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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Castelnaudary - Casti.

den, wozu später noch ein Atlas kam, veröffentlicht: "Expédition dans les parties centrales de l'Amérique du Sud, etc." (Par. 1850-61).

Castelnaudary (spr. -no-), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Aude, auf einer Anhöhe nahe dem Canal du Midi, der hier ein großes Hafenbecken bildet, und an der Südbahn, von der hier die Zweiglinie nach Castres ausläuft, hat ein Collège, ein Handelsgericht, eine Bibliothek von 10,000 Banden und (1881) 8502 Einw., welche Fabrikation von Thonwaren, grobem Tuch, Schiffbau und Handel mit Bauholz, Getreide und Mehl (aus den zahlreichen Windmühlen der Umgebung) betreiben. - C. war das Sostomagus der Römer, eine der ältesten Städte des südlichen Gallien, wurde im 5. Jahrh. von den arianischen Westgoten zerstört und unter dem Namen Castrum novum Arianorum (woraus der jetzige Name entstanden ist) wieder aufgebaut. Hier wurden der Troubadour Armand Vidal und der berüchtigte päpstliche Legat Peter von Castelnau geboren, dessen Ermordung 1208 so schwere Folgen für die Albigenser (s. d.) hatte. C. war damals die feste Hauptstadt der Grafschaft Lauragais. Hier lieferten sich Raimund von Toulouse und Simon von Montfort 1212 eine blutige Schlacht, und 1237 setzte die Inquisition ihre Ketzergerichte daselbst ein. 1355 wurde C. vom Schwarzen Prinzen eingenommen und verbrannt, 1366 wieder ausgebaut. Am 1. Sept. 1632 kam es bei C. zur Schlacht zwischen den königlichen Truppen unter Marschall Schönberg und denen des Herzogs von Orléans, des Bruders Ludwigs XIII., in welcher der letztere eine schimpfliche Niederlage erlitt und Montmorency, der Statthalter von Languedoc, gefangen ward.

Castelnau-Montratier (spr. kastellnoh-mongtratjeh), Stadt im franz. Departement Lot, Arrondissement Cahors, auf einem Hügel an der Lutte gelegen, mit Resten alter Befestigungen, zwei alten Schlössern, vortrefflichem Weinbau und (1876) 1041 Einw. Dabei auf einem Hügel ein 20 m hoher, 150 m im Umfang haltender Tumulus, genannt la butte de Maurélis.

Castelnuóvo di Garfagnana (spr. -fanjána), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Massa e Carrara und Hauptort der Landschaft Garfagnana, am Serchio, mit (1881) 1974 Einw.

Castel Rodrigo, Stadt in der portug. Provinz Beira, Distrikt Guarda, in fruchtbarer Gegend am Nordabhang der Serra da Marosa, mit 1700 Einw., ist von Mauern umgeben und gilt als starke Festung.

Castel Rosso (Castelloryzo, Meis, das antike Megiste), Insel an der Südküste von Kleinasien, östlich von Rhodus, mit der gleichnamigen Hafenstadt von 5000 Einw. und einem Johannniterschloß ^[richtig: Johanniterschloß]. Die Bewohner (ein Fünftel Türken, der Rest Griechen) treiben lebhaften Handel, Schiffahrt und besonders Schwammfischerei.

Castel San Giovanni (spr. dschow-), Flecken in der ital. Provinz Piacenza, an der Eisenbahn Alessandria-Bologna und der Via Ämilia, mit (1881) 3968 Einw. Hier 17.-19. Juni 1799 Sieg der Österreicher und Russen unter Melas und Suworow über die Franzosen unter Macdonald.

Castel San Pietro, Flecken in der ital. Provinz Bologna, Kreis Imola, am Silaro und an der Eisenbahn von Bologna nach Ancona, hat ein altes Schloß, mehrere salz- und eisenhaltige Mineralquellen und (1881) 2913 Einw. C. wurde im 13. Jahrh. von den Bolognesen als Grenzfestung gegen die Florentiner erbaut. Die alte Via Ämilia durchzieht, mit Arkaden besetzt, den von Bäumen umgebenen Ort.

Castel Sardo, Stadt in der ital. Provinz Sassari, am Golf von Asinara der Nordküste der Jusel Sardinien, mit (1881) 1657 Einw. und Korallenfischerei.

