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Schuppenbaum – Schuppius
fikation der Fische verwendet und danach unterschieden: Kammschupper (Ktenoiden, s. Tafel: Körperbedeckung der Tiere Ⅱ, Fig. 5 u. 9), wozu der Barsch, Glattschupper (Cykloiden, Fig. 4 u. 8), wozu Karpfen und Lachse, Schmelzschupper (s. d., Ganoiden, Fig. 7), wozu die mit Ganoidschuppen, d. h. mit Knochentafeln, die mit Schmelz überzogen sind, bedeckten Knochenhechte und die meisten fossilen Fische der ältern Schichten bis zum Jura, und Plattenschupper (Plakoiden), wozu Rochen und Haie gehören. Die S. der Reptilien sind bald auf Knochentafeln aufliegende Hornplatten, wie bei Krokodilen und Schildkröten (Fig. 16 u. 17), bald einfache Verdickungen oder verdickte Falten der Oberhaut, wie bei Schlangen und Eidechsen (Fig. 12‒15). Die S. der Gliedertiere (Schmetterlinge [Taf. Ⅰ, Fig. 22‒31], Käfer, Silberfischchen, einige Spinnen u. s. w.) sind chitinöse Kutikularbildungen (s. Cuticula), d. h. jede Schuppe besteht aus einem an der Luft erstarrten Abscheidungsprodukt einer darunter gelegenen Zelle. Diese S. haben sehr verschiedene Gestalten und Färbungen, welch letztere entweder auf Pigment beruhen, oder, wenn sie metallisch oder perlmutterartig schillern, auf besondern Brechungserscheinungen der auffallenden Lichtstrahlen, hervorgebracht durch eigentümliche Skulpturen der Oberfläche der S.
Über die S. bei Pflanzen s. Haare (Bd. 8, S. 608 a).
Als häufig vorkommendes örtliches Hautleiden der behaarten Kopfhaut bestehen die S., Kopfschuppen, Schinnen (Seborrhoea capillitii, Pityriasis capitis) in einer krankhaft vermehrten Absonderung von Hauttalg und geben sich durch die fortdauernde Abstoßung zahlloser feiner, weißer, trockner Schüppchen von abgestorbener Oberhaut sowie durch mäßiges Jucken zu erkennen. Die Krankheit hat meist einen hartnäckigen Verlauf und führt, sich selbst überlassen, sehr leicht zu vorzeitigem Haarschwund (s. d.). Bei der Behandlung des Leidens ist jede übermäßige Reizung der Kopfhaut durch enge Kamine, Staubkämme, Drahtkämme, Drahtbürsten, sog. amerikanische Bürsten, durch kalte Douchen u. dgl. sorgfältig zu vermeiden. Man beseitigt die Schuppenbildung am schnellsten durch tägliche, später seltenere Einreibungen der Kopfhaut mit einer Lösung von doppeltkohlensaurem Natron (3 g auf 180 g Wasser, dem man je 15 g Glycerin und Lavendelspiritus zusetzt); daneben wasche man den Kopf wöchentlich ein- bis zweimal mit lauem Wasser und flüssiger Glycerinseife. Sind die Haare sehr trocken, so fette man den Haarboden nach dem Abtrocknen mit einem reinen milden Öl oder mit Lanolinpomade ein; ranzige sowie stark parfümierte Öle und Pomaden dürfen durchaus nicht verwendet werden. In hartnäckigen Fällen erweist sich die Anwendung von Schwefelsalben (1 Teil Schwefelmilch auf 10 Teile Ochsenmark) wirksam.
Schuppenbaum, s. Lepidodendron.
Schuppenfelle, die Felle des Waschbären (s. d.) oder Schupp. Sie sind dichtwollig und weich, von dunklerer oder hellerer graubrauner Färbung mit hübschen Schattierungen und bilden einen wichtigen Artikel des Rauchwarenhandels. Über Leipzig gehen alljährlich 600000 S. zumeist nach Rußland, wo sie zu Pelzen verwendet werden. Schwarz oder braun gefärbt bilden sie seit einigen Jahren auch einen viel gebrauchten Modeartikel. Der Preis ist seit den letzten Jahren keiner großen Änderung unterworfen gewesen und schwankt hier in Leipzig zwischen 1½ bis 6 M. Ausgesuchte schwarze Felle werden bis zu 30 M. und darüber bezahlt. ^[Spaltenwechsel]
Schuppenflechte, s. Psoriasis.
