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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ceylonmoos; Cezimbra; Cf.; Ch

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Ceylonmoos - Ch.

welche zu einem Buch zusammengeheftet wurden; jetzt sind Papier und Feder an die Stelle getreten. Die alten heiligen Werke sind Übertragungen aus dem Sanskrit; die neuere Litteratur, gefördert von dem regen Streben nach Bildung, welches die höhern Klassen beseelt, enthält weitere Beiträge zur Kenntnis des Buddhismus, pflegt in hervorragender Weise die Dichtkunst und liefert zahlreiche Schriften des täglichen Bedürfnisses. Auch vorzügliche linguistische und lexikographische Arbeiten sowie ethnographische Skizzen von Singhalesen haben die letzten Jahrzehnte gebracht, worin nicht bloß englische, sondern auch deutsche Untersuchungen berücksichtigt sind. Weniger Wert haben die Übersetzungen indischer Werke aus der brahmanischen Periode. Das Christentum hat hier infolge der Maßregeln der frühern holländischen Regierung größere Fortschritte gemacht als in Indien; man zählt über 100,000 Katholiken und halb so viele eingeborne Protestanten. Wie überall, so ist auch hier die Zahl der Missionsgesellschaften eine sehr große. Die Beziehungen der sehr friedfertigen Bevölkerung zu ihren britischen Herren sind stets freundliche gewesen. In gewerblichen Fertigkeiten leisten die Singhalesen nichts Besonderes; die früher bedeutende Weberei geht zurück, die Einfuhr von Baumwollstoffen hat seit Jahrzehnten immer größere Ausdehnung angenommen. Das liegt zum Teil an dem Mangel an Arbeitskräften, welche selbst durch die um ein Drittel höhern Arbeitslohn von Indien nicht herbeigezogen werden können. Daher importiert England große Posten von Baumwollstoffen, Eisenwaren, auch von Kohle, Getränken u. a. Den Verkehr auf den zahlreichen die Insel durchziehenden Fahrstraßen vermitteln große, zweiräderige Ochsenkarren, bedenkliche Postkutschen und zwei Eisenbahnlinien: eine von Kolombo nach Kandi und Peradenia, eine zweite ebenfalls von Kolombo nach Kaltura an der Mündung des Kalu Ganga, zusammen (1883) 286 km lang. Die Telegraphenlinien haben eine Länge von 1753 km. Die Handelsbewegung Ceylons ist infolge der ungünstigen Kaffeeernten seit Jahren in der Abnahme begriffen; 1883 betrug die Einfuhr 4,5, die Ausfuhr 3,3 Mill. Pfd. Sterl. Der Schiffsverkehr ist namentlich in Kolombo (Station der Postdampfer nach Ostasien und Australien) und Point de Galle lebendig; 1883 liefen 1821 Schiffe von 1,407,679 Ton. ein und 1807 Schiffe von 1,368,722 T. aus. Die Einkünfte (früher weit höher) betrugen 1,162,179, die Ausgaben 1,145,834 und die öffentliche Schuld 2,124,108 Pfd. Sterl. In administrativer Hinsicht hat C. von jeher ein besonderes Gouvernement gebildet, dessen Gouverneur unmittelbar unter der britischen Krone steht. An Truppen stehen hier gegenwärtig (1883) nur 1256 Mann, welche zur Besetzung der Hafenforts verwandt werden. Eingeteilt ist die Insel in sieben Provinzen. Hauptstadt und Residenz des Gouverneurs ist Kolombo an der Südwestküste; sonstige bedeutende oder interessante Städte sind: Trinkonomali an der Ostküste, Point de Galle an der Südwestseite, Kandi im Innern und mehr nach N. die in Ruinen liegende alte Königsstadt Anarâdhâpura, deren Größe und einstige Pracht sich noch aus den erhaltenen Resten der Denkmäler beurteilen lassen.

