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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cavallotti; Cavan; Cavanilles; Cavanilles y Centi; Cavari; Cavarzere; Cavata; Cavea; Caveat; Cavedone; Cavedoni; Cavelier

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Cavallotti - Cavelier.

Cavallo da Croce, anfangs = 1 Saldo, dann 12 Stück = 1 Grano (daher Cavalluccio, d. h. Pferdchen) = ¼ Pfennig. Seit 1862 eingezogen.

Cavallotti, Felice, ital. Dichter, geb. 6. Nov. 1842 zu Mailand, schrieb schon als zwölfjähriger Knabe auf den Schulbänken Verse gegen die Deutschen, verfaßte Anfang 1860 sogar ein Büchlein: "Germania e Italia", und nahm dann ohne Vorwissen der Seinen unter den Garibaldischen Freischaren am Krieg teil. Nach dessen Beendigung arbeitete er an verschiedenen Blättern der Opposition (besonders am "Gazettino"), in beständigem und rücksichtslosem Kampf mit der italienischen Regierung und ihren Organen, weshalb er wiederholt zu Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Auch die Sammlung seiner "Poesie politiche" wurde sofort nach ihrem Erscheinen mit Beschlag belegt. Das Jahr 1871, in welchem er, vom Tod eines geliebten Bruders ergriffen, besonnener wurde, führte ihn dem Drama zu. Seine "Pezzenti" machten bei der Aufführung in Mailand nicht geringes Aufsehen; diesen folgten: "Guido", "Agnese di Gonzaga" und "Alcibiade" (1874), ein Stück, das trotz seiner Sonderbarkeiten den außerordentlichsten Beifall fand, und das er gegen seine Kritiker in der Broschüre "Alcibiade, la critica e il secolo di Pericle" glänzend verteidigte; ferner "Manzoni", "Emanuele", "I Messenii" (1875) und "La sposa di Menecle", ein wieder dem altgriechischen Leben entnommenes Schauspiel, das großes Glück machte. Im J. 1873 zum Parlamentsmitglied gewählt, gab er zu stürmischen Szenen immer neuen Anlaß, bis er 1879 sein Mandat niederlegte. Neuere lyrische Publikationen von E. sind eine zweite Sammlung "Poesie" (1872) und "Anticaglie" (1879). Außerdem schrieb er: "Storia dell' insurrezione di Roma nel 1867" (Mail. 1870) und "Della proprietà litteraria ed artistica" (das. 1871). Gesammelt erschienen seine "Opere" in 6 Bänden (Mail. 1881-85).

Cavan (spr. kawwän), Grafschaft in der irischen Provinz Ulster, umfaßt 1932 qkm (35,1 QM.). Der Fluß Erne, der im Lough Gowna entspringt und in nördlicher Richtung durch den Lough Ougther in den obern Lough Erne fließt, trennt die Grafschaft in zwei Teile. Der westlich davon gelegene Teil der Grafschaft steigt im Cuilcagh bis 667 m an, und auch der Osten ist hügelig und im ganzen nur wenig ergiebig. Nur 31 Proz. der Oberfläche bestehen aus Ackerland, 52 Proz. aus Weideland, 1,2 Proz. aus Wald. Die Bevölkerung betrug 1881: 129,476 Seelen. An Vieh zählte man 1881: 10,503 Pferde, 104,797 Rinder, 14,359 Schafe, 34,753 Schweine. Steinkohlen, silberhaltiges Blei, Eisen und Kupfer kommen vor, werden aber nicht ausgebeutet. Die Industrie ist ohne jegliche Bedeutung. - Die gleichnamige Hauptstadt der Grafschaft, in deren fruchtbarstem Teil sie liegt, hat 3050 Einw. Sie ist Sitz des katholischen und protestantischen Bischofs von Kilmore, hat einen Gerichtshof, eine Lateinschule und ein katholisches College (St. Patrick's).

Cavanilles (spr. -nilljes), Antonio José, Botaniker, geb. 16. Jan. 1745 zu Valencia, war anfangs Geistlicher, lehrte später Philosophie in Murcia, ging 1777 als Erzieher der Kinder des Herzogs del Infantado nach Paris und widmete sich während eines zehnjährigen Aufenthalts dem Studium der Botanik. Nach seiner Rückkehr durchforschte er die spanische Flora. Er wurde 1801 Direktor des botanischen Gartens zu Madrid und starb 4. Mai 1804 daselbst. Er veröffentlichte: "Icones et descriptiones plantarum Hispaniae" (Madr. 1791-1801, 6 Bde. mit 600 Kupfern); "Observaciones sobre la historia natural, geografia, agricultura del reyno de Valencia" (das. 1795-97, 2 Bde. mit Kupfern). Seit 1800 gab er mit Proust zu Madrid naturhistorische Annalen heraus.

