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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Chaibar - Chalcedon.

dern, zeigt außen polygonal sich abgrenzende Sprunglinien, ist auf der Innenseite regelmäßig gestreift, meist glashell, von der Härte des Gummi arabikum, spez. Gew. 1,86, schmeckt rein schleimig, gibt an Wasser nur 15,83 Proz. ab und hinterläßt eine kristallhelle, wesentlich aus Bassorin bestehende, sauer reagierende Gallerte, welche nur wenig klebt, aber nach dem Trocknen stark bindet. Durch kohlensaures Natron wird die Lösung zitronengelb gefärbt.

Chaibar, in der arab. Geschichte berühmte Festung der Juden im gleichnamigen vulkanischen Distrikt von Hidschas, sechs Stationen nordöstlich von Medina. In den ersten Feldzügen Mohammeds hatte sich die gesamte Judenschaft der Umgegend mit ihren Schätzen hierher geflüchtet und ergab sich erst nach hartnäckiger Gegenwehr an Ali. Die Tochter des Fürsten von C., Sasiah, ward Gattin des Propheten, und die Juden mußten als Tribut die Hälfte ihrer Ernte entrichten. Die quellen- und dattelreiche, aber ungesunde Oase zählt in drei Dörfern 1200 Einw., meist Neger, die als Räuber, Ketzer und Zauberer berüchtigt sind. C. ist seit 1874 türkisch und Sitz eines Mudirs.

Chaiber (Khaibar, Khyber), ein Paß im S. des Kabulstroms über den Rücken des Chaibergebirges, eines nördlichen Ausläufers des Sufûd oder Sefid Kuh, der sich bis an das Thal des Kabul vorschiebt. Über den C. führt in ca. 914 m Höhe der bequemste Weg aus Indien nach Afghanistan; der Anstieg erfolgt von beiden Seiten in einem kleinen Flußthal. Bis nahe zur Paßhöhe reicht das englisch-ostindische Reich. Am 22. Nov. 1878 wurde im englisch-afghanischen Krieg die afghanische Feste Ali Masdschid, welche den Paß sperrt, bombardiert und infolgedessen von den Afghanen geräumt. Seitdem wird sie von englischen Truppen besetzt gehalten.

Chaignet (spr. schänjäh), Anthelme Edouard, franz. Philosoph und Philolog, geb. 9. Sept. 1819 zu Paris, machte seine Studien am Prytaneum zu La Flèche, ward 1839 Repetent daselbst und wirkt seit 1863 als Professor der alten Litteratur an der Fakultät zu Poitiers. Von seinen Schriften verdienen Auszeichnung: "Principes de la science du beau" (1860); "De la psychologie de Platon" (1863); "Sur les formes diverses du choeur dans la tragédie grecque" (1865); "La vie de Socrate" (1869); "La vie et les écrits de Platon" (1871, von der Akademie gekrönt); "Pythagore et la philosophie pythagorienne" (1873; 2. Aufl. 1875, 2 Bde.); "Théorie de la déclinaison des noms en grec et en latin" (1874); "La philosophie de la science du langage" (1875); "La tragédie grecque" (1877); "Essai sur la psychologie d'Aristote" (1884).

Chaîne (franz., spr. schähn), Kette; eine fortlaufende Reihe ausgestellter Posten, angestellte Arbeiter etc.; in der Tanzkunst eine Tour, wobei die Tänzer den Tänzerinnen und diese umgekehrt im Fortschreiten sich wechselseitig die Hand geben etc.

Chaise (franz., spr. schähs'), Sitz, Stuhl; auch leichter Wagen. C.-longue (spr. schähs'-longh, "langer Stuhl"), Art Sofa mit schiefer Rücken- und nur einer (schiefen) Seitenlehne. Das Gestell ist gewöhnlich völlig mit Stoff überzogen. C.-percée, Nachtstuhl.

Chaise-Dieu, La (spr. schähs' djöh), Ort im franz. Departement Oberloire, Arrondissement Brioude, mit bedeutender Spitzenfabrikation, Holzhandel und (1882) 1736 Einw. Von der dortigen ehemals berühmten Benediktinerabtei, die 1036 gegründet, im 14. Jahrh. mit Befestigungen umgeben wurde, ist besonders noch die prachtvolle Kirche im gotischen Stil (im 14. Jahrh. umgebaut) wohl erhalten.