Schon die Griechen und Römer kannten und rühmten das an Edelsteinen und Gewürzen reiche, von ihnen Taprobane genannte C. Die Insel wurde seit 543 v. Chr. von Fürsten beherrscht, die aus Nordindien stammten; die erste Dynastie hieß Mahawanio (wonach auch das große metrische Geschichtswerk der Singhalesen genannt wurde). Im ganzen herrschten bis 1815: 165 Fürsten. 307 n. Chr. wurde die Lehre des Buddha in C. eingeführt, und unter ihrer Herrschaft gedieh die Insel zur höchsten Blüte. Von hier aus verbreiteten sich im 5. Jahrh. Buddhismus und indische Kultur nach Hinterindien. Im 8. Jahrh. ließen sich mohammedanische Araber auf C. nieder. Seit 1505 begannen die Portugiesen einen regelmäßigen Verkehr mit C., machten sich aber bei den Eingebornen so verhaßt, daß der König endlich die Holländer gegen sie zu Hilfe rief. Die Portugiesen wurden 1632-58 verdrängt, und an ihrer Stelle besetzten die Holländer das Küstenland. Handel und die ganze Kultur Ceylons waren inzwischen seit der Einmischung der Europäer, die ihr Augenmerk nur auf Erhaltung des Zimthandels als Monopol und allenfalls auf die Perlenfischerei richteten, alles andre dagegen vernachlässigten, beträchtlich gesunken, die ganze Insel verwildert, die Bewässerungswerke verfallen, die Einwohnerzahl bedeutend zusammengeschmolzen. Im Krieg zwischen England und Holland wurde C. von den Engländern besetzt und 1802 im Frieden von Amiens förmlich an sie abgetreten; 1815 wurde die ganze Insel nach Beseitigung des bis dahin noch regierenden eingebornen Fürsten Eigentum der Briten. Sie hob sich unter der englischen Verwaltung ungemein, und die Eingebornen wurden hier früher als im benachbarten Indien als Räte in den obern Verwaltungs- und Richterkollegien zugelassen; es geschah alles, um fremdes Kapital anzuziehen und die vorzügliche Lage Ceylons als Zwischenstation auf dem Weg nach Ostasien auszunutzen. Große Sorge macht den Pflanzern neuerdings die an den Kaffeestauden verheerend auftretende und die wichtige Kaffeeernte bedrohende Krankheit (s. oben). Vgl. Lassen, Indische Altertumskunde (2. Aufl., Leipz. 1867 ff.); Tennent, C. (5. Aufl., Lond. 1860); v. Ransonnet, C. (Braunschw. 1868, Prachtwerk); Dixon, The rocks and minerals of C. (Kolombo 1881); Häckel, Indische Reisebriefe (2. Aufl., Berl. 1884); Ferguson, C. in 1884, the leading crown colony of the British empire (Lond. 1884).

Ceylonmoos, s. Sphaerococcus.

Cezimbra, Stadt in der portug. Provinz Estremadura, Distrikt Lissabon, am Fuß einer schroff abfallenden Anhöhe am Atlantischen Meer, mit einem Hafen und (1878) 6815 Einw., welche Fischfang betreiben. 12 km südwestlich das weit ins Meer vorspringende Kap Espichel, das Promontorium barbaricum der Römer, mit vielbesuchter Wallfahrtskirche.

Cf. (cfr.), Abkürzung für confer oder conferatur ("man vergleiche").

Ch, ch (lat. Ch, ch) kann im Deutschen zwei verschiedene Laute ausdrücken, den gutturalen tonlosen Reibelaut, z. B. in nach, und den palatalen tonlosen Reibelaut, z. B. in ich, Mädchen. Beide entstehen, indem man bei der Aussprache die Mittellinie des Zungenrückens etwas emporhebt und eine Rinne bilden läßt; während aber bei dem gutturalen Reibelaut die Enge hinten am weichen Gaumen gebildet wird, tritt sie bei dem palatalen Reibelaut an der Grenze zwischen hartem und weichem Gaumen auf. Geschichtlich betrachtet, sind beide hochdeutsche Laute meist durch Lautverschiebung (s. d.) aus älterm k entstanden, das die übrigen germanischen Sprachen noch bewahrt haben (vgl. z. B. ich mit dem gotischen ik, die Silbe chen mit dem plattdeutschen ken). Dieses germanische k ist seinerseits durch Lautverschiebung aus älterm g entstanden (vgl. das englische yoke, unser Joch mit lateinischem jugum, Sanskrit yugam). Im Althochdeutschen schrieb man hh für ch; das ch bedeutet hier

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]