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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cerevis; Cerezo; Cerf; Cerialis; Cerignola; Cerigo; Cerin; Cerinthe; Cerinthus; Cerise; Cerit

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Cerevis - Cerit.

innen scharlachrot, sind als ein sehr wohlschmeckendes, säuerlich-süßes Obst in Westindien sehr beliebt und werden auch in Krankheiten als Kühlungsmittel angewendet, die zerquetschten jüngern Äste aber zu erweichenden und zerteilenden Breiumschlägen benutzt. C. speciosissimus Dec., mit ziemlich aufrechtem, sehr ästigem Stamm und langen, drei- bis vierkantigen, in der Jugend bräunlich-purpurroten, später grünen Ästen, stammt aus Mexiko. Die Blüten sind groß, geruchlos, bleiben drei bis vier Tage geöffnet und haben dicke, schmale, rötlichgrüne Kelchblätter, zahlreiche hoch scharlach- und purpurrote, an der Spitze ins Violette schimmernde, glänzende Kronblätter und weiße Staubgefäße. Die Früchte reifen im folgenden Sommer, sind von der Größe eines Hühnereies, gelblichgrün und von angenehmem, weinsäuerlichem Geschmack. Dies ist eine der prächtigsten Arten, die sich leicht kultivieren läßt, häufig blüht und als Zimmerpflanze in vielen Varietäten sehr verbreitet ist. Auch viele andre Arten (z. B. C. dasyacanthus, s. Tafel "Kakteen") sind sowohl im sonnigen Zimmer als auch im Gewächshaus leicht zu kultivieren.

Cerevis (lat. cerevisia), das Bier; auf C., burschikos s. v. w. auf Ehrenwort; Cerevismütze, Kneipmütze der Studenten, ohne Schirm, mit den Verbindungsfarben; Cerevisius, in der burschikosen Sprache s. v. w. Gambrinus (s. d.), Schutzpatron der Biertrinker.

Cerezo, Mateo, span. Maler, geb. 1635 zu Burgos, wurde Schüler seines Vaters Mateo und des Juan Carreno de Miranda in Madrid und bildete sich weiter nach Murillo und van Dyck aus. Er war besonders in Madrid, vorübergehend auch in Burgos, Valladolid und Valencia thätig und starb 1675 in Madrid. Seine tief empfundenen Andachtsbilder finden sich in den Kirchen der genannten Städte, eine büßende Magdalena im Museum zu Madrid, ein Ecce homo in der Landesgalerie zu Pest und ein Christus am Kreuz im Berliner Museum.

Cerf (franz., spr. ssär), Hirsch; mal de c., Hirschkrankheit, Maulsperre; c. volant, Papierdrache.

Cerialis, röm. Feldherr, s. Cerealis.

Cerignola (spr. tscherinjola), Stadt in der ital. Provinz Foggia, auf einer Anhöhe 7 km vom Ofanto, in getreidereicher Gegend, an der Eisenbahn Bologna-Otranto, mit Bischofsitz und (1881) 22,659 Einw.; bekannt durch die Niederlage der Franzosen unter Nemours gegen die Spanier unter Gonsalvo da Cordova, 28. April 1503, wodurch das Schicksal Neapels entschieden ward. In der Nähe, am westlichen Ufer des Küstensees von Salpi, liegen die Ruinen der alten apulischen Stadt Salapia.

