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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Antimachiavell; Antimăchos

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Antimachiavell - Antimachos.

Hörnern beim Männchen, ohne Thränengruben, ist rotbraun, mit schmalen weißen Streifen an den Halsseiten, an der Kehle und am hintern Teil der Schenkel, lebt in kleinen Herden in Süd- und Mittelafrika und sucht bei der Verfolgung stets das Wasser zu erreichen. Nur das Fleisch der Kälber ist genießbar. Die Steppenkuh (Spießbock, Säbelantilope, Algazelle, Oryx leucŏryx Rüpp.), 2 m lang und 1,25 m hoch, mit 1,1 m langen, fast geraden Hörnern bei beiden Geschlechtern, kurzen, breiten Ohren, ohne Thränengruben, ist ziemlich gleichmäßig gelblichweiß, mit braunen Flecken am Kopf, lebt paarweise oder in kleinen Trupps in den dürrsten Strichen Nord- und Mittelafrikas und wurde in Ägypten zur Zeit der 4. bis 12. Dynastie als Haustier gezüchtet. In Abessinien wird sie durch die Beisa (O. Beīsa Rüpp.) vertreten, welche sich auf den alten Denkmälern Ägyptens und Nubiens häufig abgebildet findet und ehemals Gegenstand vieler Fabeleien war. Oryxantilopen wurden im alten Ägypten gezähmt gehalten und zur Opferung benutzt. Auch scheinen sie von Israeliten, Persern u. a. nach Asien gebracht und dort gezüchtet worden zu sein. Auch hat man auf sie die Sage vom Einhorn zurückgeführt. Größer und plumper als die vorigen ist der Passan (kapische Oryx, O. Gazella Sund.), mit ganz geraden Hörnern, am Kap. Man benutzt Fleisch und Fell der Oryxantilopen wie gewöhnlich, die Hörner aber als Lanzenspitzen, die des Passan als Spazierstöcke. Die Steppenkuh pflanzt sich in der Gefangenschaft leicht fort. Nahe verwandt sind die Mendesantilopen (Addax Raf.), mit langen, schrauben- oder leierförmig gewundenen Hörnern. Die nubische Mendesantilope (A. nasomaculatus Gray), ziemlich plump gebaut, gelblichweiß, mit braunem Kopf und Hals, brauner Mähne und ziemlich langem Schwanz, lebt in Herden im dürrsten Ostafrika und findet sich gleichfalls auf ägyptischen Denkmälern häufig dargestellt. Die Mendeshörner der Götterbilder, der Priester und Könige Ägyptens sind dem Gehörn dieser Antilope nachgebildet. Sie wurde auch als Haustier gezüchtet. Plinius erwähnt sie unter den Namen Strepsiceros und Addax, letzterer wahrscheinlich der uralte Landesname. Man hält das Tier besonders der schönen Augen halber vielfach in der Gefangenschaft. Die Elenantilope (Boselaphus Canna Gray), 3 m lang und 2 m hoch, mit 70 cm langem Schwanz, vom Habitus des Rindes, mit lang herabhängender Wamme, ziemlich geraden, kantigen, schraubenförmig gewundenen Hörnern, ist hellbraun oder gelblichgrau, an den Seiten heller, lebt gesellig in Süd- und Mittelafrika und zeigt die Gewohnheiten des Rindes. In der Gefangenschaft pflanzt sie sich ohne Schwierigkeit fort, und man hat daher vielfach günstige Versuche angestellt, sie als Haustier in Europa einzubürgern. Ihr schmackhaftes Fleisch bildet geräuchert einen Handelsartikel, auch das Leder ist vortrefflich. Der Nylgau (Portax pictus Wagn.), 2 m lang und 1,4 m hoch, dunkel braungrau mit einem Anflug ins Bläuliche, gemähnt und mit einem langen Haarbüschel an der Kehle versehen, bildet gleichsam ein Mittelglied zwischen Hirsch und Rind, hat große, lange Ohren, kleine Thränengruben, aufrecht stehende, kegelförmige, sanft halbmondförmige Hörner bei beiden Geschlechtern und einen langen Schwanz, lebt paarweise in Ostindien und Kaschmir. In der Gefangenschaft pflanzt er sich sehr leicht fort, und in Italien hat man mit Erfolg den Versuch gemacht, dort gezüchtete Tiere im freien Wald auszusetzen. Sie überstanden den Winter sehr gut und ästen sich besonders von Robinienblättern, Eichen- und Haselnußblättern, fraßen auch Kohl und Salat. Sein Fleisch ist schmackhaft und die Haut wertvoll.

