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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Blumenbach; Blumenbälge; Blumenbeete; Blumenbinse; Blumenblätter; Blumenblau; Blumenfenster

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Blumenbach - Blumenfenster.

37 km vom Hafenplatz Itajahy entfernt, in hügeliger Gegend, aber gefährdet durch die Anschwellungen des Flusses, deren eine 1880 besonders starke Verwüstungen anrichtete. Die Kolonie hat einen botanischen Garten und (seit 1867) ein deutsches Konsulat. Vgl. H. Lange, Südbrasilien etc. mit Rücksicht auf die deutsche Kolonisation (2. Aufl., Leipz. 1885).

Blumenbach, Johann Friedrich, Naturforscher, geb. 11. Mai 1752 zu Gotha, studierte in Jena und Göttingen, wurde hier 1776 außerordentlicher Professor der Medizin und Inspektor der Naturaliensammlung, 1778 ordentlicher Professor. Fast 60 Jahre hindurch hielt er seine von Zuhörern aller Nationen besuchten Vorlesungen über Naturgeschichte, vergleichende Anatomie, Physiologie und Geschichte der Medizin und wurde als der Magister Germaniae von den Freunden der Naturkunde gefeiert. Er trat 1835 in den Ruhestand und starb 22. Jan. 1840. Blumenbachs Einfluß erstreckte sich fast auf alle Zweige der Naturforschung. Die Zoologie erhob er in Deutschland zuerst zu einer wissenschaftlichen Bedeutung, indem er sie noch vor Cuvier (seit 1785) in unmittelbare Verbindung mit der vergleichenden Anatomie brachte und dadurch klare Anschauungen und feste Begriffe vom Wesen und von der Verwandtschaft der Tiere vermittelte. Sein "Handbuch der Naturgeschichte" erlebte 12 Auflagen (Götting. 1780-1830). Seine Abhandlung "Über den Bildungstrieb und das Zeugungsgeschäft" (Götting. 1781, 3. Aufl. 1791) sowie seine "Institutiones physiologicae" (das. 1787, 4. Aufl. 1821; deutsch von Eyerel, Wien 1789 u. 1795) gaben vielfache neue Anregungen. Am meisten machte sich aber B. verdient um die vergleichende Anatomie, welcher er durch seine Vorlesungen und Schriften in Deutschland zuerst Eingang verschaffte. Sein "Handbuch der vergleichenden Anatomie und Physiologie" (Götting. 1804, 3. Aufl. 1824) ist beinahe in alle Sprachen Europas übersetzt worden; historisch noch bedeutsamer sind die diesem Werk vorausgegangenen und in dasselbe aufgenommenen Monographie. Blumenbachs Doktordisputation "De generis humani varietate nativa" (Götting. 1775, 4. Aufl. 1795; deutsch von Gruber, Leipz. 1795) leitete den Kampf über die Arteinheit und Abstammung des Menschengeschlechts von Einem Paar ein. Seine weltberühmt gewordene Schädelsammlung gab den Stoff zu den Abbildungen von Rasseschädeln in der "Collectio craniorum diversarum gentium" (Götting. 1790-1828, 7 Dekaden) und einer "Nova pentas collectionis suae craniorum" (das. 1828; neu hrsg. von H. v. Jhering, Wien 1873). Höchst wertvolle anatomische und physiologische Beobachtungen sind ferner niedergelegt in Blumenbachs "Kleinern Schriften zur vergleichenden Physiologie, Anatomie und Naturgeschichte" (übersetzt von Gruber, Leipz. 1805); in den "Beiträgen zur Naturgeschichte" (Götting. 1806 u. 1811, 2 Bde.); in der "Medizinischen Bibliothek" (das. 1793-95, 3 Bde.); in der "Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers" (das. 1786, 2. Aufl. 1807). Blumenbachs Vortrag war anregend und lebendig; er wußte selbst trocknen Gegenständen eine interessante Seite abzugewinnen und durch Mitteilungen eigner Beobachtungen die Zuhörer an sich zu fesseln. Vgl. Marx, Andenken an B. (Götting. 1840), und "Göttinger Professoren" (anonym, Gotha 1872).

Blumenbälge, s. Ährchen.

