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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bregenzer Wald; Bréguet; Bréhat; Brehm; Brehna; Brehonen; Breiapfel; Breidenbach

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Bregenzer Wald - Breidenbach.

Merkle-Weizenegger, Vorarlberg, Bd. 2 (Innsbr. 1839); Bergmann, Landeskunde von Vorarlberg (das. 1868); Byr, Die Einnahme von B. durch die Schweden (Lindau 1873); Bodemer, B. am Bodensee (Innsbr. 1875); Grube, Lindau, B. und Umgebung (2. Aufl., Lindau 1879).

Bregenzer Wald, Gebirgsgegend bei Bregenz, bis 2393 m hoch, der nordwestliche Ausläufer der Vorarlberger oder Algäuer Alpen, der von der Bregenzer Ache durchströmt und wegen der schönen Fernsichten von Reisenden stark besucht wird. Die Landschaft ist von engen Schluchten (Tobeln) durchschnitten und war ehedem von dichtem Wald bedeckt, der gegenwärtig ziemlich gelichtet ist. Darin liegt das Dorf Schwarzenberg, Geburtsort der Malerin Angelika Kauffmann. Vgl. Waltenberger, Führer durch Algäu und den B. (5. Aufl., Augsb. 1885).

Bréguet (spr. -gä), Abraham Louis, Uhrmacher und Mechaniker, geb. 10. Jan. 1747 (1749) zu Neufchâtel, kam bei einem Uhrmacher in Versailles in die Lehre, studierte dann in Paris Mathematik und errichtete eine Werkstätte, aus welcher seitdem sehr viel Meisterhaftes hervorging. Er starb 17. Sept. 1823 in Paris. B. vervollkommte die Uhrmacherkunst, Mechanik, Physik etc. durch eine Menge Erfindungen, verfertigte zuerst doppelte astronomische Uhren, doppelte Chronometer, Seeuhren, sympathetische Pendelwerke, metallische Thermometer etc. und verbesserte auch die Telegraphen. - Sein Enkel Louis François Clément, geb. 22. Dez. 1808, gest. 27. Okt. 1883 in Paris, setzte das Geschäft in Paris mit Auszeichnung fort und lieferte namentlich Chronometer für astronomische und nautische Zwecke in großer Vollkommenheit. Er machte Untersuchungen über die Geschwindigkeit des Lichts und des Schalles, über die Induktion und den elektrischen Telegraphen. Sein Zeigertelegraph ist noch jetzt im Gebrauch.

Bréhat (spr. bre-a), franz. Insel im Kanal, 102 Hektar groß, gegenüber der Stadt Paimpol (im Departement Côtes du Nord), 2 km von der Küste entfernt, mit 1100 Einw., kleinem Hafen, Fort und Leuchtturm.

Brehm, 1) Christian Ludwig, Ornitholog, geb. 24. Jan. 1787 zu Schönau bei Gotha, studierte 1807 bis 1809 in Jena Theologie und wurde 1813 Pfarrer in Renthendorf bei Neustadt a. Orla, wo er 23. Juni 1864 starb. Er gehörte mit Naumann, Thienemann und Gloger zu den Schöpfern der deutschen Ornithologie und brachte eine Sammlung europäischer Vögel zusammen, welche die Vögel in allen Altersstufen, Kleidern und Abänderungen enthält und für die heutigen Arbeiten im Sinn Darwins ein Material gewährt wie keine andre. Sein Augenmerk richtete sich insbesondere darauf, die zahlreichen Abweichungen von der Normalform der einzelnen Spezies festzustellen. Aber auch die Lebensweise der Vögel studierte er und wurde durch populäre Schriften dann auch Lehrer des Volks über Schaden und Nutzen sowie Behandlung der Vögel. Er schrieb: "Beiträge zur Vogelkunde" (Neustadt a. O. 1821-22, 3 Bde.); "Lehrbuch der Naturgeschichte aller deutschen Vögel" (Jena 1823-24, 2 Bde.); "Ornis" (das. 1824-27, 3 Hefte); "Handbuch der Naturgeschichte aller Vögel Deutschlands" (Ilmenau 1831); "Monographie der Papageien" (Jena 1842-55, 14 Hefte); "Der Vogelfang" (Leipz. 1836; neue Bearbeitung, Weim. 1855); "Handbuch für Liebhaber der Stuben-, Haus- und andrer der Zähmung werten Vögel" (Ilmenau 1832); "Die Kunst, Vögel als Bälge zu bereiten, auszustopfen, auszustellen und aufzubewahren" (Weim. 1842, 2. Aufl. 1860); "Wartung, Pflege und Fortpflanzung der Kanarienvogel, Sprosser und Nachtigallen etc." (das. 1855, 3. Aufl. 1871); "Naturgeschichte und Zucht der Tauben" (das. 1857).

