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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Christusorden; Christuspalme; Christvogel; Christwurz; Chrodegang; Chroicocephalus; Chrom; Chroma; Chromalaun

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Christusorden - Chromalaun.

alters durch Bernhardin von Siena, der am Schlusse seiner Predigten eine Tafel mit diesem Namenszug in goldenen Buchstaben zur Verehrung ausstellte, zu großem Ansehen und wurde bekanntlich auch von den Jesuiten als Ordenszeichen adoptiert.

Christusorden, portugiesischer, päpstlicher und brasil. Orden, entstand dadurch, daß die Güter und Statuten des Templerordens in Portugal von König Dionysius auf einen neugestifteten Orden, die "Ritter Christi", übertragen wurden, der 1319 die päpstliche Bestätigung erhielt. Da dieser Orden, dem alle Eroberungen zufielen, welche derselbe im Dienste des Königs, namentlich in Indien, machte, durch seinen wachsenden Besitz dem Königtum gefährlich zu werden drohte, so vereinigte Papst Hadrian VI. 1550 das Großmeistertum mit der Krone von Portugal. Im J. 1789 wurde der Orden säkularisiert. Das ursprüngliche Ordenszeichen war ein goldenes, rot emailliertes, durchbrochenes Christuskreuz mit goldener Einfassung, dessen Enden in zwei Zacken ausliefen, über dem Kreuz eine goldene Krone und darüber, wenn der Orden an Militärs verliehen ward, kriegerische Embleme. Dieses Kreuz ist jetzt in der Mitte des neuen Christuskreuzes angebracht, eines achtspitzigen goldenen, weiß emaillierten Kreuzes mit goldenen Knöpfen, dessen Arme durch einen Kranz und vier schwarze Schilde mit den fünf Pfennigen verbunden sind, und das nur von einer goldenen Krone gehalten wird. Die Großkreuze tragen es am breiten, ponceauroten Band von der rechten Schulter zur linken Hüfte, die Komture am Hals und die Ritter im Knopfloch. Über dem Kreuz der Großkreuze befindet sich ein achtspitziger Stern mit rotem, grün umranktem Herzen in der Mitte. Außerdem tragen die Großkreuze und Komture auf der Brust einen silbernen Stern von 22 Strahlen, in dessen Mitte in einem goldenen Reif das Christuskreuz des Ordens und darüber ein Herz und ein Kreuz sich befinden. S. Tafel "Orden". - Bei der Bestätigung des Ordens behielt sich Papst Johann XXII. das Recht vor, Ritter zu ernennen, unterwarf aber den Orden den Mönchsregeln. Der päpstliche Orden hat nur eine sehr hoch geschätzte, in gleicher Weise für Zivil- wie für Militärverdienste verliehene Klasse in der Form des alten portugiesischen Ritterkreuzes, nur bei Militärs mit den kriegerischen Emblemen über der Krone, und wird an rotem Band um den Hals oder im Knopfloch getragen, dazu ein achtstrahliger silberner Stern mit dem roten Christuskreuz, umgeben von einem goldenen Kranz in der Mitte, auf der Brust. - Der portugiesische Orden folgte der königlichen Familie von Portugal nach Brasilien und wurde durch ein Dekret vom 20. Okt. 1823 nationalisiert, durch ein weiteres Dekret vom 9. Sept. 1843 seines geistlichen Charakters entkleidet und als bürgerlicher und politischer Orden zur Belohnung der Dienste von In- und Ausländern bestimmt. Die Insignien wurden nur insofern geändert, als an die Stelle der portugiesischen Königskrone die brasilische Kaiserkrone trat und das Band einen blauen Rand erhielt.

Christuspalme, s. Ricinus.

Christvogel, s. v. w. Kreuzschnabel.

Christwurz, s. Helleborus.

Chrodegang, der Heilige, aus vornehmem Geschlecht, war Referendar am fränkischen Hof unter Karl Martell, seit 742 Bischof zu Metz und starb 6. März 766. Er stellte eine strenge Zucht unter der verwilderten Geistlichkeit her, indem er die von Benedikt von Nursia für die Regularen festgesetzte Ordnung und Lebensweise auch auf die Weltgeistlichen übertrug. Seine Regel des kanonischen Lebens verpflichtete die Kleriker zum Zusammenleben in Einem Haus (monasterium, Münster), zum gemeinsamen Speisen und Schlafen sowie zum vereinten Beten und Singen zu gewissen, selbst nächtlichen Stunden (horae canonicae); s. Chordienst. Die Ablegung eigentlicher Gelübde wurde darin nicht verlangt, daher auch eigner Besitz gestattet. S. Kapitel.

