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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Alárm; Alarmapparate; Alasāni; Alaschehr; Alaska

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Alarm - Alaska.

nach bestatteten ihn die Goten im Bette des Flusses Busento. Sein Nachfolger als König der Westgoten war sein Schwager Athaulf. Vgl. Simonis, Versuch einer Geschichte des A. (Götting. 1858); Eicken, Der Kampf der Westgoten und Römer unter A. (Leipz. 1876).

2) A. II., Sohn Eurichs, 484-507 König des westgotischen Reichs in Spanien und Südfrankreich. Obgleich er den zu ihm geflüchteten römischen Statthalter Syagrius dem Frankenkönig Chlodwig auslieferte, um nicht dessen Zorn auf sich zu ziehen, wurde er später doch von diesem angegriffen. A. wünschte den Kampf bis zur Ankunft der ostgotischen Hilfstruppen zu verschieben, ward aber von den Goten zur Schlacht gezwungen und bei Voullon in der Nähe von Poitiers von Chlodwig 507 besiegt und getötet. A. ließ, um die römischen Unterthanen für sich zu gewinnen, für diese ein eignes vortreffliches Gesetzbuch anfertigen, das Breviarium Alaricianum, welches noch lange in Südfrankreich im Gebrauch blieb.

Alárm (franz.), der außergewöhnliche Ruf unter die Waffen, um Truppen bei feindlichem unerwarteten Angriff oder zu plötzlich befohlenem Abmarsch schnell zu versammeln. Das Signal (Generalmarsch) zum A. wird durch das Horn, die Trompete oder Trommel (Alarm- oder Lärmtrommel) oder durch Abfeuern eines Geschützes (Alarmschuß) gegeben, worauf sich die Truppen schleunigst auf den dazu bestimmten Alarmplätzen einfinden müssen. Alarmierung heißt auch der plötzliche Angriff auf eine feindliche Vorpostenlinie, welcher die Ermüdung des Feindes, die Erforschung seiner Stärke oder die Ablenkung der Aufmerksamkeit des Feindes vom wahren Angriffspunkt bezweckt.

Alarmapparate, s. Lärmapparate.

Alasāni (der alte Alazanios), linksseitiger wasserreichster Nebenfluß des Kur in Kaukasien, entspringt auf der Hochkette des Kaukasus und mündet unter 40° 51' nördl. Br., kurz zuvor durch den Juri noch bedeutend verstärkt.

Alaschehr ("bunte Stadt"), Stadt im türk. Wilajet Aïdin in Kleinasien, 118 km östlich von Smyrna, mit diesem durch eine Eisenbahn verbunden, am nördlichen Fuß des Tmolos und am Kusu Tschai, einem Zufluß des Mäander, das alte Philadelphia, ist noch teilweise von der alten Mauer umschlossen, im übrigen aber ein schmutziger und ärmlicher Ort von etwa 15,000 Einw. (darunter 3000 Griechen), welche starken Getreide-, Tabaks- und Baumwollbau betreiben. Die Stadt fiel erst 1390, zuletzt unter den Städten Kleinasiens, in die Gewalt der Türken, nachdem sie acht Jahre lang gegen deren Übermacht gekämpft hatte.

