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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Chrysotil - Chuquisaca.

sie auch mit seltener Meisterschaft fruchtbar anzuwenden. Sein Erfolg als Redner wurde aber auch wesentlich unterstützt durch die Art seines Vortrags, welcher trotz aller im Charakter der damaligen griechischen Prunkrede begründeten Mängel durch wahre Popularität, Klarheit, edle Wortfülle, Kraft und Salbung ausgezeichnet war. Die beste Ausgabe seiner Werke lieferte Montfaucon (Par. 1718-38, 13 Bde.; Par. u. Leipz. 1834-40), eine Auswahl Dübner (Par. 1861-62, 2 Bde.). Übersetzt wurden seine Homilien von Cramer (Leipz. 1748-51, 10 Bde.), in Auswahl von Lutz (2. Aufl., Tübing. 1853) und Mitterrutzner (Kempt. 1866 ff.). Vgl. Neander, Joh. C. (3. Aufl., Berl. 1848); Lutz, C. und die berühmtesten Redner (2. Aufl., Tübing. 1859); Thierry, C. et l'impératrice Eudoxie (2. Aufl., Par. 1874); Förster, C. in seinem Verhältnis zur antiochenischen Schule (Gotha 1869); Böhringer, Die Kirche Christi und ihre Zeugen, Bd. 9 (2. Aufl., Stuttg. 1876).

2) Griech. Redner, s. Dion Chrysostomos.

Chrysotil (schillernder Asbest, Serpentinasbest), ein mikrokristallinisches, asbestähnliches, parallelfaseriges, in feinen Fasern biegsames, weiches Mineral aus der Ordnung der Silikate (Talkgruppe), von lebhaftem, metallisch schillerndem Seiden- oder Fettglanz, wenig durchscheinend, meist dunkelgrün, aber auch in weißen Farben, durchsetzt in Schnüren den Serpentin, mit welchem es in chemischer Hinsicht vollkommen übereinstimmt, bei Reichenstein, Zöblitz (Sachsen), Eloyes in den Vogesen, in den Alpen etc.

Chrysotis, s. Papageien.

Chrysun Keras (Goldenes Horn), tief einschneidender Meerbusen nördlich von der Halbinsel, auf welcher das alte Byzanz (s. d.) erbaut war, im Altertum berühmt durch seinen reichen Thunfischfang; s. Konstantinopel.

Chrzanow, Stadt in Galizien, an der Ferdinands-Nordbahn (Oderberg-Krakau), hat (1880) 7023 Einw., Branntweinbrennerei und Likörfabrikation, lebhaften Handel, gute Landwirtschaft und ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts.

Chrzanowski (spr. chschanówski), Adalbert, polnischer, später piemontes. General, geboren um 1788 in der Woiwodschaft Krakau, nahm an den Feldzügen von 1812 und 1813 als Ingenieuroffizier teil und wohnte dem Feldzug von 1829 gegen die Türken als Hauptmann im Generalstab der russischen Armee bei. Er schloß sich 1830 der polnischen Insurrektion an, wurde Kommandant von Modlin, kam 1831 in das Korps des Generals Zymierski und ward hierauf Chef des Generalstabs Skrzyneckis, von dem er im Mai als Brigadegeneral mit 6500 Mann nach Wolhynien entsendet wurde. Ungünstige Umstände aber zwangen ihn, schleunigst nach Zamosc zurückzukehren, von wo er später eine bedeutende Zahl Geschütze nach Warschau brachte. Vor der Übergabe Warschaus war er unter Krukowiecki Gouverneur der Stadt, schloß die politischen Gesellschaften und stimmte endlich für die Übergabe. Durch sein ganzes Verhalten erregte er bei seinen Landsleuten den Verdacht, daß er im geheimen Einverständnis mit den Russen stehe. Er ging auch mit russischen Pässen nach Paris, angeblich um seine Landsleute zur Rückkehr nach Polen zu bewegen, trat endlich in seinem frühern Rang als Oberstleutnant wieder in russische Dienste und ward später Oberst. Im Frühling 1849 wurde C. zur Reorganisation des piemontesischen Heers nach Turin berufen. Obgleich er nur den Rang eines Generalleutnants bekleidete, war er doch der eigentlich verantwortliche Obergeneral in dem verhängnisvollen fünftägigen Feldzug von 1849. Anstatt die Polinie zum Hauptstützpunkt zu nehmen, machte er Novara zum Mittelpunkt seiner Aufstellung. In der Schlacht bei Novara (23. März) war das piemontesische Heer schon umgangen, als C. noch einen Hauptschlag vorbereitete, aber auf die Kunde, daß der Feind ihn zu umgehen suche, den Rückzug anordnete. Nach Beendigung des Feldzugs, während dessen er keinen Sold angenommen, entlassen, überreichte er dem Ministerium einen Rechenschaftsbericht seiner Kriegführung und blieb noch bis zum Mai 1850 in den sardinischen Staaten. Hierauf ging, er zunächst nach Frankreich und dann nach Louisiana. Nach Paris zurückgekehrt, starb er hier 5. März 1861.

