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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Tayler; Teichs; Ten Kate; Tenniel; Teschendorff

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Tayler - Teschendorff.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Tautenhayn'

Antike. Die erste größere unter seinen Arbeiten, welche von einer seltenen Fertigkeit, aus dem Großen plastisch zu reduzieren, zeugen, waren die Modelle zu den ungarischen Krönungsmedaillen. Später errang er sich die Ernennung zum Kammermedailleur durch die beiden ebenso poetisch konzipierten wie meisterhaft ausgeführten Orientmedaillen, nämlich die Suez- und die Jerusalem-Medaille; auf den Bildseiten beider gehören die Köpfe des Kaisers zu den besten Bildnissen des Monarchen. Dazu kam später, abgesehen von vielen bloßen Porträtmedaillen, noch die höchst originell gedachte auf die Enthüllung des Kaiser Max-Denkmals in Triest.

Tayler (spr. téhl'r), Frederick, engl. Jagdmaler in Aquarell, geb. 30. April 1804 zu Elstree Herts (Hertfordshire), wurde Schüler der Akademie unter Saß, ging dann nach Italien und kam auf der Rückreise nach Paris, wo er Studien nach der Natur und nach Géricault machte und mit Delaroche und Bonington in Verkehr trat. Die Motive seiner Bilder entlehnte er großenteils den schottischen Hochlanden, wo er als eifriger Jäger die Tierwelt studierte. Aus seinen zahlreichen Werken erwähnen wir nur unter den spätern: Fischotterjagd in den Hochlanden, nach dem Treibjagen, das Warten auf die Hetzhunde, die Falkenjagd, Mahlzeit im Wald, Geschäft und Vergnügen, der ländliche Wundarzt, Morgen auf der Jagd zur Zeit Georgs II., des Wildjägers Tochter und Vieh im Fährboot. Seine Bilder zeichnen sich durch große Naturtreue, ungemeine Wahrheit in den Bewegungen der Tiere und kräftige Farbe aus. 1855 wurde er bei Gelegenheit der Pariser Ausstellung Ritter der Ehrenlegion: 1858-1871 war er Präsident der Gesellschaft der Aquarellisten in London. - Auch sein Sohn Norman T. machte sich durch einige landschaftliche Aquarelle bekannt und wurde 1878 Genosse der Gesellschaft der englischen Aquarellisten.

Teichs, Friedrich Adolf, Historienmaler, geb. 1812 zu Braunschweig, studierte anfangs Jurisprudenz, ging in München zur Architektur und dann zur Malerei über, machte Studienreisen in ↔ Ungarn, Tirol und Oberitalien und besuchte die Akademie in Düsseldorf (1834-1836). Seine historischen und Genrebilder zeigen wohl ein Gefühl für Schönheit der Komposition und der Linien, sind aber im Kolorit meistens ohne große Wirkung. Zu den besten gehören: gefangene Griechen von Mamelucken bewacht (1837) und das Totenmahl der Girondisten (1849), das seiner Zeit durch die ergreifende Situation und die trefflichen Charaktere große Bewunderung erregte. Später brachte er noch: Besuch im Kloster, trat aber seit den 60er Jahren wenig mehr in die Öffentlichkeit.

Ten Kate, Hermann, s. Kate.

Tenniel (spr. ténnihl), John, engl. Historienmaler und Illustrator, geb. 1820 zu London, zeigte schon früh ein großes Talent zur Malerei, bildete sich ganz als Autodidakt aus und machte sich zuerst 1845 bekannt durch seinen preisgekrönten Karton: die Gerechtigkeit, der, in der Westminsterhalle al fresco ausgeführt, ein Werk von großer Meisterschaft ist. Nachher widmete er sich, abgesehen von einigen kleinern Bildern für Privatsammlungen, ganz der Illustration des »Punch«, der Weihnachtsbücher, der Fabeln des Äsop, des Journals »Once a week« und andrer Bücher und Zeitschriften.

Teschendorff, Emil, Historien-, Genre- und Porträtmaler, geb. 1823 zu Stettin, studierte anfangs Theologie, ergriff dann die Malerei und wurde Schüler von Piloty in München, malte dort zunächst mehrere naturalistische Bilder aus dem Leben Luthers und zog hierauf nach Berlin, wo er anfangs viele Bildnisse malte. Mit besonderer Vorliebe kultiviert er die Einzelfigur in malerischer Attitüde, bald Gestalten aus dem Altertum, bald aus Dichtern oder aus der modernen Welt, z. B.: Julie mit dem Schlaftrunk, Kleopatra, Ariadne, Zeitvertreib (1880). Seiner Neigung zum Sentimentalen und Melancholischen entsprechend, hat er ein zartes, duftiges Kolorit, das sich aber bei tragischem Inhalt (Ödipus und Antigone, 1879) zu größerer Kraft erhebt. Einen klaren, heitern Ton zeigte sein ganz romantisch behandeltes Bild: Konradins Abschied von seiner Mutter in Hohenschwangau (1868),

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 517.