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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Wieder; Wiegmann; Wielemans; Wiener

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Wieder - Wiener.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Widnmann'

Thätigkeit sowohl in idealen und mythologischen Gegenständen als auch namentlich in monumentalen Porträtstatuen und Büsten. Aus dieser überaus reichen Zahl heben wir als die bedeutendsten Arbeiten hervor: das Denkmal des Bischofs Julius in Würzburg, die Statuen Orlando di Lassos (1848) und Westenrieders auf dem Promenadenplatz in München, die Marmorstatue Rauchs auf der Außenseite der Glyptothek, das eherne Schiller-Denkmal (1863), das für eine seiner besten Schöpfungen gilt, ebenso das eherne Goethe-Denkmal (1869) und das nach einer von Schwanthaler angeregten Idee von ihm ausgeführte meisterhafte Reiterstandbild König Ludwigs I., begleitet von zwei (weniger gelungenen) Pagen und am Piedestal mit den Bronzestatuen der Poesie und Religion, der Kunst und der Industrie (1862). Dazu kommen die Erzstatuen Ifflands (1864) und Dalbergs (1866), beide in Mannheim, das Grabdenkmal der Großherzogin Mathilde von Hessen-Darmstadt und neuerdings die beiden Kolossalfiguren des Kastor und Pollux für das Hauptportal des noch unvollendeten Akademiegebäudes in München. Fast alle diese Arbeiten, wenn auch mehr Produkte des Verstands als des Gefühls, zeigen einen feinen Formensinn, edlen Geschmack und reinen Stil; sie sind naturwahr, ohne die Gesetze der idealen Kunst zu verletzen. Er ist Ritter des bayrischen Michaelsordens und Professor an der Akademie in München.

Wieder, Wilhelm, Genremaler, geb. 16. Febr. 1818 zu Stepnitz in Pommern, war Schüler von Otto zu Berlin, wurde durch seine Genrebilder in Deutschland wenig bekannt, weil er meistens außerhalb desselben thätig war, einige Zeit in England, 3 Jahre in Rußland, 4 Jahre in Paris und 24 Jahre in Rom, bis er 1873 nach Deutschland zurückkehrte und sich in Berlin niederließ. Bekannt sind unter seinen Bildern namentlich die Messe bei der Kirche Araceli in Rom (1856, Berliner Nationalgallerie) und die Beichte am Gründonnerstag in der Peterskirche, Ceremonienbilder ohne Handlung und tiefere Pointe.

Wiegmann, Marie Elisabeth, geborne ↔ Hancke, Genre- und Porträtmalerin, geb. 7. Nov. 1826 zu Silberberg (Regierungsbezirk Breslau), kam 1841 nach Düsseldorf, wo sie Schülerin von Hermann Stilke und namentlich in der Porträtmalerei von Karl Sohn wurde und den Architekten und Maler Rudolf W. (gest. 1865) heiratete. Später besuchte sie für ihre weitere künstlerische Ausbildung die bedeutendern Kunststädte Deutschlands und die Gallerien in Holland, England und Venedig. Wie ihre Bilder des idealen, den Dichtungen entnommenen Genres eine poetische, echt weibliche Auffassung, ein tiefes Gefühl für Naturwahrheit und Schönheit und eine kräftige Technik zeigen, so ihre Porträte (namentlich der Kinder) eine geistvolle Auffassung der betreffenden Persönlichkeit. Solche ideale Genrebilder sind z. B.: Undine (1860), eine Betende, ein Wiedersehen u. a., und unter den Porträten bekannter Persönlichkeiten die der Gräfin Hatzfeld, des Malers Karl Sohn, des Professors Heinrich v. Sybel und des Kunsthistorikers Karl Schnaase (Nationalgallerie in Berlin).

Wielemans, Alexander von, Architekt in Wien, geb. 1843, war anfangs Schüler von van der Nüll und Siccardsburg, trat dann mit 25 Jahren beim Gotiker Friedrich Schmidt ein, wo er bis zum Herbst 1874 blieb. Er beteiligte sich durch Entwürfe bei den Konkurrenzen für den Centralfriedhof (gotisch), für das Kurhaus in Ischl (italienische Renaissance), für das Rathaus in Großenhain (deutsche Renaissance), für das Musik- und Kunstvereinsgebäude in Prag (italienische Renaissance) und mit glänzendem Erfolg für den Justizpalast in Wien, der, in den 70er Jahren von ihm errichtet, die Anmut der italienischen mit der malerisch wirkenden Kraft der deutschen Renaissance in glücklicher Weise verbindet.

Wiener, 1) Jakob, belg. Medailleur, geb. 2. März 1815 zu Venloo, begann mit 13 Jahren seine Studien in Aken bei L. Baruch und setzte sie 1837-40 unter Levesque in Paris fort, worauf er sich in Brüssel als Medailleur niederließ. Man hat von ihm zahlreiche treffliche Medaillen auf denkwürdige Begebenheiten der Neu-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 557.