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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Brumaire; Brumal; Brumata-Leim; Brumath; Brumel; Brummeisen; Brummstimmen; Brun; Brün.; Brunck; Brundusium; Brune

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Brumaire - Brune.

im gotischen Rein- und Mischstil ausführte. Auch einige in italienischer Renaissance ausgeführte sehr gefällige Datschen (Villen) in der Umgegend von Petersburg sind nach seinen Entwürfen ausgeführt. Er starb 21. Jan. 1877 in Petersburg.

Brumaire (franz., spr. brümähr, "Nebelmonat"), zweiter Monat im französischen Revolutionskalender, vom 23. Okt. bis zum 21. Nov. dauernd. Berühmt ist der 18. B. des Jahrs VIII (9. Nov. 1799), an welchem Bonaparte das Direktorium stürzte und sich zum Ersten Konsul machte.

Brumal (lat.), winterlich.

Brumata-Leim, eine von dem Lehrer Becker in Jüterbogk angegebene klebrige Masse, welche man zum Fangen der den Obstbäumen schädlichen Insekten, namentlich des Blatträubers (Fidonia defoliaria L.) und des Frostspanners (Acidalia brumata), anwendet. Man umwickelt die Stämme mit einem anliegenden oder besser unten abstehenden Papierring und bestreicht diesen mit dem B., in welchem sich die Schmetterlinge festsetzen. Man legt den B. Mitte, spätestens Ende Oktober an, weil dann gewöhnlich die Schmetterlinge erscheinen, von denen die Weibchen nicht fliegen können, sondern die Zweigspitzen kriechend zu erreichen suchen, um dort ihre Eier abzulegen, aus denen im Frühjahr die so schädlichen Raupen auskriechen. In Forsten hat man in ähnlicher Weise durch Teerringe den Verwüstungen der großen Kiefernraupe vorzubeugen gesucht, doch trocknet der Teer zu schnell aus und muß alle 6-8 Tage neu aufgestrichen werden. Zu Darstellung eines guten Raupenleims werden 2,5 kg Rüböl und 0,5 kg Schweinefett bis aus zwei Drittel der Masse eingekocht und unter beständigem Umrühren mit 0,5 kg dickem Terpentin und 0,5 kg vorher mit dem Terpentin zusammengeschmolzenem Kolophonium versetzt. Die Masse muß sich nach dem Erkalten, ohne abzufließen, aufpinseln lassen und hält sich an 4 Monate klebrig. Auch ein wiederholter Anstrich von Stamm und Hauptästen mit einer Mischung von 1 kg Alaun und 2 kg Soda in 15 Lit. Wasser hat die Insekten von Obstbäumen erfahrungsmäßig fern gehalten, auch die Apfelbäume von der Blutlaus befreit.

Brumath (Brumpt), Stadt in Elsaß-Lothringen, Bezirk Unterelsaß, Landkreis Straßburg, an der Zorn und der Straßburg-Pariser Eisenbahn, hat ein Amtsgericht, eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Landesirrenanstalt (Stephansfeld), Gerberei, Wein-, Hopfen- und Tabaksbau und (1880) 5545 Einw. (3020 Evangelische, 2044 Katholiken und 479 Juden). In der Nähe die kaiserliche Obstbaumschule Grafenburg. B. ist das römische Breucomagus; in der Umgegend römische Altertümer.

Brumel, Antonius, Kontrapunktist aus der niederländischen Schule, geboren in Französisch-Flandern, lebte Ende des 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. Über die Lebensumstände dieses Meisters ist nichts Näheres bekannt; doch muß er bereits im Beginn des 16. Jahrh. in Italien berühmt gewesen sein, da seine Arbeiten (Messen, Motetten und andre Kirchenkompositionen) neben denen des Josquin de Près in den um diese Zeit zu Venedig und Rom veröffentlichten Sammlungen einen wichtigen Platz einnehmen. Auch erscheint sein Name in einem Trauergesang (Déploration) auf den Tod Ockenheims, in welchem die hervorragenden Schüler dieses Meisters zur Teilnahme aufgefordert werden. Als ein weiterer Beweis für Brumels Tüchtigkeit darf das Zeugnis des gleichzeitigen Theoretikers Glarean gelten, der ihn zu den besten Künstlern des Jahrhunderts rechnet, und diese Ansicht bestätigen auch die von ihm erhaltenen Kompositionen, die zwar an Kühnheit der Erfindung denen des Josquin nachstehen, hinsichts der Leichtigkeit der Stimmführung und des Reichtums der Harmonie ihnen jedoch ebenbürtig sind.

