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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Breslauer Braun; Breslaur; Bresling; Bresnier; Bressanone; Bressant; Bresse, La; Breßlau

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Breslauer Braun - Breßlau.

versität nach B. verlegt. 1813 war B. kurze Zeit Sitz des Königs; von hier aus erging der Ausruf: "An Mein Volk!", und hier organisierten sich die Befreiungsheere. Nach der Schlacht bei Bautzen waren die Franzosen abermals (1.-12. Juni) Herren der Stadt. Die vollständige Umwandlung der schon 1808 geschleiften Festungswerke in die jetzigen Anlagen geschah nach dem Pariser Frieden. In neuer Zeit hat B. einen wahrhaft großartigen Aufschwung genommen.

Litteratur. Vgl. Gomolke, Kurzgefaßte Inbegriffe der vornehmsten Denkwürdigkeiten der Stadt B. (Bresl. 1731-33); Luchs, B., ein Führer durch die Stadt (9. Aufl., das. 1884); v. Ysselstein, Lokalstatistik der Stadt B. (das. 1866); "Breslauer Statistik" (hrsg. vom städtischen statistischen Amt, das. 1876-85, Serie I-IX); Markgraf und Frenzel, Breslauer Stadtbuch (das. 1882); P. Eschenloer, Geschichte der Stadt B. von 1440 bis 1479 (hrsg. von Kunisch, das. 1827, 2 Bde.); Pol (gest. 1632), Annalen von 965 bis 1623 (hrsg. von Büsching und Kunisch, das. 1813-24, 5 Bde.); Klose, Dokumentierte Geschichte und Beschreibung der Stadt B. (das. 1780-83, 5 Bde.; Fortsetzung in Stenzels "Scriptores rerum Silesiacarum", das. 1847, Bd. 3); Grünhagen, B. unter den Piasten (das. 1861); Bürkner und Stein, Geschichte der Stadt B. (das. 1851-53); Stein, Geschichte der Stadt B. im 19. Jahrhundert (das. 1884); "Breslauer Urkundenbuch" (hrsg. von G. Korn, das. 1870, Bd. 1); Heyne, Dokumentierte Geschichte des Bistums B. (das. 1860-68, 3 Bde.). Der Regierungsbezirk B. (s. Karte "Schlesien"), den mittlern Teil der Provinz Schlesien bildend, umfaßt 13,477 qkm (244,7 QM.) mit (1880) 1,544,292 Einw. und zerfällt in 24 Kreise:

Kreise QKilom. QMeilen Einwohner Einw. auf 1 qkm

Breslau (Stadt) 30 0,48 272912 -

Breslau (Land) 751 13,71 78547 104

Brieg 607 10,96 59395 98

Frankenstein 483 8,70 50723 105

Glatz 528 9,62 64769 123

Guhrau 678 12,29 36658 54

Habelschwerdt 791 14,36 62368 79

Militsch 931 16,91 54874 59

Münsterberg 344 6,24 33444 97

Namslau 584 10,60 38019 65

Neumarkt 711 12,95 57680 81

Neurode 317 5,75 51359 162

Nimptsch 376 6,88 31595 84

Ohlau 616 11,16 57098 93

Öls 899 16,32 68006 76

Reichenbach 362 6,57 68474 189

Schweidnitz 590 10,75 92100 156

Steinau 422 7,60 24694 58

Strehlen 344 6,25 36912 107

Striegau 299 5,44 39838 133

Trebnitz 820 15,10 52517 64

Waldenburg 378 6,85 112358 297

Wartenberg 812 14,75 51467 63

Wohlau 803 14,63 48485 60

Breslauer Braun, s. Kupferbraun.