Blumenbeete sollen in Größe, Form und Farben mit ihrer nächsten Umgebung harmonieren und sind nur da anzubringen, wo der Beschauer sie in ihren einzelnen Teilen bequem übersehen kann. In den im landschaftlichen oder natürlichen Geschmack angelegten Gärten haben die B. eine einfache Gestalt, bei welchen das Oval oder der Kreis die Grundform bildet; ein solches Beet wird im Rasen ausgeschnitten und nur mit zwei Arten von Blumen bepflanzt; im Nutz- (Gemüse- und Obst-) Garten hat man an den Seiten der Wege die Rabatte, die mit allerlei Blumen ohne besondere Ordnung bepflanzt wird; hier findet noch die schöne, mehrjährige Blumenpflanze, die "Staude", ihren Platz, die aus dem modernen Garten beinahe ganz verschwunden ist. In der Nähe monumentaler Gebäude, aber auch nur da, sollte das Teppichbeet (Blumenteppich) angebracht werden, dessen künstliche Formen ohne eine solche Anlehnung an die Architekturformen leicht wie Spielerei erscheinen, besonders wenn statt lebender Pflanzen farbige Steine, Muscheln, Sand u. dgl. mit benutzt werden. Man schneidet auch das Teppichbeet im Rasen aus, gibt ihm symmetrische, aber möglichst einfache, anmutige Form und besetzt es mit Pflanzen, die sich nur wenig über den Erdboden erheben oder durch Niederhaken ihm nahe gehalten werden. Hauptsache ist dabei die Zusammenstellung von Farben, welche einen harmonischen, das Auge nicht beleidigenden Kontrast bilden. Da sich aber eine befriedigende Zusammenstellung von Farben mit ihren Abstufungen nur selten regelrecht durchführen läßt, so verwendet man überall viel Weiß, das nichts verdirbt, wohl aber jede Disharmonie aufhebt. Das gewöhnliche Blumenbeet wie das Teppichbeet werden im Lauf des Sommers zwei-, auch dreimal bepflanzt, wobei man zum Frühlingsflor Zwiebeln (Hyazinthen, Tulpen, Krokus, Scilla) benutzen kann, die im Herbst gelegt werden müssen. Als geeignete Teppichbeetpflanzen empfehlen sich: rote und rotbraune Blattfärbung: Coleus Verschaffelti und Verschaffelti splendens, Achyranthes Verschaffelti, Iresine Lindeni, Alternanthera amabilis, amoena, paronychioides und versicolor, Oxalis tropaeoloides, Echeveria metallica; mit schwarzbrauner Blattfärbung: Coleus scutellarioides und refulgens; weißbunt: Pelargonium Scarlet Bijou, peltatum Manglesi, Sedum carneum, Evonymus radicans fol. var.; weiß- und graufilzig: Antennaria tomentosa, Centaurea candidissima und gymnocarpa, Cerastium tomentosum, Gnaphalium lanatum, Santolina incana nana, Salvia argentea, Sempervivum tomentosum; gelb und gelbbunt: Coleus Queen Victoria und Baron v. Rothschild, Mesembryanthemum cordifolium fol. var., Pelargonium Cloth of Gold, Pyrethrum parthenifolium aureum; blaugrau und bläulich: Echeveria secunda glauca, glaucometallica und globosa, Festuca glauca und Sedum hispanicum; blau: Lobelia Erinus, Ageratum mexicanum Little Dorrit, außerdem Stiefmütterchen in allen Farbenabstufungen.

Blumenbinse, s. Butomus.

Blumenblätter, s. Blüte.

Blumenblau, s. Blütenfarbstoffe.

Blumenfenster, ein nach außen oder nach dem Zimmer hin erweitertes Doppelfenster, in welchem Pflanzen, vor Staub geschützt und in einer feuchtern Luft, ungleich besser gedeihen als im Zimmer. Erweitert man das Doppelfenster nach außen, so bleiben die innern, im andern Fall die äußern Fensterflügel in ihrer Lage. Das Gestell für das B. macht man aus Holz oder Eisen und verglast es an allen Seiten. Das herausgebaute B. wird vorteilhaft doppelwandig gemacht, um die Pflanzen besser vor Kälte zu schützen. Das Gestell muß vollkommen dicht an das Holzwerk