Chroicocephalus, s. Möwe.

Chrom (Chromium) Cr, Metall, ausgezeichnet durch die Mannigfaltigkeit und Schönheit der Farben seiner Verbindungen, findet sich als Chromeisenstein, eine Verbindung von Eisenoxydul mit Chromoxyd FeCrO4 ^[FeCrO_{4}], seltener als Chromocker, Rotbleierz (chromsaures Bleioxyd) und Vauquelinit (chromsaures Bleioxyd mit chromsaurem Kupferoxyd). In geringen Mengen findet sich C. im Glimmer, Serpentin, Smaragd, Spinell, Olivin sowie im Meteoreisen. Man erhält das C., indem man Chromchlorid mit Chlorkalium, Chlornatrium und Zink zusammenschmelzt und den überschüssigen Zink in verdünnter Salpetersäure löst. Das erhaltene kristallinische C. ist grau, äußerst hart und spröde, fast unschmelzbar, Atomgewicht 52,4, spez. Gew. 6,81, wird, wenn es vollkommen eisenfrei ist, vom Magnet nicht angezogen. An der Luft und im Wasser ist es beständiger als das Eisen, es löst sich leicht in Salzsäure und erwärmter verdünnter Schwefelsäure und gibt, mit Salpeter geschmolzen, chromsaures Kali. Das C. ist zweiwertig, die Atomgruppe Cr2 ^[Cr_{2}] tritt aber sechswertig auf. Von Sauerstoffverbindungen des Chroms kennt man Chromoxydul CrO, Chromoxyd Cr2O3 ^[Cr_{2}O_{3}], Chromoxyduloxyd Cr3O4 ^[Cr_{3}O_{4}], Chromsäureanhydrid CrO3 ^[CrO_{3}] und Überchromsäure. C. wurde 1797 von Vauquelin im Rotbleierz entdeckt, es findet keine Anwendung in der Technik, aber viele seiner Verbindungen sind von großer Bedeutung.

Chroma (griech., "Farbe"), in der Musik Bezeichnung gewisser Halbtonfortschreitungen (s. Chromatisch); auch Name eines neuerdings gebildeten Vereins für Erstrebung einer Reform unsers Musiksystems, Beseitigung der siebentönigen Grundskala und Zugrundelegung der Teilung der Oktave in zwölf gleiche Teile (Zwölfhalbtonsystem), derart, daß z. B. auf dem Klavier auch jede Obertaste ihren eignen Namen haben und nicht von den Untertasten abgeleitet sein soll. Zufolge der Agitation dieses Vereins sind hier und da Versuche gemacht worden mit der chromatischen Klaviatur, welche eine ununterbrochene, gleichmäßige Folge von Ober- und Untertasten aufweist und daher für die Oktave den Raum einer Taste spart. Vgl. Riemann, Eine musikalische Tagesfrage (im "Musikalischen Wochenblatt" 1882).

Chromalaun (Kalichromalaun, schwefelsaures Chromoxydkali) Cr2.3SO4, K2SO4+24H2O ^[Cr_{2}3SO_{4}, K_{2}SO_{4}+24H_{2}O], ein dem gewöhnlichen Alaun analog zusammengesetztes Doppelsalz, welches an Stelle der Thonerde Chromoxyd enthält. Es ist eins der schönsten Salze der Chemie und wird erhalten, indem man eine mit Schwefelsäure versetzte Lösung von chromsaurem Kali mit Alkohol vermischt oder mit schwefliger Säure behandelt, bis die Chromsäure zu Chromoxyd reduziert ist. Der in 24 Stunden sich ausscheidende Alaun wird aus einer Lösung von 35° umkristallisiert. Gegenwärtig wird C. bei der Darstellung gewisser Teerfarben als Nebenprodukt gewonnen und deshalb selten dargestellt. Er bildet tief amethystrote, bei auffallendem Licht fast schwarze Kristalle, löst sich in 7 Teilen Wasser bei 15° und wird aus der rötlichblauen Flüssigkeit durch Weingeist unverändert gefällt. Bei

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]