Cerigo, die südlichste der Donischen Inseln, das alte Kythera, an der Südspitze von Morea und am Eingang zum Launischen Meerbusen, ist fast 30 km lang und bis 16 km breit und hat 277 qkm (5,04 QM.) Flächeninhalt. Die Nordspitze bildet das Kap Spathi (im Altertum Platanistos), die Südspitze Kap Trachili. Die Insel ist reich an Felsenhügeln und Gewässern, auch an fruchtbaren Strichen fehlt es nicht; aber landschaftliche Schönheit und Bodenkultur sind gering. Weide ist auf C. mehr vorhanden als auf den übrigen Inseln, daher die Rind-, Ziegen- und Schafzucht allgemein in Betrieb. Die Küsten sind steil und wegen der heftigen Strömungen und häufigen Stürme für die Schiffahrt gefährlich. Das Klima ist mild und sehr gesund. Die Bevölkerung zählte 1879: 13,259 meist griechische Einwohner. Die Bodenerzeugnisse sind etwas Wein, Korinthen, Korn, Flachs, Oliven, Zitronen, Orangen und Honig; Die Ausfuhr (1884: 91,832 Mk.) besteht hauptsächlich in Olivenöl, Valonen und Feigen und ist fast ausschließlich nach Österreich-Ungarn gerichtet. Viele der Bewohner suchen in Morea und Kleinasien Landarbeit. C. bildet jetzt eine Eparchie des Nomos Argolis und Korinth, welche die Stadt Kapsali, mit (1879) 1214 Einw., an der Südküste, wo auch der Bischof residiert, zur Hauptstadt hat. Den besten Ankerplatz hat St. Nicolo, an der Ostseite. - Das alte Kythera war der Aphrodite heilig, weil hier die Göttin ans Land gestiegen sein sollte. Ihr Kultus sowie der des Adonis verbreitete sich von hier über das Festland. Es deutet dies auf phönikische Einwanderung in C. hin, denn auf C., das für den Schlüssel des Peloponnes galt, hatten die Phöniker, namentlich durch die Purpurschnecken des umliegenden Meers veranlaßt, früh Kolonien errichtet. Vor 570 waren die Argeier Herren der Insel, dann die Spartaner, welche es durch einen besondern, jährlich wechselnden Beamten (Kytherodikas) verwalten ließen. Die Athener richteten mehrfach ihre Angriffe gegen dies Außenwerk Spartas, und es gelang ihnen dreimal (455, 424 und 393 v. Chr.), sich auf längere oder kürzere Zeit in seinen Besitz zu setzen. Über seine spätern Schicksale wissen wir wenig. Bei der Teilung des römischen Reichs fiel es dem byzantinischen Reich zu, war nach dem siegreichen Einbruch der Türken lange Zeit ein Zankapfel zwischen diesen und den Venezianern und teilte dann das Schicksal der sieben Ionischen Inseln, mit welchen C. 1863 dem Königreich Griechenland einverleibt wurde. Aus der alten Glanzzeit ist wenig übrig. In der Mitte der Ostküste sind Reste der Stadtmauern von Kythera erhalten, westlich davon der Unterbau und einige Säulentrümmer vom Tempel der Aphrodite Urania. S. Karte "Griechenland".

Cerin, ein Bestandteil des Korks und dann s. v. w. Phellylalkohol, s. Kork; auch der in Alkohol lösliche Teil des Bienenwachses und dann s. v. w. Cerotinsäure, s. Wachs; auch s. v. w. Ceresin und eine Varietät des Orthits.

Cerinthe L. (Wachsblume), Gattung aus der Familie der Asperifoliaceen, kahle oder warzig rauhe, meist blaugrüne Kräuter, vorzugsweise in Südeuropa und Nordafrika, mit saftigen Stengeln, herzförmigen oder pfeilförmig stengelumfassenden Blättern, welche mit weißen, wachsähnlichen Punkten bestreut sind, röhrig glockenförmigen Blüten in einseitigen, beblätterten Wickeltrauben und eiförmigen, knochenharten Nüßchen. Mehrere südeuropäische Arten, wie C. maculata L., mit gelben, braun gefleckten Blüten, C. major L., mit hell- oder dunkelbräunlich purpurroten Blüten, werden als Zierpflanzen kultiviert.

Cerinthus (Kerinthos), der erste bekannte christliche Gnostiker, jüngerer Zeitgenosse des ephesinischen Johannes, lehrte nach den nicht ganz übereinstimmenden Nachrichten über ihn ein Tausendjähriges Reich, die Einerleiheit des geläuterten Mosaismus mit dem Christentum, die Verschiedenheit des höchsten Gottes von dem Weltschöpfer, endlich auch, daß sich mit dem Menschen Jesus erst in der Taufe der göttliche Geist vereinigt habe.

Cerise (franz., spr. ss'rihs'), die Kirsche; kirschrot; auch ein Teerfarbstoff, s. Anilin.

Cerit, Mineral aus der Ordnung der Silikate (Olivingruppe), kristallisiert hexagonal, findet sich meist derb in feinkörnigen Aggregaten, ist braun bis kirschrot, diamant- bis fettglänzend, kantendurchscheinend, Härte 5,5, spez. Gew. 4,9-5, besteht aus kieselsaurem Ceroxydul mit Lanthan- und Didymoxyd (CeLaDi)2SiO4+aq ^[(CeLaDi)_{2}SiO_{4}+aq] und findet sich nur bei Riddarhytta in Schweden.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]