrere Hefte Blumenvorlagen, manches andre Blumenalbum und zahlreiche nur »Blumenstück« oder »Stillleben« betitelte Ölbilder. 26 Blätter (italienische Blumen und Früchte, in Gouache gemalt) besitzt von ihr die Nationalgallerie in Berlin. Seit einigen Jahren erteilt sie am Victorialyceum botanischen Zeichenunterricht.

Renaud (spr. rönóh), Edouard, franz. Architekt, geb. 1808 zu Gravelines (Nord), erhielt seinen ersten Unterricht in Cambrai, kam zu Paris in das Atelier von Alavoine und machte sein Debüt 1843 mit dem Bau eines Hauses im Renaissancestil auf der Place St. Georges (mit Lechesne). Nachher brachte er mehrere architektonische Zeichnungen und Restaurationsentwürfe auf die Ausstellungen, ward 1849 Architekt von Paris und 1860 Generalkontrolleur der städtischen und Departementsbauten. Zu seinen Hauptbauten gehören: das Schloß Armainvilliers (1864), der Umbau des Stadthauses in Cambrai und das Palais der französischen Gesandtschaft in Therapia (Türkei). Eine interessante Polemik hatte er in der »Gazette des beaux-arts« gegen Beulé über die Entdeckungen auf der Akropolis. 1858 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Renie (spr. röníh), Jean Emile, franz. Landschaftsmaler, der als Schüler von Th. Rousseau und Diaz deren Richtung in der realistischen Stimmungslandschaft folgt. Seine Bilder sind von tiefer Empfindung, kräftig und effektvoll im Kolorit; z. B.: der Strand von Mont St. Michel ↔ in der Normandie, Plateau von Bellecroix, Abend im Wald von Fontainebleau, die alte Eiche zu Dagneau u. a.

Rentzell, August von, Genremaler, war anfangs Schüler von Karl Begas in Berlin, ging auf eine Zeitlang nach Düsseldorf und nahm dann in Berlin seinen Wohnsitz. In seinen bisweilen landschaftlichen Genrebildern, die manchmal von allzu lebhafter Färbung sind, liebt er die Schilderung komischer Situationen und kleiner Fatalitäten des menschlichen Lebens; z. B.: eine Droschke, die bei Regenwetter von mehreren in Anspruch genommen wird, verspätetes Einpacken (1842), Schafstall, Bilderhändler in einem Tiroler Dorf, der erste Ritt, Sonntagsmorgen, schlafende Großmutter (Gallerie Ravené in Berlin), Reisende an der österreichischen Grenze etc.

Rethel, Otto, Historien-, Genre- und Porträtmaler, geb. 26. Dez. 1822 zu Aachen, besuchte die Akademie in Düsseldorf, wo sein berühmter Bruder Alfred R. (gest. 1859), Karl Sohn und W. v. Schadow seine Lehrer waren, malte zu Ende der 50er Jahre und später mehrere recht ansprechende biblische Bilder, z. B.: Boas findet Ruth Ähren lesend (1855, im Museum zu Leipzig), die tief empfundene Rückkehr des Tobias, Paulus und Silas, Christus am Ölberg (evangelische Kirche in Oppeln) und andre Altarwerke; später häufig Genrebilder: Wiedersehen nach überstandener Krankheit, die kleinen Gratulanten, am Herd, im Trauerhaus, ernste Kindheit, das glückliche Alter etc. Sehr gerühmt werden sowohl in der Auffassung wie im Farbenton des Fleisches seine Porträte.

Rettich, Karl Lorenz, Landschaftsmaler, geb. 1841 zu Rosenhagen (Mecklenburg-Schwerin), ging, um Jura zu studieren, 1859 nach München, trat aber zur Landschaftsmalerei über und wurde Schüler von Ad. Lier, begab sich 1862 nach Düsseldorf, wo er bis 1867 Schüler von Albert Flamm und Th. Hagen war, und ließ sich, nachdem er 1867-70 in Dresden gelebt hatte, 1871 in Weimar nieder. Glücklicher als in seinen ersten Bildern aus dem bayrischen Hochland war er in

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 436.