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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Windmaier; Winge; Winkler; Winter

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Windmaier - Winter.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Wilms'

Figuren dagegen nicht immer gelungen, z. B. der durch Erbschaft reich gewordene Student (1838). Zu seinen besten Stillleben gehören: Punschservice bei Lampenlicht (1840), die Revolution im Maleratelier (1851), ein Eichhörnchen, Frühstück mit Champagner, Erdbeeren u. a.

Windmaier, Anton, Landschaftsmaler, geb. 4. April 1840 zu Pfarrkirchen (Niederbayern), erlernte, unter sehr bescheidenen Verhältnissen aufwachsend, bis 1851 das Tischlerhandwerk, wandte sich dann zur Zimmermalerei und trat 1862 bei einem Dekorationsmaler in München ein, wo er daneben seinem innern Beruf zur Landschaftsmalerei folgte und es nun als Autodidakt so weit brachte, daß er 1870 im dortigen Kunstverein sein erstes Ölbild ausstellen konnte. Der Erfolg desselben ermutigte zu weiterm unermüdlichen Streben. Seinen Stimmungslandschaften weiß er je nach der Jahres- und Tageszeit eine treffliche Wirkung zu verleihen, z. B.: Abend bei Dachau, Winterlandschaft aus dem Englischen Garten bei München, Motiv aus dem Amperthal.

Winge, Mårten Eskil, schwed. Historienmaler, geb. 21. Sept. 1825 zu Stockholm, besuchte 1848 die Universität in Upsala, war eine Zeitlang als Postbeamter angestellt und bezog die Akademie in Stockholm, wo er 1857 für das Bild: Karl X. am Totenbett Axel Oxenstiernas die Preismedaille und ein Reisestipendium erhielt. Er ging nach Düsseldorf und Paris, wo er Schüler von Couture war, von da nach Rom und kehrte 1863 über München nach Schweden zurück. 1864 wurde er dort Mitglied der Akademie und Hofmaler, 1867 ordentlicher Professor. Aus seinem Hauptfach, der nordischen Mythologie und Heldensage, schickte er 1862 das Bild: Kraka (Nationalmuseum in Stockholm), das große Erwartungen für die Zukunft erweckte und ihn veranlaßte, auf dieser Bahn fortzuschreiten. Es folgten zunächst: Thor raubt dem Riesen den großen Kraftsieder, Olof Tryggvesson und Sigrid Storråda in Konghäll, Hialmar und Orvar Odd auf Samsö, Loke und Sigyn und (1868) der großartige Kampf Thors mit den Riesen ↔ (die drei letzten ebenfalls im Nationalmuseum). Auch das Gebiet der biblischen Geschichte kultivierte er mit Erfolg in den Altarbildern: Christus am Ölberg, Christi Auferstehung, Kreuzabnahme, Christi letzter Friedensgruß, Christus mit Brot und Wein. In allen diesen Bildern herrschten eine großartige Auffassung und kühne Zeichnung, aber ein mangelhaftes Kolorit. Außerdem brachte er mehrere bedeutende Kohlezeichnungen u. im Treppenhaus des Nationalmuseums zu Stockholm acht Porträtmedaillons. - Seine Gattin Hanna W., geborne Tengelin, geb. 4. Dez. 1838, Schülerin Boklunds und der Akademie in Stockholm, ist eine geschätzte Genremalerin, die für ihr Fach 1864 Deutschland und 1872 Frankreich bereiste und einige ansprechende Scenen aus dem schwedischen Volksleben brachte, bis sie vor mehreren Jahren wegen eines Augenübels der Ausübung der Kunst entsagen mußte.

Winkler, Olaf, Landschaftsmaler, geb. 1843 zu Zschopenthal (Königreich Sachsen), begab sich auf die Kunstschule in Weimar, wo er Schüler von Alexander Michelis wurde. Dann setzte er seine Studien in Berlin, Paris und Leipzig fort und ließ sich in Weimar nieder. Seine Bilder, oft den Alpengegenden entlehnt, sind meistens von trefflicher Wirkung, z. B.: Landschaft mit Zigeunerlager, Monte Rosa-Gletscher, Sägemühle im Unterinnthal.

Winter, 1) Heinrich, Genremaler, geb. 1843 zu Frankfurt a. M., besuchte schon vom 13. Jahr an das Städelsche Institut und wurde Privatschüler Jakob Beckers, bei dem er sich der Figuren- und der Landschaftsmalerei widmete. Mit 21 Jahren aber wendete er sich seiner ursprünglichen Neigung für die Darstellung des Pferdes zu und wurde 1868 durch seinen Landsmann, den Pferdemaler Adolf Schreyer, zu einer Reise nach Ungarn veranlaßt, wo er auf den großen Pußten die Pferde aller Rassen gründlich kennen lernte. Bei seiner Rückkehr machte er als Freiwilliger beim Sanitätskorps den Krieg von 1870/71 mit und erlebte alle Schrecknisse desselben. Die Früchte dieses Feldzugs sind unter seinen Skizzen und Zeichnungen z. B.: Transport französischer

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 562.