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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Caerulecus; Cärularius; Carum; Caruncula; Carúpano; Carus

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Cärularius - Carus.

bessere Maschine zu stande, die er 1787 und 1788 weiter vervollkommte. Er gründete 1787 eine Weberei zu Doncaster und arbeitete daselbst mit 20 seiner mechanischen Stühle, welche er seit 1789 durch eine Dampfmaschine trieb. Der Kraftstuhl muß aber den damaligen praktischen Anforderungen nicht entsprochen haben, denn die Fabrik ging 1793 ein. Im J. 1789 konstruierte C. eine Flachsbrechmaschine, 1790 eine Flachsschwingmaschine, und 1789-92 nahm er vier Patente für eine Wollkämmmaschine, ohne aber dieselbe in einen praktisch brauchbaren Zustand bringen zu können. Immerhin war dies der erste Versuch, eine solche Maschine zu konstruieren. C. hat sich auch bemüht, eine direkt wirkende Dampfmaschine zu entwerfen; er erfand eine Maschine, welche, von zwei Menschen getreten, bedeutende Lasten schnell fortschafft, und beschäftigte sich auch mit der Bewegung von Wagen und Schiffen durch Dampf. Durch die Ballade "Armyne and Elvira" erwarb er sich litterarischen Ruf.

3) Peter, berühmter Methodisten-Wanderprediger der Vereinigten Staaten Nordamerikas, geb. 1. Sept. 1785 in Amherst County (Virginia), führte in seiner Jugend ein wildes Abenteurerleben in Kentucky, von welchem er sich 1801 plötzlich bekehrte, um bald nachher als Wanderprediger und Temperänzler, kurze Zeit aber auch als Mitglied der Staatslegislatur von Illinois einen mächtigen, übrigens in Notfällen auch durch riesige Muskelkraft unterstützten Einfluß zu üben. Eine der charakteristischten Erscheinungen Nordamerikas, starb er 25. Sept. 1872 zu Pleasant Plains im Staat Illinois. Vgl. seine "Autobiography" (neue Ausg., Lond. 1882) und Hooper, Fifty years as a presiding elder (Cincinnati 1871).

Cärularius, Michael, Patriarch von Konstantinopel 1043, Urheber der Spaltung zwischen der römischen und griechischen Kirche. Da er in einem Schreiben an den Bischof Johannes von Trani der römischen Kirche das Essen des Erstickten und besonders den Gebrauch von ungesäuertem Brot beim Abendmahl zum Vorwurf machte, erschien eine Gesandtschaft des Papstes Leo IX. in Konstantinopel, forderte von C. Widerruf jener Angriffe sowie Ablegung des angemaßten Titels "allgemeiner Patriarch" und legte auf seine Weigerung 16. Juli 1054 auf dem Altar der Sophienkirche eine Bannbulle nieder, worin der Patriarch und die Einrichtungen seiner Kirche mit allen möglichen Ketzernamen überhäuft wurden. Hiermit war der Bruch zwischen der morgen- und abendländischen Kirche entschieden. Vom Kaiser Konstantin IX. zur Strafe für seine Anmaßung 1059 in die Verbannung geschickt, starb C. bald darauf.

Caerulecus (lat.), dunkelblau, schwarzblau.

Carum L. (Kümmel), Gattung aus der Familie der Umbelliferen, ein- oder mehrjährige, meist kahle Kräuter mit zwei- bis dreifach gefiederten Blättern, meist sehr schmalen Segmenten, mit oder ohne Hüllen und Hüllchen, mit weißen Blüten und länglicher, an den Seiten zusammengedrückter Frucht. Etwa 45 Arten in gemäßigten und subtropischen Klimaten. Über die wichtigste Art, C. carvi, s. Kümmel. C. Bulbocastanum Koch (Kastanienkümmel, Erdkastanie), mit aufrechtem, gestreiftem, 60 cm hohem Stengel, doppelt bis dreifach gefiederten Blättern, zwei- bis dreilappigen Blättchen, linealisch spitzigen Läppchen, gipfelständiger Dolde und verlängerten, elliptischen Früchten, wächst in Süd- und Westeuropa auf Äckern und Weinbergen, in Deutschland vorzüglich am Rhein. Die Wurzelknollen (Erdkastanien, Erdnüsse) sind fast nußartig, aber unförmlich, mit vielen Zasern, braun, inwendig weiß und mehlig und werden im südlichen Europa gekocht und geröstet wie Kastanien genossen. Die Samen gebraucht man statt des Kümmels, die jungen Blätter statt der Petersilie.