Cavanilles y Centi (spr. -nilljes), Don Antonio, span. Geschichtschreiber, geb. 1805 zu Coruña in Galicien, studierte auf der Universität zu Alcala die Rechte, beschäftigte sich aber daneben viel mit Geschichte und Litteratur. Nachdem er sich 1825 in Madrid als Advokat niedergelassen, ward er 1831 Syndikus im Stadtrat, 1832 mit der Theaterzensur betraut und 1841 als ordentliches Mitglied in die königliche Akademie der Geschichte und bald darauf auch in die der moralischen und politischen Wissenschaften aufgenommen. Er veröffentlichte: "El libro de meshijos", eine Sammlung von wissenschaftlichen und litterarischen Notizen aller Art, akademischen Reden, Gedächtnisschriften etc.; eine Arbeit über das "Fuero de Madrid" und "Dialogos politicos y literários" (Madr. 1858), eine feine Satire meist auf Gleichzeitiges; sein Hauptwerk aber, welches ihm auch im Ausland einen bekannten Namen erworben hat, ist die "Historia de España" (das. 1860-64, 5 Bde.), die jedoch nicht vollendet ward und nur bis Philipp II. reicht, da er 2. Jan. 1864 starb.

Cavari, Volk, s. Kavaren.

Cavarzere, Flecken in der ital. Provinz Venedig, Distrikt Chioggia, an beiden Ufern der Etsch und am Kanal Gorzone, in sumpfiger Gegend, hat Handel mit Getreide und Holz, Seidenindustrie, Viehzucht und (1881) 4153 Einw.

Cavata, Cavatina (ital.), s. Kavatine.

Cavea, im alten Theater der Zuschauerraum, dessen Sitze sich amphitheatralisch in einem Halbkreis erhoben, von Treppen in keilförmige Abschnitte (cunei) und durch Rundgänge (praecinctiones) in 2-3 Stockwerke gegliedert waren.

Caveat (lat., "er hüte sich"), Klausel, die im Patentrecht einzelner Länder den Vorbehalt einer künftigen Verbesserung gestattet.

Cavedone, Giacomo, ital. Maler aus der Schule der Carracci, geb. 1577 zu Sassuolo, war Gehilfe Guido Renis in Rom und ließ sich dann in Bologna nieder. In seinem Alter wurde er schwachsinnig und starb 1660 in einem Stall. C. war ein gewissenhafter Künstler; er besaß wenig Erfindungskraft, aber ein tüchtiges Studium. Seine Zeichnung ist korrekt, wenn auch etwas zu akademisch, seine Komposition ungesucht, sein Ausdruck einfach und wahr, seine Farbe gediegen. Bologna besitzt viele seiner religiösen Gemälde.

Cavedoni, Don Celestino, ital. Altertumsforscher und Numismatiker, geb. 18. Mai 1795 zu Levizzano Rangone (Modena), studierte in Bologna, ward 1821 Kustos der numismatischen Sammlung zu Modena, 1847 Bibliothekar daselbst, bekleidete 1830 bis 1863 zugleich die Professur der biblischen Hermeneutik an der Universität zu Modena und starb 26. Nov. 1865 daselbst. Seine auch im Ausland anerkannten Hauptwerke sind: "Saggio di observazioni sulle medaglie di famiglie romane" (Modena 1829, Anhang 1831); die Ausgabe von Casallis "Nummorum Italiae veteris tabulae" (Leipz. 1830) und "Numismatica biblica" (Modena 1850; deutsch von Werlhof, Hannov. 1855-56, 2 Bde.). Aufsehen machte seine "Confutazione dei principali errori de Ernesto Renan nella sua Vie de Jésus" (Modena 1863).

Cavelier (spr. kaw'ljeh), Pierre Jales, franz. Bildhauer, geb. 30. Aug. 1814 zu Paris, bildete sich in der Bildhauerei unter David d'Angers und in der

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