Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Rustige; Ruths; Ruyten

454

Rustige - Ruyten.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Ruß'

seine Richtung und strebte nur nach einer brillanten Technik und einer äußern Eleganz. Mit großer Gewandtheit beherrscht er alle künstlerischen Mittel und weiß die seltensten Effekte wiederzugeben, aber es fehlt ihm an Sinn für feinere Farbenwirkung. Die ersten sensationellen Erfolge erzielte er um 1870 mit seinen Bildern aus der Umgegend von Eisenerz, denen dann als Hauptbilder folgten: Motiv aus der Ramsau, Mühle in Südtirol, ein venetianisches Lagunenbild, holländische Windmühle, Fürstenburg bei Burgeis (Gallerie des Belvedere in Wien), das Schloß in Heidelberg (ebendaselbst), Waldbild aus dem Jahr 1874, Wallfahrtszug und Partie aus dem Wurstelprater (reich an genrehaften Zügen).

Rustige, Heinrich Franz Gaudenz von, Historien-, Genre- und Landschaftsmaler, geb. 12. April 1810 zu Werl (Westfalen), war 1828-36 Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Wilh. v. Schadow, zog dann nach Frankfurt a. M., von wo er längere Studienreisen nach Wien und Ungarn, später nach Dresden, Berlin, Belgien, Frankreich u. England machte. 1845 wurde er Professor an der Kunstschule in Stuttgart und Inspektor der Staatsgallerie und der Privatgallerie des Königs. Aus seinen Bildern sprechen, wenn auch kein hervorragendes Talent, doch eine große Geschicklichkeit in Anordnung und Ausführung sowie ein lebendiger Sinn für Charakteristik. Zu den frühesten derselben gehören: der französische Invalide (1832), Gebet beim Gewitter (1836, Nationalgallerie in Berlin), rheinische Kirmes (1838), ungarische Einquartierung, der Dorfarzt; bekannter wurden im allgemeinen unter seinen spätern Bildern: Rubens im Atelier seiner Schüler, Herzog Alba im Schloß zu Rudolstadt (1861, Gallerie in Stuttgart), Till Eulenspiegels Schwänke, Überführung der Leiche Kaiser Ottos III. von Italien nach Deutschland, eine Spielbank, die Schmollenden, Kaiser Friedrich II. und sein Hof zu Palermo, Kreuzfahrer in der Wüste, Rubens führt seine Gattin in das Atelier seiner Schüler und das wiedergefundene Kind. Die meisten dieser Bilder wurden ↔ nur mit geteiltem Beifall aufgenommen. Als lyrischer und dramatischer Dichter brachte er Gedichte ernsten und humoristischen Inhalts und historische Dramen.

Ruths, Joh. Georg Valentin, Landschaftsmaler, geb. 6. März 1825 zu Hamburg, wollte sich anfangs dem Kaufmannsstand widmen, ging 1843 zur Steinzeichnung über, wurde 1846 Schüler der polytechnischen Schule in München und nachher des Antikensaals der Akademie. Das Steinzeichnen setzte er auch nach seiner Rückkehr in Hamburg fort, bis er 1850 nach Düsseldorf ging und in der Landschaftsmalerei Schüler von Schirmer wurde. 1855 trat er eine Reise nach Italien an, blieb zwei Jahre in Rom und nahm 1857 seinen Wohnsitz in Hamburg, von wo er später noch manche Studienreise nach dem Süden machte. Er malt italienische und Alpenlandschaften, mit Vorliebe norddeutsche Waldlandschaften oder auch Heiden und große Ebenen, meistens von ernster, elegischer Stimmung und sauberer, höchst anziehender Durchführung. Aus den in fast allen deutschen Gallerien und zahlreich im Privatbesitz (am meisten in Hamburg) befindlichen nennen wir nur: Abend im Sabinergebirge (1856, Kunsthalle, in Hamburg), römische Campagna, Hochwald, Waldlandschaft im Morgennebel, hessische Landschaft, nordische Heide, Spaziergang am Sommerabend, Hünengrab an der Küste der Ostsee, Thal der Egeria, Herbsttag am Rhône, Waldbrunn, die große, aber ziemlich verfehlte Ziegelhütte bei Olevano, Landschaft im Sabinergebirge, der erste Frühlingstag, Abenddämmerung auf einer Heide am Harz, der Morteratschgletscher aus dem Berninagebirge, die ideale holsteinische Morgenlandschaft à la Claude Lorrain und Waldlandschaft bei Lugano. Er wurde 1869 Mitglied der Akademie in Wien.

Ruyten (spr. reut'n), Joannes Michael, belg. Maler von Stadtansichten und Hafenbildern, geb. 9. April 1813 zu Antwerpen, war anfangs dort Schüler von Regemorter und nach dessen Tod (1830) von dem gleichfalls früh (1839) verstorbenen Nuyen im Haag. Sein Fach der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 455.