Caruncula, Fleischwärzchen; vgl. auch Same.

Carúpano, Hafenstadt im Staat Bermudez der südamerikan. Republik Venezuela, an der Nordküste der Halbinsel Paria, in fruchtbarer Umgebung, die viel Kakao und Zucker produziert, und in der Nähe von Silber- und Bleigruben, mit (1883) 12,389 Einw. Der Handel ist in schnellem Wachsen; 1882-83 betrug die Einfuhr 1,614,752, die Ausfuhr 2,313,502 Bolivares (namentlich Kakao, Kaffee und Fische).

Carus (lat.), lieb, teuer.

Carus, M. Aurelius, röm. Kaiser 282 n. Chr., von ungewisser Herkunft, war unter Kaiser Probus Praefectus praetorio (Oberster der Leibwache) und wurde nach dessen Ermordung von den Soldaten zum Kaiser erhoben. Nachdem er seine Söhne Carinus und Numerianus zu Cäsaren ernannt und die Sarmaten gedemütigt hatte, zog er mit Numerianus gegen die Perser, unterwarf Mesopotamien und eroberte Ktesiphon. Aber schon 283 starb er in seinem Lager jenseit des Tigris oder wurde, wie auch berichtet wird, in seinem Zelt vom Blitz getötet.

Carus, 1) Karl Gustav, Mediziner, geb. 3. Jan. 1789 zu Leipzig, studierte daselbst, habilitierte sich 1811 als Privatdozent und begann Vorlesungen über vergleichende Anatomie. Später widmete er sich der Gynäkologie, ging 1814 als Professor der Entbindungskunst und Direktor der geburtshilflichen Klinik nach Dresden und wurde 1827 königlicher Leibarzt. Im J. 1862 erwählte ihn die kaiserliche Leopoldinisch-Karolinische Akademie zum Präsidenten. C. starb 28. Juli 1869 in Dresden. Er schrieb: "Lehrbuch der Zootomie" (Leipz. 1818, 2. Aufl. 1834); "Lehrbuch der Gynäkologie" (das. 1820; 3. Aufl. 1838, 2 Bde.); "Erläuterungstafeln zur vergleichenden Anatomie" (das. 1826-55, 9 Hefte, mit Ed. d'Alton); "Grundzüge zur vergleichenden Anatomie" (Dresd. 1828, 3 Bde.); "System der Physiologie" (das. 1838-1840, 3 Bde.; 2. Aufl., Leipz. 1848-49, 2 Bde.); "Grundzüge einer neuen und wissenschaftlich begründeten Kranioskopie" (Stuttg. 1841); "Atlas der Kranioskopie" (Leipz. 1843, Heft 1); "Über Grund und Bedeutung der verschiedenen Formen der Hand bei verschiedenen Personen" (Stuttg. 1846); "Psyche, zur Entwickelungsgeschichte der Seele" (Pforzh. 1846; 3. Aufl., Stuttg. 1860), dem alsbald "Physis, zur Geschichte des leiblichen Lebens" (das. 1851) folgte; "Symbolik der menschlichen Gestalt" (Leipz. 1853, 2. Aufl. 1858); "Proportionslehre des menschlichen Körpers" (das. 1854); "Natur und Idee" (Wien 1861); "Die Lebenskunst nach den Inschriften des Tempels zu Delphi" (Dresd. 1863); "Neuer Atlas der Kranioskopie" (2. Aufl., Leipz. 1864); "Über die typisch gewordenen Abbildungen menschlicher Kopfformen" (Jena 1863); "Vergleichende Psychologie oder Geschichte der Seele in der Reihenfolge der Tierwelt" (Wien 1866). Seinem freundschaftlichen Verkehr mit Goethe entsprangen die Schriften: "Goethe. Zu dessen näherm Verständnis" (Leipz. 1843); "Briefe über Goethes Faust" (Heft 1, Vorwort und drei Briefe enthaltend, das. 1835); "Goethe und seine Bedeutung für diese und die künftige Zeit" (Festrede, Dresd. 1849), dem sich ein größeres Buch unter demselben Titel (Wien 1863) anschloß, etc. Auch als Künstler hat C. im Felde der Landschaftsmalerei Ausgezeichnetes geleistet. Ebenso hat er die 6 Tafeln zur Darstellung des Nervensystems gestochen und die 20 Tafeln

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]