Die Kuhantilopen (Bubalis Licht., s. Tafel "Antilopen") sind große, kräftige, fast plump gebaute Tiere mit hohem Widerrist und abschüssigem Rücken, ungestaltem, breitschnauzigem Kopf, kurzem Hals und doppelt gebogenen Hörnern bei beiden Geschlechtern. Hierher gehört der Buntbock (B. pygarga Sund.), 1,5 m hoch, 2 m lang, purpurbraun, an Vorder- und Oberseite des Kopfes, Ohren, Hinterbacken, Unterseite, Innenseite der Läufe und an den Läufen vom Unterschenkel abwärts weiß, ein Längsstreifen auf den Weichen und zwei Flecke an den vordern Unterschenkeln sind schwarz. Sehr ähnlich, nur kleiner und kurzhörniger ist der Bläßbock (B. albifrons Sund.). Zu diesen beiden südafrikanischen Arten gesellt sich im Innern Afrikas und im Westen die gleichgroße Senegalantilope (B. senegalensis Gray), mit kurzen, knotigen, wenig gebogenen Hörnern, erdgrauer Färbung und dunkelgrauen Flecken am Auge, auf Ober- und Unterschenkel. Die licht rotbraune Steppenkuhantilope (Tora, B. bubalis Pall.), von Hirschgröße, mit starken Hörnern, die in den untern zwei Dritteilen mit schraubenförmigen Wülsten versehen sind, bewohnt das nördlichere Gebiet und war schon den Alten unter dem Namen Bubalus bekannt. Das Haartebeest (Hirschkuhantilope, Kaama, Acronotus Caama Sund.), von der Größe des Hirsches, aber viel plumper gebaut, mit sehr stark verlängertem, häßlichem Kopf, lebhaft zimtbraun, am Vorderkopf dunkelbraun, an der Unterseite, an den Hinterbacken und an der Innenseite des Schenkels weiß, mit schwarzer Schwanzquaste und doppelt gebogenen, 63 cm langen Hörnern, lebt in Rudeln im Herzen Afrikas, auch in Südafrika, wo es aber bereits sehr stark zurückgedrängt ist. Sein gedörrtes Fleisch ist ein wichtiger Handelsartikel, auch Fell und Hörner sind sehr geschätzt. Das Gnu (Wildebeest, Catoblepas Gnu Sund.), ein unschönes Mittelding zwischen Antilope, Rind und Pferd, 2 m lang, 1,2 m hoch, mit 80 cm langem, lang bequastetem Schwanz, platt gedrückten, sehr breiten, seitlich abwärts und mit den Spitzen wieder aufgebogenen Hörnern, einförmig graubraun, mit weißlicher Nackenmähne, dunkel graubrauner Mähne an Brust und Hals, weißlichem Kinnbart und braunen Haarbüscheln auf der Nase und unter den Augen, lebt mit noch zwei nahe verwandten Arten in Südafrika bis zum Äquator, ist sehr scheu, ungeschickt und in seinem Wesen absonderlich, dabei wild, feurig, wegen seiner unglaublichen Schnelligkeit und Ausdauer schwer zu jagen und zeigt bei der Verfolgung viel Ähnlichkeit mit dem Rind. Man benutzt das zarte Fleisch und die Haut wie von den übrigen südafrikanischen Arten.

Antimachiavell, Titel einer Schrift Friedrichs d. Gr. zur Widerlegung der politischen Grundsätze Machiavellis (s. d.).

Antimăchos, griech. Dichter aus Kolophon, älterer Zeitgenosse Platons, um 400 v. Chr. Mit seinen beiden Hauptwerken, dem Epos "Thebais" (über die beiden mythischen Thebanischen Kriege) und einem nach seiner verstorbenen Geliebten Lyde benannten Elegiencyklus, der die Mythen durch den Tod getrennter Liebespaare behandelte, war er Begründer der gelehrten Dichtung und als solcher Vorläufer und Vorbild der Alexandriner, die ihn wegen seiner Gelehrsamkeit gleich nach Homer stellten. Die Bruchstücke