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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Winterfeldt; Wislicenus

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Winterfeldt - Wislicenus.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Winter'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

Gefangenen durch Loigny, Gefangene und Verwundete auf einem Wagen im Schnee, mehrere Bivouakscenen und andre Bilder, die das Gepräge der persönlichen Anschauung tragen. 1874 machte er eine für ihn sehr erfolgreiche Reise in den Orient.

2) Louis de, belg. Landschaftsmaler, geb. 1819 zu Antwerpen, Schüler von Jacobus Jacobs (gest. 1879), bereiste Deutschland und Frankreich und malte sehr geschätzte landschaftliche Darstellungen und Marinen, z. B.: Übergang durch eine Furt, Partie aus den Ardennen, Sonnenuntergang, Mondschein u. a.

Winterfeldt, Friedrich Wilhelm von, Landschaftsmaler, geb. 23. Aug. 1830 zu Dinslaken (Regierungsbezirk Düsseldorf), war 1850-53 Offizier bei der Kavallerie und wandte sich erst 1853 der Kunst zu, die er in Düsseldorf unter Gude erlernte. Dann machte er Studienreisen in den Bayrischen Alpen und im Teutoburger Wald. In seinem Hauptfach, dem Stimmungsbild, hat er mehrere sehr gediegene Leistungen gebracht: Partie vom Chiemsee, Abend am Bodensee, bei Konstanz am Bodensee u. a.

Wislicenus, Hermann, Historienmaler, geb. 20. Sept. 1825 zu Eisenach, ging 1841 auf die Akademie in Dresden, besuchte Bendemanns Atelier und schloß sich 1846 an Schnorr an, als dieser nach Dresden gekommen war. Unter der Ägide des letztern debütierte er in glänzender Weise mit dem Karton: Abundantia und Miseria, einer Komposition von edler Einfachheit und treffender Charakteristik (Karton im Museum zu Leipzig, späteres Ölbild im Museum zu Dresden). Nach einigen reizenden Zeichnungen und Malereien in Wasserfarben, unter denen besonders die vier Jahreszeiten und Glaube, Liebe, Hoffnung zu nennen sind, ging er mit Unterstützung seines Landesherrn im Herbst 1853 nach Rom, wo er bis 1857 im Verkehr mit Cornelius und andern bedeutenden Meistern ein angeregtes, thätiges Leben führte und manche belehrende Ausflüge machte. Nach seiner Rückkehr blieb er zehn Jahre in Weimar, bis er 1868 einem Ruf als Professor an der Akademie in Düsseldorf folgte, wo er 1872 beim ↔ Brande des Akademiegebäudes alle Früchte einer langjährigen Thätigkeit verlor. Da ihn sein bedeutender Schönheitssinn gleich anfangs zur monumentalen Malerei hinführte und befähigte, so beteiligte er sich in jener weimarischen Zeit neben der Ausführung zahlreicher Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder bei Konkurrenzaufgaben jenes Faches, errang zwar nicht den ersten Preis bei der Ausschmückung der Loggia des Museums in Leipzig (Prometheusmythe, im dortigen Museum), dagegen 1865 den ersten Preis der Goethe-Stiftung in Weimar für den Karton: Kampf des Menschen mit den Elementen (Museum in Weimar) und ebenso den ersten Preis für die (leider noch nicht ausgeführten) Kartons zur Ausmalung des Treppenhauses dieses Museums (Entwickelungsperioden der deutschen Kunst). Derselben Zeit gehören an die Wandgemälde in der Grabkapelle der Großfürstin Maria Paulowna in der Schloßkapelle zu Weimar, sodann im Treppenhaus des Römischen Hauses zu Leipzig die Fresken: Cornelia als Mutter der Gracchen und Brutus seine Söhne zum Tod verurteilend. Nach seiner Übersiedelung nach Düsseldorf strebte er mehr nach einem ausgebildeten koloristischen Stil, der mit gesättigtem Kolorit die Würde der monumentalen Malerei verbindet, und brachte hierin die langsam zur Vollendung geführten herrlichen vier Jahreszeiten in der Berliner Nationalgallerie. 1876 u. 1877 erhielt er bei der Konkurrenz zur malerischen Ausschmückung des Kaiserhauses in Goslar den ersten Preis und begann 1879 diese Arbeit, die ihn noch eine Reihe von Jahren beschäftigen wird. Es sind an der Westwand des Saalbaus sechs Hauptbilder mit einem noch größern Mittelbild, jene die Geschichte des ersten deutschen Kaiserreichs, dieses das neue Deutsche Reich und seinen Kaiser darstellend. An der Seite dieser sieben Hauptbilder sind acht Nebenbilder projektiert mit Bezug auf die Geschichte des Kaiserhauses, unter jenen Hauptbildern eine Reihe von Predellen. Dazu kommen gleichsam als Prolog an der Südwand drei größere Bilder mit drei Predellen und an der Nordwand drei Bilder als Epilog, während die

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 563.