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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cat.; Catabolum; Catacachi; Catalani; Catalauni; Catalpa; Catamarca

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Cat. - Catamarca.

zum gemeinsamen Handeln veranlaßt; c. fortuitus oder improvisus, ein unvorhergesehener Fall; c. invitabilis, ein unvermeidlicher Fall; c. insolitus, ein ungewöhnlicher Fall; c. in terminis, ein mit dem vorliegenden ganz übereinstimmender Fall; c. merus, ein reiner Zufall; c. necessitatis, Notfall; c. pro amico, Fall, in welchem die Rücksicht auf einen Freund obwaltet; c. providentiae, ein von der Vorsehung veranlaßter Fall; c. reservatus, Vorbehaltungsfall, ein solches Vergehen, von dem, außer in Todesgefahr, nur die eigentlichen Inhaber der kirchlichen Jurisdiktion, der Papst oder der Bischof oder der Ordensgeneral, absolvieren können, z. B. schwere Todsünden (atrociora et graviora crimina); c. solitus, ein gewöhnlicher Fall; c. tragicus, ein trauriger Fall; casu, durch Zufall, zufällig; casu substrato, in praesenti, in hoc, in nostro casu, im vorliegenden Fall; in casum, auf den Fall; in casum c., auf den Fall des Falles, d. h. des Eintretens gewisser Eventualitäten. In der Rechtswissenschaft versteht man unter C. einen Nachteil, welcher unverschuldeterweise eintritt, daher die Rechtsregeln: c. a nullo praestatur, für den Zufall hat niemand einzustehen; casum sentit dominus, den zufälligen Schaden hat der Eigentümer, Besitzer der von dem zufälligen Schaden betroffenen Sache zu tragen.

Cat., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Marcus Catesby (spr. kehtsbi), geb. 1680 zu London, gest. 1750 daselbst; bereiste Nordamerika; schrieb: "Natural history of Carolina, Florida and the Bahama Islands" (2. Aufl., Lond. 1754); "Hortus britannico-americanus" (2. Aufl., das. 1767).

Catabolum (lat.), bei den Römern der Ort, wo wilde Tiere zu den öffentlichen Kämpfen aufbewahrt wurden; im Mittelalter ein Stall, wo auf öffentliche Kosten für den öffentlichen Dienst Lasttiere standen, also s. v. w. Poststation.

Catacachi (pr. -tschi), Stadt in der Provinz Imbabura der südamerikan. Republik Ecuador, am Fuß des 4966 m hohen Vulkans von C., mit ca. 4000 Einw.

