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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Aes; As; Asa; Asa dulcis; Asa foetida; Asaffi; Asagraea; Asaky; Asanen; Asant; Asantschewsky; Asaphie; Asar; Asarhaddon

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As - Asarhaddon.

"Münzen des Altertums", Fig. 11). Auf dem As erscheint der doppelköpfige Janus, auf dem Semis Jupiter, auf dem Triens Minerva, auf dem Quadrans Herkules, auf dem Sextans Mercurius, auf der Uncia wieder Minerva oder vielleicht die als Göttin personifizierte Roma. Diese Münzen waren das gesetzliche und ausschließliche Kurant von den Dezemvirn an bis kurz vor Anfang des ersten Punischen Kriegs. Der Wert dieses As ist 48 Pf. Als das Kupfergeld mit Einführung der Silberwährung durch Herabsetzung auf 2 Unciae (später sogar 1, ½, zuletzt ¼ Unze) zur Scheidemünze geworden war, hatte das As, von dem vier auf einen Sestertius gingen, den Kurswert von 4 Pf. Vgl. Mommsen, Über das römische Münzwesen (Leipz. 1850); Derselbe, Geschichte des römischen Münzwesens (das. 1860); Hultsch, Griechische und röm. Metrologie (Berl. 1862).

Seit dem Mittelalter war As die kleinste Unterabteilung, resp. Grundlage der Gold-, Silber- und Münzgewichte. Es betrugen:

5120 holländ. As = 1 holländ. Troymark oder 246,0839 g à 48,063 mg. 20,80592 As = 1 g.

4020 Kölner oder deutsche Dukatenas (à 1/60 des Dukaten-Rauhgewichts, das As der deutschen Goldwagen) = 1 alte Kölner Mark oder 233,8123 g à 58,162 mg.

4420 sächs. Dukatenas à 1/66 des Dukatens = 1 alte Kölner Mark oder 233,8123 g à 52,875 mg.

4824 Dukatenas oder österreich. Dukatengran = 1 Wiener Mark oder 280,644 g à 58,177 mg.

4608 preuß. As à 1/16 Grän = 1 Vereinsmark oder 233,8555 g à 50,750 mg. Seit 1857 1 preuß. As = 0,0001 Pfund (à 500 g) = 0,05 g = 1,040296 holländ. As.

4352 Kölner Eßchen = 1 Kölner Mark oder 233,8123 g à 53,725 mg.

As, s. Asar.

Aes (lat.), Erz, besonders antike Bronze, Kupferzinnlegierung. A. cyprium, s. v. w. Kupfer, welches im Altertum von Cypern kam.

Asa (Assa), König des Reichs Juda, Sohn und Nachfolger Abias, 929-873 v. Chr., Feind und Unterdrücker des Götzendienstes, errang einen großen Sieg über die Ägypter, welche in Juda eingefallen waren, und besiegte mit Hilfe von Damaskus Baesa von Israel, gegen den er sein Reich durch Anlegung eines großen Grabens schützte.

Asa dulcis, s. v. w. Benzoe.

Asaffi, Stadt, s. Saffi.

Asa foetida (Asant, Stinkasant, Teufelsdreck), der erhärtete Milchsaft der Wurzel von Ferula Scorodosma Benth. et Hook., einer in den Steppen zwischen dem Persischen Meerbusen und Aralsee einheimischen, bei Herat und an andern Orten auch kultivierten Umbellifere. Man gewinnt die A. durch mehrmaliges Anschneiden des Kopfes der sehr starken Wurzel und Einsammeln des erhärteten Saftes. Dieser ist ursprünglich milchweiß, wird an der Luft zartrot, dann violett, endlich braun. Die A. ist weich wie Wachs, klebend, in der Kälte spröde und leicht pulverisierbar; sie riecht höchst unangenehm knoblauchartig, schmeckt widerlich, scharf bitter und aromatisch, besteht aus Harz, Gummi und 3-5 Proz. ätherischem Öl. Letzteres ist hellgelb, von höchst widerlichem, durchdringendem Geruch, sauerstofffrei, siedet bei 135-140° unter Abgabe von Schwefelwasserstoff und wird an der Luft sauer. Die A. ist weder in Alkohol noch in Wasser vollständig löslich, gibt aber mit letzterm leicht eine Emulsion. Man unterscheidet im Handel A. in granis, die beste Sorte, aus kleinen, gelblichen oder braunen Körnern, und A. in massis, aus einer körnigen Grundmasse bestehend, in welcher neben erdigen Beimengungen Körner, der vorigen Sorte entsprechend, eingebettet liegen. Die A. ist im Orient seit langem gebräuchlich und war auch den arabischen Ärzten des 13. Jahrh. bekannt. Man benutzt sie gegenwärtig hauptsächlich bei Hysterie, weniger bei Magen- und Darmaffektionen, bei Lungenkatarrhen etc. In Persien und Indien dient A. zur Würze von Speisen und Getränken.