Chthonios (griech., der "Unterirdische"), Beiname mehrerer Götter, insofern sie mit der Unterwelt oder der Erdtiefe (Chthon) in Berührung standen, so des Unterweltgottes Pluton, des Dionysos als Gottes der Erdfruchtbarkeit, des Hermes als Geleiters der Seelen in die Unterwelt. Auch Demeter und Persephone führten den Beinamen Chthonia.

Chthonisothermen, s. Erde.

Chubut, Ackerbaukolonie im argentin. Territorium Patagonien, an der Mündung des Chubut, wurde 1865 durch Ansiedler aus Wales (England) gegründet und hatte 1883: 1286 Einw., die Weizen bauen sowie Straußfedern und Guanakohäute ausführen.

Chufu, s. Cheops.

Chulm (Chulam), eine seit 1850 zu Afghanistan gehörige Landschaft im nordöstlichsten Teil desselben, zwischen Balch und Kunduz, vom Fluß C. durchzogen, der, in viele Bewässerungskanäle abgeleitet, heute den Amu Darja nicht mehr erreicht. Die ehemalige große Hauptstadt C. liegt jetzt in Ruinen; ihre Stelle hat die 7 km südlich davon regelmäßig angelegte und von Kanälen durchzogene Stadt Taschkurgan eingenommen, deren 10,000 Einw. eifrig Obst- und Blumenzucht sowie lebhaften Handel treiben. S. Karte "Afghanistan".

Chulos (span., spr. tsch-), s. Capeadores.

Chumsach, Hauptort des transkaukasischen Bezirks Awarien (s. d.).

Chupe, die gewöhnliche Speise der Indianer und Mestizen, aus zerschnittenen Kartoffeln mit spanischem Pfeffer und wässeriger Brühe bereitet.

Chuppa, s. Hochzeit.

Chuquisáca (spr. tschuki-), ein Departement der Republik Bolivia, grenzt im W. an das Departement Potosi, im N. an Cochabamba und Santa Cruz, im S. an Tarija und erstreckt sich im O. durch die Chaco bis zum Paraguay, der es von Brasilien trennt. Es hat 188,535 qkm (3424 QM.) Flächeninhalt. Der westliche Teil des Gebiets wird von den stufenartigen Abfällen der östlichen Kordilleren durchschnitten, die noch hohe Gipfel und schöne, reiche Thäler enthalten; der östliche, übrigens ganz unbebaute, noch im Besitz unabhängiger Indianer stehende Teil besteht aus Tiefebenen mit sumpfigen Urwäldern. Das Klima ist im Westteil gesund und angenehm, im Ostteil heiß und ungesund. Das Land ist gut bewässert, im N. vom Rio Grande oder Guapay, im S. vom Pilcomayo. Die Zahl der Einwohner betrug 1861: 273,668 ohne die freien Indianer im O., die man auf 50,000 schätzt; sie leben besonders von Landbau und Viehzucht. Der Verkehr ist bei der Beschwerlichkeit der Kommunikation und der Trägheit der Bewohner unbedeutend. An Mineralien finden sich: Gold, Silber, Kupfer und Blei, letzteres besonders in der Provinz

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]