Breslaur, Emil, Komponist, geb. 29. Mai 1836 zu Kottbus, war drei Jahre Religionslehrer und Prediger an der jüdischen Gemeinde seiner Vaterstadt, bildete sich von 1863 bis 1867 am Sternschen Konservatorium zu Berlin im Klavier- und Orgelspiel sowie in der Komposition aus, wirkte dann bis 1879 als Lehrer des Klavierspiels an der Kullakschen Akademie daselbst und gründete im letztgenannten Jahr das "Berliner Seminar zur Ausbildung von Klavierlehrern und -Lehrerinnen", verbunden mit einer permanenten Ausstellung musikpädagogischer Lehr- und Hilfsmittel, der ersten ihrer Art. Endlich begründete er im gleichen Jahr den Berliner Musiklehrerverein zur Hebung der geistigen und materiellen Interessen dieses Standes, welche er auch in der bereits 1878 von ihm ins Leben gerufenen Musikzeitung "Der Klavierlehrer" mit Erfolg vertritt. Als Komponist hat er sich durch eine Anzahl verdienstlicher Studienwerke, darunter "Die technische Grundlage des Klavierspiels" (Leipz. 1874), bekannt gemacht.

Bresling, s. Erdbeere.

Bresnier (spr. brenjeh), Louis Jacques, franz. Orientalist, geb. 11. April 1814 zu Montargis (Depart. Loiret), begann als einfacher Schriftsetzer auf eigne Hand orientalische Studien und brachte es bald so weit, daß er die Vorlesungen Marcels, Quatremères und S. de Sacys besuchen konnte, infolgedessen er sich eine gründliche Kenntnis der arabischen Sprache und Litteratur aneignete. Als die Regierung einen Lehrstuhl des Arabischen in Algier zu errichten beschloß, wurde B. dafür erwählt (1836) und entfaltete eine bedeutende Lehrwirksamkeit. Er starb 21. Juni 1869 in Algier. Seine Hauptwerke sind: "Cours pratique et théorique de la langue arabe" (2. Aufl., Algier 1855); "Anthologie arabe élémentaire" (das. 1852); "Chrestomathie arabe" (2. Aufl., das. 1856); "Principes élémentaires de la langue arabe" (das. 1867).

Bressanone, ital. Name von Brixen.

Bressant (spr. -ssang), Jean Baptiste Prosper, franz. Schauspieler, geb. 24. Okt. 1815 zu Châlon sur Saône, war erst Schreiber bei einem Rechtsanwalt in Paris, betrat 1835 das Theater Montmartre und, nachdem er den Unterricht Michelots genossen hatte, das Variétés-Theater. Nach wiederholten Zwistigkeiten mit der Direktion verschwand er 1839 und tauchte in Petersburg wieder auf. Glänzend honoriert und gefeiert, verschwand er 1846 hier ebenso plötzlich. Diese beiden Kontraktbrüche kosteten ihn 36,000 Frank. Von 1846 bis 1854 spielte er mit Auszeichnung am Gymnase in Paris erste Liebhaberrollen, um dann Societär der Comédie française zu werden, und zog sich 1876 gänzlich von der Bühne zurück. B., besonders wegen seiner Eleganz in Sprache und Gebärde gerühmt, hat am Théâtre du Gymnase über 40 hervorragende Rollen geschaffen; namentlich glänzte er auch in den "Proverbes" von A. de Musset u. a. Vgl. d'Heylli, B., sa vie dramatique, etc. (Par. 1877). - Eine Tochter von B., jetzt mit dem Präfekten M. d'Artigues, früher mit dem russischen Fürsten Michael Kotschubey verheiratet, hat sich unter dem Namen Alix B. mit Glück als Schriftstellerin in den Romanen: "Gabrielle Pinson" (1867), "Une Paria" (1869) und "Le manuscrit de Mademoiselle Camille" (1874) versucht.

Bresse, La (spr. bräß), ehemalige franz. Grafschaft, jetzt dem größern Teil nach im Departement Ain, zwischen Rhône, Saône und dem Ain, zerfiel in Ober- und Niederbresse. Noch vor dem 11. Jahrh. kommt sie als ein Teil Burgunds unter dem Namen Saltus Brixius, Brexia etc. vor und hatte ihre eigne Grafenreihe, die mit Guido (um 1290) schloß. Guidos Tochter Sibylle brachte B. durch Heirat an Savoyen; 1532-59 war das Land im Besitz Frankreichs, kam dann an Savoyen, aber 1601 im Frieden von Lyon gegen Saluzzo wieder an Frankreich zurück.

Breßlau, Harry, deutscher Geschichtsforscher, geb. 22. März 1848 zu Dannenberg in Hannover, studierte 1866-69 zu Göttingen und Berlin Geschichte und ward als Lehrer an der Realschule in Frankfurt a. M.,