Asagraea, s. Sabadilla.

Asaky, Georges, rumän. Schriftsteller, geboren 1. März 1788, erhielt in Deutschland und Italien eine sorgfältige Erziehung und studierte zu Wien höhere Mathematik und Astronomie. In die Heimat zurückgekehrt und zum Ministerialrat ernannt, stellte er sich die Wiederbelebung und Reinigung der rumänischen Sprache und die Zivilisation seines Vaterlands zur Lebensaufgabe, schrieb Schulbücher in rumänischer Sprache, richtete die erste rumänische Druckerei ein und gründete das erste rumänische Journal, das er 30 Jahre lang redigierte. Als Chef des Ministeriums für öffentlichen Unterricht (seit 1856) machte er sich durch Gründung zahlreicher Elementarschulen und höherer Bildungsanstalten und der rumänischen Akademie verdient. Die meisten der vielen Ämter, die er bekleidete, verwaltete er unentgeltlich. A. starb 24. Nov. 1869 in Jassy. Unter seinen "Gedichten" (2. Aufl., Jassy 1854) stehen besonders die Oden in großem Ansehen; auch übersetzte er eine Anzahl deutscher und französischer Theaterstücke ins Rumänische und schrieb eine "Geschichte Rußlands" in 2 Bänden. Der französische Schriftsteller Edgar Quinet war sein Schwiegersohn.

Asanen (Assanen), ein tatar. Volksstamm an den Ufern des Jenissei, im Kreis Krassnojarsk, von dem nur noch wenige Hundert Familien erhalten sind. Sie sind Christen.

Asant, stinkender, s. Asa foetida, wohlriechender, s. v. w. Benzoe.

Asantschewsky, Michael von, russ. Komponist, geb. 1839 zu Moskau, machte 1861-62 unter Hauptmann und Richter in Leipzig seine Studien, lebte von 1866 bis 1869 in Paris und wurde 1871 an A. Rubinsteins Stelle Direktor des Konservatoriums der Musik zu Petersburg, welches Amt er bis 1876, wo er aus Gesundheitsrücksichten ein südliches Klima aufsuchen mußte, mit großem Erfolg verwaltete. Als Komponist hat er sich durch Klavier-, Vokal- und Kammermusikwerke wohlverdienten Ruf erworben.

Asaphie (griech.), Undeutlichkeit, namentlich der Stimme.

Asar (spr. osar, Plural von As), Gebilde der Eiszeit in Schweden, wallartige, bis 60 m hohe Geröll- und Sandhügel, welche sich mehrere Kilometer lang durch das Land hinziehen, und an deren Fuße sich marine Ablagerungen finden (s. Diluvium). Vgl. v. Zepharovich, Die schwedischen A. (Prag 1871); Kjerulf, Die Eiszeit (Berl. 1878).

Asarhaddon, König von Assyrien, Sohn Sanheribs, folgte diesem 681 v. Chr., nachdem er seine Brüder Adramelech und Scharezer, die Sanherib ermordet hatten, in Kleinarmenien besiegt, auf dem assyrischen Thron. Er unterwarf das abgefallene Babylonien wieder und machte sich zum König dieses Landes. Nachdem er die assyrische Herrschaft in Syrien wiederhergestellt und die nördlichen Araberstämme unterjocht hatte, zog er nach Ägypten, besiegte den äthiopischen König Tirhaka in einer Feldschlacht und machte sich zum Herrn des Landes, über das er 20 Statthalter einsetzte. Auch 10 Könige von Kypros huldigten ihm. Als Zeugnis seines Siegeszugs ließ er an einem Felsen bei Berytos sein Bildnis mit Inschrift einmeißeln. Der großartige sogen. Südwestpalast, den