Schuppenflosser (Squamipennes), eine charakteristische Familie der Stachelflosser (s. d.), von sehr hoher, seitlich sehr stark zusammengedrückter Gestalt mit großen weichen Schuppen, die nicht bloß Kopf und Rumpf, sondern auch einen großen Teil der unpaaren Flossen bedecken. Sie bewohnen in etwa 120 Arten die tropischen Meere der Alten und Neuen Welt, besonders aber um die australasiat. Inseln. Zu ihnen gehört der Spritzfisch (s. d.), der Korallen- oder Klippfisch (s. d. und Tafel: Fische Ⅴ, Fig. 6), der Kaiserfisch (s. Holacanthus) und der Schütze (s. d. und Fig. 5).
Schuppenfresser, s. Dermatophagus.
Schuppenketten, die mit metallenen Schuppen besetzten Sturmriemen am Helm (s. d.).
Schuppenkrankheit, Bezeichnung mehrerer Hautkrankheiten, die mit der Bildung von Schuppen verbunden sind, wie insbesondere die Psoriasis (s. d.) und die Ichthyosis oder Fischschuppenkrankheit (s. d.). Über Abschuppen der Kopfhaut s. Schuppen.
Schuppenmolch (Lepidosiren paradoxa Natterer), ein bis über 1 m lang werdender Süßwasserfisch Südamerikas, der zur Ordnung der Lungenfische (s. d.) gehört. Der S. ist ein aalähnlicher Raubfisch mit fadenförmigen Gliedmaßen und vom Rücken um den Schwanz bis zum After sich hinziehendem Flossensaum. Natterer entdeckte 1835 das sehr seltene Tier in Sümpfen des Inundationsgebietes des Amazonenstroms. Neuerdings (1894) sind zwei Arten festgestellt. – Über den afrikanischen S. s. Protopterus und Tafel: Fische Ⅵ, Fig. 4.
Schuppentiere (Manis) oder Pangolin, eine sehr isoliert stehende Familie und Gattung von Säugetieren aus der Ordnung der Zahnarmen (s. d.), deren Arten die warmen Länder der Alten Welt bewohnen und nach ihrer Lebensweise als Vertreter der amerik. Ameisenfresser betrachtet werden können. Der Körper dieser Tiere ist durch ein in der Säugetierwelt einzig dastehendes Merkmal, durch ein aus dachziegelartig sich deckenden, großen Schuppentafeln gebildetes Panzerkleid ausgezeichnet, das ihnen eine gewisse Ähnlichkeit mit riesigen Tannenzapfen verleiht und sich über die ganze Oberseite ausbreitet, während die Bauchfläche davon frei bleibt. Der gestreckte, meist langgeschwänzte Leib ruht auf kurzen, stark bekrallten Füßen und kann igelartig eingerollt werden, wodurch die Tiere eine völlig unangreifbare, überall von den scharfrandigen Schuppen starrende Kugel aus sich bilden können. Die S. sind nächtliche, träge und geistig sehr tief stehende Geschöpfe, die von Ameisen und Termiten leben, die sie nach Art der Ameisenbären mit ihrer langen wurmförmigen Zunge aufschlürfen. Ihrer Verbreitung nach kann man die asiat. Arten, die teils Ostindien, teils China und die Sunda-Inseln bewohnen, von den afrikanischen trennen, die vorzugsweise in Guinea, am Senegal und Kap leben; über Ostafrika ist Manis Temminckii Smuts (s. Tafel: Zahnarme Säugetiere Ⅰ, Fig. 2, beim Artikel Zahnarme) verbreitet.
Schuppenwurz, Pflanzenart, s. Lathraea.
Schuppius, oder Schupp, Joh. Balthasar, Schriftsteller, geb. im März 1610 zu Gießen, studierte seit 1626 in Marburg Philosophie und Theologie, wurde 1635 in Marburg Professor der Geschichte, 1646 Hofprediger des Landgrafen und Konsistorialrat in Braubach. 1648 sandte ihn der Land- ^[Spaltenwechsel]