Alaska (Aljaschka), Territorium der Vereinigten Staaten von Nordamerika, den nordwestlichsten Teil des Kontinents bildend, liegt im W. einer Linie, die sich vom Portlandkanal aus auf dem Kamm der Gebirge (oder in einer Entfernung von nicht über 55 km von der Küste) nach N. zieht und vom Berg St. Elias aus den 141. Meridian entlang zum Arktischen Ozean läuft. Das Areal beträgt 1,376,280 qkm (24,985 QM.) mit nur (1880) 35,426 Einw. Die der Küste vorlagernden Alexander- und Kadiakinseln sowohl als die Alëuten und die Inseln Prybilow, St. Matthäus und St. Lorenz im Beringsmeer bilden einen Teil des Territoriums. Geographisch gliedert sich dies weite Gebiet in zwei Teile, von denen der eine an den Stillen Ozean grenzt, während der andre jenseit der eine strenge Naturscheide bildenden Bergkette der Halbinsel A. liegt und bis in den Polarkreis hineinragt, wo die Barrowspitze (71° 24' nördl. Br.) am Arktischen Meer sein nördlichster Punkt ist. Vom Stillen Ozean aus steigen die dicht bewaldeten, vorherrschend der Kreideformation und Tertiärbildungen angehörigen, von vulkanischen Gesteinen durchbrochenen Gebirge steil an und erreichen in den weithin als Landmarken dienenden Bergen Fairweather (4483 m), St. Elias (4563 m) und Illäman (Iljaminsk, 3678 m) ihre Gipfelpunkte. Letzterer, an der Westseite der Cooksstraße gelegen, ist ein noch aktiver Vulkan und erhebt sich steil über dem Illämansee, der die Halbinsel A. fast vom Festland abschneidet. Eine heftige Eruption benachbarter Vulkane fand im Herbst 1883 statt. Das Klima ist hier zwar milder als an der Ostküste Asiens unter gleicher Breite, aber die Sommer sind so kühl und feucht, daß Getreidebau sich nirgends lohnt und nur Kartoffeln und einige Gemüse gedeihen. Sitka (57° 3' nördl. Br.) hat eine mittlere Jahrestemperatur von 6,5° C., und an 245 Tagen des Jahrs regnet oder schneit es oder herrscht dichter Nebel. Die Niederschläge belaufen sich auf 2100 mm. Im nördlichen A., vom gewaltigen Jukon (s. d.), dem wasserreichen Kuskokwim und dem gleichfalls bedeutenden, in den Hothamfjord des Kotzebuesunds mündenden Wun-na-tak durchzogen, kommen nur unbedeutende Höhenzüge vor. Das Klima ist ein kontinentales, und die Regen nehmen von der Küste nach dem Innern zu ab, der Schneefall aber nimmt zu. Fort Jukon am obern Jukon (66° 34' nördl. Breite) hat eine mittlere Temperatur von -8,4° C., St. Michael, an der Mündung des Flusses, von -1,5° C. - Holz, Pelztiere, Fische und Mineralien bilden den Reichtum dieses Landes. Die hohen, in ewigen Schnee eingehüllten und von Gletschern umringten Gebirge ausgenommen, ist fast das ganze Land bis 67° nördl. Br. ein ungeheurer Wald, in dem Weiß- und Pechtannen, Föhren, Zedern, Espen, Pappeln, Birken und Erlen den wesentlichen Bestandteil bilden. Gold gewinnt man in zunehmenden Mengen (1881: 13,000, 1882: 240,000 Doll.), Kupfer und Silber in geringen Quantitäten, und außerdem kommen Steinkohlen, Eisen und andre Metalle vor. Sehr wichtig sind die Fischereien, denn Fische bilden die Hauptnahrung der Bewohner. Noch wichtiger aber ist die Jagd auf die verschiedensten Pelztiere und namentlich auf Seehunde, deren Jagd die Alaskakompanie monopolisiert, die jährlich eine Pacht von 317,500 Doll. zahlt. Schon 1880 beschäftigten die Fischereien 6130 Personen und lieferten einen Ertrag von 2,661,640 Doll. Unter den 35,426 Bewohnern befinden sich 17,617 Inu-it oder Eskimo, 2145 Alëuten, 11,478 Indianer (Thlinkit oder Koloschen, Tinneh und Hyda), 1756 "Kreolen" oder Mischlinge und 430 Weiße. A. hat noch keine Territorialregierung, sondern hängt vom Kommandierenden des pazifischen Militärbezirks ab. Sitka gilt als Hauptstadt. - Nachdem der Kosak Deschnew bereits 1648 und Bering 1728 durch die Beringsstraße gefahren waren, sah und besuchte Gwosdow zuerst die gegenüberliegende Küste (1730). Seine Entdeckung wurde durch Bering und Tschirikow (1741) und später von Cook (1778) weiter verfolgt. Rußland ergriff Besitz von dem neuentdeckten Gebiet, und die 1799 gegründete Russisch-Amerikanische Pelzkompanie monopolisierte Jagd und Handel, bis A. 1867 gegen Zahlung von 7,200,000 Doll. an die Vereinigten Staaten abgetreten wurde. Vgl. Dall, A. and its resources (Bost. 1880); Jackson, A. (New York 1880); Wardmann, A trip to A. (San Francisco 1884).