2) Alfred Edmund, Naturforscher, Sohn des vorigen, geb. 2. Febr. 1829 zu Renthendorf, wurde von seinem Vater frühzeitig zu naturwissenschaftlichen Arbeiten und Beobachtungen angeregt und trat 1847 eine wissenschaftliche Reise nach Nordostafrika an, von welcher er 1852 zurückkehrte. Er studierte dann in Jena und Wien, ging 1856 nach Spanien, siedelte 1858 nach Leipzig über, bereiste 1860 Norwegen und Lappland, 1862 als Begleiter des Herzogs Ernst von Koburg-Gotha die Bogosländer. 1863 wurde B. als Direktor des zoologischen Gartens nach Hamburg berufen, 1867 gründete er das Berliner Aquarium, welches er bis 1875 mit größtem Erfolg leitete, 1877 bereiste er mit Finsch und Graf Waldburg Westsibirien und Nordwestturkistan, 1878 begleitete er den Kronprinzen Rudolf von Österreich auf einer Reise im mittlern Donaugebiet und 1879 auf einer Reise in Spanien. Von einer Reise nach Nordamerika, wo er Vorträge gehalten hatte, heimgekehrt, starb er 11. Nov. 1884 in seinem Geburtsort. B. schrieb: "Reiseskizzen aus Nordostafrika" (Jena 1853); "Ergebnisse einer Reise nach Habesch" (Hamb. 1863). Sein Hauptwerk ist das "Illustriert Tierleben" (2. Aufl., Leipz. 1876-79, 10 Bde.; die wirbellosen Tiere von Taschenberg und Oskar Schmidt bearbeitet), welches in lebendiger und fesselnder Darstellung auch über eine Fülle eigner Beobachtungen berichtet. Außerdem schrieb er mit Roßmäßler "Die Tiere des Waldes" (Leipz. 1866-67, 2 Bde.) und unter Mithilfe der namhaftesten Fachkundigen "Gefangene Vögel, ein Hand- und Lehrbuch für Liebhaber und Pfleger einheimischer und fremdländischer Käfigvögel" (das. 1872-76, 2 Bde.).

Brehna, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Bitterfeld, 96 m ü. M., an der Eisenbahn von Berlin nach Halle, mit Zuckerfabrik, Dampfschneidemühle, Ölmühle und (1880) 2107 evang. Einwohnern. Daselbst befindet sich auch die Privatirrenanstalt Karlsfeld. B. war im Mittelalter Hauptort einer Grafschaft, welche 1290 an Sachsen-Wittenberg fiel.

Brehonen, die Richter der alten Iren, die gleich den Druiden der Gallier alle Streitigkeiten zu schlichten hatten. Daher "Brehon laws", die Sammlungen altirischer Gesetze, deren wichtigste, der "Senchus Mor", in der vorliegenden Fassung aus dem Anfang des 11. Jahrh. datiert. Sie behandeln, in Versen abgefaßt, fast alle erdenklichen Fälle, insbesondere Erbschafts- und Grenzfragen, die Exekution halsstarriger Schuldner und die Sühne für Verbrechen, und enthalten Anschauungen und Gebräuche, welche in das graueste Altertum zurückreichen und auffallende Analogien mit dem ursprünglichen römischen, skandinavischen, slawischen und germanischen Rechte darbieten. Vgl. "Ancient laws of Ireland" (Lond. 1865-79, 4 Bde.).

Breiapfel, s. Achras.

Breidenbach, Moritz Wilhelm August, Rechtsgelehrter, geb. 13. Nov. 1796 zu Offenbach, ward 1820 Hofgerichtsadvokat in Darmstadt, 1836 Ministerialrat, 1849 Direktor des Oberstudienrats und starb 2. April 1857 in Darmstadt. Er war eins der thätigsten Mitglieder der Kommission, die zu Leipzig das deutsche Wechselrecht beriet, und verfaßte unter anderm einen geschätzten "Kommentar über das großherzoglich hessische Strafgesetzbuch" (Darmst. 1842-45, 2 Bde.).