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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chur; Church

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Chur - Church.

Cinti, woselbst auch Bergbau stattfindet. - Die Hauptstadt des Departements, zugleich die der ganzen Republik, ist die Stadt C. oder Sucre (nach dem gleichnamigen General). Sie liegt auf einer von Bergen geschützten Hochebene an einem kleinen Nebenfluß des Pilcomayo, 2690 m ü. M., im ehemaligen Gebiet der Charcasindianer, hat meist einstöckige Privathäuser mit vielen Blumengärten, eine stattliche Kathedrale (mit reichverziertem Marienbild) an der schönen Plaza mayor und etwa 20,000 Einw., die sich durch Bildung auszeichnen. C. ist Sitz eines Erzbischofs und des obersten Gerichtshofs, hat eine übrigens unbedeutende Universität, ein Seminar, ein Colegio (Lateinschule), ein Liebhabertheater in einer alten Kirche, ein Waisenhaus und ein Hospital. Ihres milden Klimas halber wird die Stadt während der Wintermonate vielfach von wohlhabenden Grubenarbeitern aus Potosi aufgesucht. Die Bewohner sind meist Mischlinge von Spaniern und Quichua-Indianern. Die Stadt wurde 1539 an der Stelle einer peruanischen Stadt gleichen Namens gegründet; der von den Spaniern ihr gegebene Name Ciudad de la Plata (wegen der reichen Silberadern, die im nahen Gebirgsknoten von Porco gefunden wurden) ist jedoch durch den ältern, C. ("Goldstätte"), bald verdrängt worden. S. Karte "Argentinische Republik etc."

Chur (rätoroman. Cuera, ital. Coira, franz. Coire), Hauptstadt des schweizer. Kantons Graubünden, 590 m ü. M., Endpunkt der Bahn von Sargans-Rorschach (bez. Zürich), im Churer Rheinthal da gelegen, wo die Plessur aus dem Schanvic heraustritt, und wo die Splügenstraße und die Julierstraße auseinander gehen. In abgesondertem, höherm Stadtteil thront der "Hof", die bischöfliche Residenz, mit altem, merkwürdigem Dom im romanischen Stil. Vor dem Dom steht das Denkmal des 1865 verstorbenen Kapuzinerpaters Theodosius. Mit dem Bischofspalast in Verbindung steht der hohe Römerturm Marsoel; ein zweiter (Spinoel) ist fast gänzlich abgetragen. Die Stadt zählt (1880) 8889 Einw. (2431 Katholiken). Solange die Graubündener Pässe nicht die übermächtige Konkurrenz der Alpenbahnen erdrückte, besaß C. eine ansehnliche Spedition. Seither hat die Durchfuhr von Waren und Personen abgenommen; nur der Zudrang von Touristen und Kurgästen ist größer geworden. C. hat 2 Banken, eine paritätische Kantonschule (Gymnasium, Industrieschule und Lehrerseminar umfassend), ein Priesterseminar in dem ehemaligen Prämonstratenserkloster St. Luci und eine Kantonbibliothek von 18,000 Bänden. