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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Brienne; Brienz; Brier Creek; Brierley; Brierley Hill; Bries; Briesen; Briey; Brigach; Brigade

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Brienne - Brigade.

Jaffa in die Gewalt der Sarazenen, die ihn nach sieben Jahren in Ägypten töteten. Sein Sohn Hugo erhielt von Karl von Anjou die Grafschaft Lecce etc. und vergrößerte seine Hausmacht durch seine Vermählung mit Isabella von La Roche; Athen, Theben, Korinth, Argos etc. standen fortan unter seiner herzoglichen Gewalt.

4) Gautier V. von, Herzog von Athen, Sohn des vorigen, geriet mit seinen katalonischen Söldnern, deren Hilfe er zur Unterdrückung der Aufstände in Griechenland benutzt hatte, in Kampf und fiel 1312 am Kephisos. Vergeblich opferte Gautiers Witwe Johanna alle Schätze des Hauses zur Wiedererlangung der griechischen Fürstenmacht; nur die Güter in Apulien und Champagne blieben ihr und kamen tief verschuldet an ihren Sohn.

5) Gautier VI. von, Sohn des vorigen, wurde von König Robert von Neapel 1326 zum Statthalter von Florenz ernannt und leistete 1327 dem Kaiser Ludwig dem Bayern erfolgreichen Widerstand. 1331 machte er einen vergeblichen Versuch zur Wiedereroberung der griechischen Fürstentümer, 1339 und 1340 diente er dem König Philipp VI. von Frankreich, und 1342 setzte er sich in dem von den Pisanern besiegten Florenz fest, dessen Bürgerschaft ihm die Signorie auf Lebenszeit übertrug. Seine despotische, habsüchtige Regierung rief mehrere Aufstände hervor, so daß er 1343 Florenz verlassen mußte; 1356 wurde er Connetable von Frankreich und fiel 19. Sept. d. J. in der Schlacht bei Poitiers.

Brienne, Etienne Charles de Loménie de, s. Loménie de Brienne.

Brienz, Ort im schweizer. Kanton Bern, am Brienzer See, mit (1880) 2758 Einw., das Zentrum der Holzschnitzerei im Berner Oberland. Früher nur durch die "Bernerhüsli" bekannt, hat sich das Gewerbe seit Gründung von Zeichen- und Modellierschulen veredelt und liefert eine Menge brauchbarer Artikel und kunstvoll gearbeiteter Salongegenstände. B. ist auch eine belebte Touristenstation, Mittelpunkt einer an schönen Ansichten und Wasserfällen reichen Gegend (s. Gießbach). Der Fall des Mühlibaches ist 300 m hoch. Der nach dem Dorf benannte See ist ein von hohen Bergzügen eingerahmtes Bassin von 14 km Länge, bis 3 km Breite und hat 29,95 qkm Flächeninhalt. Er ist von sehr bedeutender Tiefe (650 m), wird in der Saison regelmäßig von 4-5 Dampfern befahren, ist nur bei starkem Föhn stürmisch und an schönen Uferansichten reich (s. Interlaken). Er liegt 566 m ü. M. und steht durch die Aare mit dem benachbarten Thuner See in Verbindung. Am Südufer springt die an Naturschönheiten reiche Halbinsel Iseltwald in den See vor.

Brier Creek (spr. breier krihk), Fluß im nordamerikan. Staat Georgia, mündet östlich von Jacksonborough in den Savannah. Hier 3. März 1779 Sieg der Engländer unter Prevost über die Nordamerikaner unter General Ash.