Catalani, Angelica, Opernsängerin, geboren im Oktober 1779 zu Sinigaglia unweit Ancona, kam als Pensionärin in das Kloster Santa Lucia bei Rom, wo sie als Chorsängerin bereits Aufsehen erregte. In ihrem 14. Jahr war ihre Stimme vollkommen ausgebildet, und sie verließ nach eignem Willen sowie auf den Rat ihres Musiklehrers Boselli das Kloster, um sich für das Theater vorzubereiten. Nachdem sie 1795 in Venedig debütiert und hier sowie in den andern großen Städten Italiens glänzende Erfolge errungen hatte, erhielt sie 1801 ein Engagement in Lissabon, wo sie fünf Jahre hindurch das Publikum entzückte. Im J. 1806 ging sie, nachdem sie sich mit einem Herrn v. Valabrègue, einem ehemaligen französischen Kapitän, vermählt hatte, über Madrid und Paris nach London. Der Eindruck, den sie hier machte, übertraf alles je Dagewesene, und ihr Gesang begeisterte fortdauernd die höchsten wie die untersten Stände. Nach einem achtjährigen Aufenthalt, während dessen sie sich ungeheure Summen Geldes erworben hatte, wandte sie sich wieder nach Paris, wo sie eine Zeitlang die Direktion der Italienischen Oper übernahm. Während der Hundert Tage ging sie nach Belgien, kehrte dann nach Paris zurück und übernahm zum zweitenmal die Leitung des italienischen Theaters, konnte sich aber mit den ihr vorgesetzten Behörden nicht vertragen und legte deshalb nach kurzer Zeit ihr Amt nieder. Im J. 1816 trat sie eine Kunstreise an, besuchte die Hauptstädte Deutschlands, Dänemark, Schweden und Italien und wurde überall mit unerhörtem Enthusiasmus aufgenommen. Als sie 1818 Europa wiederum bereiste, hatte sie schon bedeutend an Macht ihrer Stimme verloren und schwächte dadurch den Eindruck ihres ersten Auftretens. Vier Jahre später jedoch trat sie wieder mit dem frühern Erfolg in London auf, und erst 1827, nachdem sie noch in Polen, Rußland und zuletzt in Berlin gesungen, nahm sie von der Öffentlichkeit Abschied. Sie lebte später teils auf ihrem Gut bei Florenz, wo sie auch eine Gesangschule stiftete, in der sie jungen Mädchen unentgeltlichen Unterricht erteilte, teils zu Paris, wo sie 13. Juni 1849 an der Cholera starb. Trotz mancherlei technischer Mängel war ihr Vortrag von so unbeschreiblichem Reiz, daß sie Kenner wie Laien unwiderstehlich zu fesseln wußte. Besonders leistete sie als Koloratursängerin Erstaunliches; in chromatischen Läufen z. B., sowohl auf- als absteigend, war ihre Sicherheit auch im schnellsten Tempo unfehlbar. Wie ihr Organ bezüglich der Geläufigkeit mit der der Instrumente wetteifern konnte, bewies sie unter anderm durch den Vortrag Rodescher Violinvariationen, welches Kunststück von spätern Sängerinnen vielfach, doch nie mit ähnlichem Erfolg, versucht worden ist. Von Charakter edel und großartig, ließ sie die in ihrer Künstlerlaufbahn erworbenen Schätze größtenteils den Bedürftigen zu gute kommen, und wenn sie z. B. in einer einzigen viermonatlichen Londoner Saison 240,000 Frank einnahm, so beziffert sich anderseits die von ihr den Armen gespendete Summe auf mehr als 2 Millionen.

Catalauni, Volk, s. Katalauner.

Catalpa Scop. (Catalpabaum, Trompetenbaum), Gattung aus der Familie der Bignoniaceen, Bäume oder Sträucher mit langgestielten, breit herz- oder eiförmigen Blättern, weißen, gelblichen oder dunkelroten, große, zusammengesetzte, bisweilen aber auch einfache Blütenstände bildenden Blüten und schotenförmiger, zweiklappiger Kapsel mit geflügelten Samen. Sechs in Ostasien, Nordamerika und Westindien heimische Arten. C. syringaefolia Sims. (Zigarrenbaum), aus Georgia, Florida und Japan, einer unsrer schönsten Blütenbäume oder Sträucher, wird 6-16 m hoch, hat große, herzförmige, auf der Unterfläche behaarte, meist zu drei stehende Blätter und große, weiße, inwendig purpurrot punktierte und gelb gefleckte Blumen in oft fußlangen Endrispen. Die widerlich riechende und bitter schmeckende Wurzel soll giftig sein. Der Baum findet sich häufig als Zierpflanze in Parkanlagen, muß aber in Norddeutschland im Winter in Stroh eingebunden werden. Härter ist C. Kaempferi S. et Z. (japanischer Trompetenbaum), dem vorigen ungemein ähnlich, nur etwas kleiner bleibend und namentlich mit weit kleinern Blüten. Von C. longissima Swartz (Antilleneiche), in Westindien, bildet die Rinde ein wichtiges Gerbmaterial.

Catamarca, eine Provinz der Argentin. Republik, die sich vom Kamm der Andes südöstlich bis zum nur 180 m ü. M. liegenden Salinas (Salzsumpf) erstreckt, der sie von Córdoba trennt und 109,247 qkm (1984 QM.) groß ist. Fast zwei Drittel des Gebiets bestehen aus wasserlosen Wüsten und wilden, teils bewaldeten Gebirgen. Daneben gibt es aber auch fruchtbare, von den Nachkommen der Calchaquies bewohnte Thäler, wie das Valle de las Chacras, in welchem die Hauptstadt liegt. Die Flüsse versiegen zum großen Teil in den wüsten Ebenen. Das Klima ist trocken. Die Einwohner (1882: 102,000) leben besonders vom Landbau, der künstliche Bewässerung erfordert, und von Viehzucht. Angebaut waren 1884: 28,000 Hek-^[folgende Seite]

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