Brummeisen, s. Maultrommel.

Brummstimmen, s. v. w. Gesang ohne Worte und mit geschlossenem Mund (a bocca chiusa), so daß der Ton nur brummend durch die Nase kommt. Von den B. ist neuerdings häufig in Männergesangsquartetten zur Begleitung einer Solostimme Gebrauch gemacht worden.

Brun, Friederike Sophie Christiane, Schriftstellerin, geb. 3. Juni 1765 zu Gräfentonna im Gothaischen, kam mit ihrem Vater, dem Pastor Munter, frühzeitig nach Kopenhagen und vermählte sich hier 1783 mit dem Konferenzrat Konstantin B. (gest. 19. Febr. 1836), den sie seit 1791 auf seinen wiederholten Reisen durch die Schweiz, Südfrankreich, Italien etc. begleitete. Hier lernte sie Klopstock, Matthisson, Joh. v. Müller, Bonstetten, Zoega, Fernow, Angelika Kauffmann, Necker, Frau v. Staël u. a. kennen. Seit 1810 wieder in Kopenhagen, starb sie daselbst 25. März 1835. Von ihren Schriften sind zu erwähnen: "Tagebuch einer Reise durch die Schweiz" (Kopenh. 1800); "Episoden aus Reisen durch das südliche Deutschland etc." (Bd. 1-2, Zürich 1807-1809; Bd. 3, Mannh. 1816); "Sitten- und Landschaftsstudien von Neapel und seinen Umgebungen" (Pest 1818); "Briefe aus Rom" (Dresd. 1816, 2. Aufl. 1820); drei Bändchen "Gedichte" (Zürich 1795, Darmst. 1812 und Bonn 1820) sowie "Wahrheit aus Morgenträumen und Idas ästhetische Entwickelung" (Aarau 1824), die teilweise Beschreibung ihres Jugendlebens enthaltend, und "Römisches Leben" (Leipz. 1833, 2 Bde.).

Brun, Charles le, Maler, s. Lebrun.

Brün., bei zoolog. Namen Abkürzung für M. Th. Brünnich, geb. 1737 zu Kopenhagen, Professor der Naturgeschichte und Oberberghauptmann in Norwegen, gest. 1827 in Kopenhagen (Insekten, Fische, nordische Vögel).

Brunck, Richard François Philippe, franz. Philolog, geb. 30. Dez. 1729 zu Straßburg, wurde bei den Jesuiten in Paris gebildet, machte als Kriegskommissar den Siebenjährigen Krieg mit, widmete sich nach seiner Rückkehr, trotzdem er fortwährend im Amte stand, seit 1760 in Straßburg philologischen Studien und übte bald höchst förderlichen Einfluß auf das Verständnis griechischer Dichter. Während der Revolution wurde B. als Gemäßigter von einem Gefängnis zum andern bis nach Champlitte geschleppt, erhielt zwar nach Robespierres Sturz die Freiheit wieder, entsagte aber nun fast gänzlich der litterarischen Thätigkeit, so daß nur noch die Textausgabe des Terentius (1797) erschien, und starb 12. Juni 1803. Er gab heraus: "Analecta veterum poetarum graecorum" (Straßb. 1772-76, 3 Bde.), den Anakreon (das. 1778, 3. Ausg. 1786), mehrere Stücke griechischer Tragiker, Apollonios Rhodios (das. 1780), Aristophanes mit trefflicher lateinischer Übersetzung (das. 1781-83, 3 Bde.), die "Poetae gnomici graeci" (das. 1784), den Vergilius (1785) und endlich Sophokles mit neuer lateinischer Übersetzung, Scholien etc. (das. 1786, 2 Bde.; 3. Ausg. 1789, 3 Bde.), seine vorzüglichste Arbeit, welche der König mit einem Jahresgehalt von 2000 Frank belohnte.

Brundusium, Stadt, s. Brindisi.

Brune (spr. brühn), Guillaume Marie Anne, franz. Marschall, geb. 13. März 1763 zu Brive la Gaillarde (Corrèze), wurde in Paris Buchdrucker,