Castel Sarrasin (spr. ssarrasäng), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Tarn-et-Garonne, am Seitenkanal der Garonne und an der Südbahn, mit einem Collège, Fabriken für Wollzeuge, Hüte, Leder und (1881) 3755 Einw.

Casteltermini, Stadt in der ital. Provinz Girgenti (Sizilien), Kreis Bivona, an der Eisenbahn Palermo-Girgenti, hoch gelegen, hat eine schöne Hauptkirche (mit zwei Bildern von Velasquez), Schwefelgruben und (1881) 9205 Einw.

Castelvetrano, Stadt in der ital. Provinz Trapani (Sizilien), Kreis Mazzara del Vallo, an der Eisenbahn Palermo-Trapani, in fruchtbarer Ebene, mit (1881) 19,569 Einw., welche Öl- und Weinbau, Seiden-, Baumwoll- und Leinweberei betreiben. Südlich von C. die großartigen Ruinen von Selinunt (i Pilieri).

Castera-Verduzan (spr. -werdüsäng), Badeort im franz. Departement Gers, Arrondissement Condom, an der Auloue, mit 1080 Einw., hat drei schwefel und eisenhaltige Mineralquellen (23° C.), die jährlich von ca. 1200 Kurgästen benutzt werden. Dabei Ruinen eines alten Schlosses der Tempelherren.

Casti, Giambattista, ital. Dichter, geboren wahrscheinlich 1721 zu Prato in Toscana, machte seine ersten Studien im Seminar zu Montefiascone und erhielt in der Folge eine Professur an derselben Anstalt und ein Kanonikat an der Kathedrale. Bei Gelegenheit eines Aufenthalts in Florenz (1764) machte er die Bekanntschaft des Grafen Rosenberg, der ihn mit sich nach Wien nahm und am dortigen Hof einführte, wo er sich durch Geist und Liebenswürdigkeit allgemein belebt machte und der besondern Gunst Josephs II. genoß. C. begleitete darauf mehrere kaiserliche Gesandtschaften nach Petersburg, später nach Berlin und Madrid. Nach seiner Rückkehr nach Wien zum kaiserlichen Hofdichter befördert, verfaßte er zwei komische Opern: "La grotta di Trofonio" (eine Satire gegen die anmaßlichen Schulphilosophen) und "Re Teodoro", und die mehr burleske "Congiura di Catilina", deren Held Cicero ist. Nach Josephs II. Tod ließ er sich in Florenz nieder, wo er den größten Teil seiner Gedichte schrieb. Um seine "Animali parlanti" zum Druck zu bringen, begab sich der rüstige Greis 1798 nach Paris, wo ihn 6. Febr. 1803 der Tod überraschte. Seine beiden Hauptwerke sind die "Novelle galanti" (zuerst Par. 1793; vermehrt, das. 1804, 3 Bde., u. öfter) und das didaktisch-satirische Tierepos "Gli animali parlanti" (das. 1802, 3 Bde.; Flor. 1822; deutsch von Stiegler, Aachen 1843, 2 Bde.). Die 48 Novellen sind in Oktaven geschrieben, größtenteils von Castis eigner Erfindung, voll Witz und Laune, aber fast durchgängig äußerst schlüpfrig. In den "Animali parlanti", in sechszeiligen Stanzen und 26 Gesängen, werden in dem Gewand der Tierfabel die Fehler und Gebrechen der verschiedenen politischen Systeme dargelegt. Das Gedicht gehört trotz einiger allzu lang ausgesponnene Partien wegen der lebendigen Darstellung, des glänzenden Stils und der Leichtigkeit des Versbaues zu den vorzüglichsten seiner Art. Von geringerer Bedeutung und weniger bekannt ist das satirische Gedicht "Poema tartaro", in 12 Gesängen (zuerst Mail. 1802, 2 Bde.; neue Ausg., das. 1871), in welchem das Hofleben Katharinas II. gegeißelt wird. Castis übrige poetische Werke, unter welfen noch seine zum Teil reizenden anakreontischen Lieder sowie seine 216 schmerzhaften Sonette "I tre Giulj" zu nennen sind, erschienen als, sind

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]