Brierley (spr. breierli), Benjamin, engl. Volksschriftsteller und Dialektdichter, geb. 26. Juni 1825 zu Failsworth bei Manchester als der Sohn eines armen Webers, erhielt nur eine dürftige Schulbildung und wurde dann selbst ein Seidenweber in Manchester, wohin er neun Jahre lang täglich von seinem Wohnort Hollinwood aus pilgerte, welche Gänge er zugleich zur Lektüre benutzte. So lernte er namentlich Burns kennen, der einen lebhaften Eindruck auf ihn machte; später nährten Shakespeare und Byron seine dichterischen Neigungen. Sein eigner erster poetischer Versuch war: "My uncle's garden" (1849). Nachdem er 1855 einen ersten wirklichen Erfolg mit den Prosaskizzen: "A day out" und "Jimmy the jobber" gehabt, gab er sein Handwerk auf und lebt seitdem als Journalist in Manchester, zuerst als Hilfsredakteur eines Lokalblattes, dann selbständig, indem er das "Journal of literature, science and art" herausgab. B. hat eine große Menge Erzählungen, Lustspiele, Lieder veröffentlicht (vieles davon in der Mundart von Lancashire) und ist auch selbst als Schauspieler aufgetreten. Es seien hier nur erwähnt: "Tales and sketches of Lancashire life" (1863); "The layrack of Langley-side" (1864); "Irkdale" (1865); "Our old chimney nook, a Christmas story" (1868).

Brierley Hill (spr. breierli), Fabrikstadt in Staffordshire (England), dicht bei Dudley, mit (1881) 11,547 Einw., Eisenhütten, Glashütten, Kohlengruben und Gewinnung von feuerfestem Thon.

Bries (ungar. Breznóbánya), Stadt im ungar. Komitat Sohl, an der Gran, mit Piaristengymnasium und (1881) 3733 Einw., meist Slawen, welche Gewerbe, Ackerbau und Viehzucht treiben und aus Schafmilch den sogen. Brinsenkäse bereiten, der ein bedeutender Handelsartikel ist. Die Stadt erhielt schon 1380 von König Ludwig I. ihre Privilegien und wurde 1650 durch Ferdinand III. zur Freistadt erhoben.

Briesen, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Marienwerder, Kreis Kulm, an der Thorn-Insterburger Eisenbahn, hat ein Amtsgericht, eine evangelische und kath. Kirche, eine Synagoge, Maschinenfabrik, Molkerei, Landwirtschaft und (1880) 4498 Einw., davon 1871 Evangelische, 1958 Katholiken und 654 Juden (1500 Polen).

Briey (spr. briäh), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Meurthe-et-Moselle, an der Ostbahn, hat (1881) 2089 Einw., Eisenwerke und Baumwollspinnerei.

Brigach, einer der beiden Quellflüsse der Donau (s. d.).

Brigade (franz., ital. Brigata, "Herrscher", v. mittellat. brigare, "streiten"), der höchste aus derselben Waffe (2-3 Regimentern) bestehende Truppenverband. Hiernach gibt es Infanterie-, Kavallerie-, Feld- und Fußartillerie-, in Rußland auch Schützen- und Sappeur-, in Frankreich Kürassier-, Dragoner- etc. Brigaden. Die Gendarmeriebrigaden in Preußen umfassen sämtliche Gendarmen einer Provinz, in Bayern und Frankreich die einem Unteroffizier unterstellten Gendarmen. Die Einführung der Brigaden ward veranlaßt durch das Bedürfnis einer neuen Kampfstellung, als das Feuergewehr anfing, die ausschließliche Waffe des Fußvolkes zu werden. Gustav Adolf errichtete dergleichen, ohne anfangs eine permanente Einteilung seiner Truppen damit zu bezwecken. Als er in der Schlacht von Demmin (1630) seine neue Brigadestellung erprobt hatte, hielt er es in administrativer und disziplinarischer Hinsicht für zweckmäßig, auch außer dem Gefecht eine ähnliche Zusammenstellung beizubehalten, da die unmittelbare Übersicht über 12-16 Regimenter zu schwierig war. Er stellte deswegen im Lager von Schwedt (Februar 1631) unter dem Namen B. je 2 oder 3 Regimenter unter der speziellen Leitung eines der Obersten zusammen, so daß seine Armee aus 6 Brigaden bestand. Bei den Franzosen ward diese Einrichtung durch Turenne eingeführt, und schon 1667 kommt die Charge eines Brigadiers (Brigentarius) bei der französischen Kavallerie vor. In den französischen Revolutionskriegen entstanden