Chaix, bei botan. Namen für D. Chaix, geb. 1731 zu Mont-Auroux in der Dauphiné, starb als Pfarrer in Baux bei Gap 1800. Flora der Dauphiné.

Chaix d'Est-Ange (spr. schä dest-angsch), Victor Charles, ausgezeichneter franz. Advokat, geb. 11. April 1800 zu Reims, erwarb sich den Ruf eines vorzüglichen Verteidigers im Kriminalprozeß und gelangte besonders nach der Julirevolution zu großem Ansehen. 1857 trat er in den Richterstand als Generalprokurator am kaiserlichen Gerichtshof zu Paris, wurde bald darauf in den Staatsrat berufen und später einer der Vizepräsidenten desselben. Vom Minister Delangle wieder abberufen, wurde er durch kaiserliches Dekret 1861 zum Senator ernannt. Seine Vaterstadt hat ihn dreimal zum Abgeordneten in die Deputiertenkammer gewählt, in welcher er sich zu den Konservativen hielt, jedoch keine irgendwie nennenswerte Rolle spielte. Er starb 16. Dez. 1876. Seine "Discours et plaidoyers" gab E. Rousse heraus (Par. 1862, 2 Bde.; 2. Aufl. 1877, 3 Bde.).

Chakan (turko-tatarisch, "Fürst"), Titel der Fürsten türkisch-mongol. Abkunft, besonders der Herrscher von Persien und der Türkei. Aus C. ist mit der Zeit der Titel Chan (s. d.) entstanden.

Chaki (Khaki), großer Salzsee im russ. Gouvernement Astrachan, Kreis Jenotajewsk, liegt mitten in der Kalmücken- oder Wolgasteppe und ist von mehreren andern Salz- und Bittersalzseen umgeben. In der Nähe sprudeln heiße Quellen, welche den hier herumgehenden Nomadenstämmen als Furcht einflößende Naturerscheinungen gelten. Im Sommer trocknet der See fast bis zum Grund aus, so daß dann das Salz in ungeheuern Quantitäten bloßliegt. Der Boden um den C. ist dürrer, mit Salzteilchen geschwängerter Lehm und nur mit wenigen Disteln und Salzkräutern bewachsen (s. Sarpa).

Chaland (franz., spr. schalang), der Kunde eines Kaufmanns, Abnehmer; Chalandise, die Kundschaft.

Chalastika (griech.), erschlaffende oder erweichende, die Spannung lösende Mittel.

Chalat (Khalat, arab.), Kleid, Ehrenkleid als Geschenk, womit die Fürsten Persiens und Mittelasiens ihre Beamten auszeichnen. In Persien besteht der C. aus einem langen, weiten, aus Shawl verfertigten Oberkleid im Wert von 20 bis 100, ja sogar bis 200 Dukaten, in Mittelasien aus einem weiten, langärmeligen Oberkleid aus bunter Seide oder Tuch. Der C. wird auch von der russischen Regierung an Eingeborne verliehen.

Chalatenango (spr. tscha-), Hauptstadt des gleichnamigen Departements im zentralamerikan. Staat Salvador, am südlichen Fuß des Berglandes, hat einen großen Jahrmarkt (Indigo, Vieh) und (1878) 6107 Einw.

Chalaza (griech.), das Hagelkorn; in der Botanik Hagelfleck, ein Teil der Samenknospe der Pflanze. Chalazen, die Hagelschnüre, durch welche das Eidotter an den Polen der Eischale befestigt ist (s. Ei); Chalazion, Hagelkorn, ein stationär gewordenes Gerstenkorn (s. d.) am Augenlid.

Chalcedon, nach der gleichnamigen Stadt in Kleinasien benanntes Mineral aus der Ordnung der Anhydride, besteht aus mikrokristallinischer Kieselsäure und bildet gewöhnlich rundliche, nieren- oder tropfsteinförmige Massen, die in Blasenräumen oder spaltenartigen Höhlungen der Gesteine, wahrscheinlich immer aus wässeriger Lösung, abgeschieden sind. Auch tritt er in Platten, Überzügen, als Versteinerungsmaterial an Schnecken und Muscheln, sekundär als Gerölle auf. Seine kristallinische Natur läßt sich am

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]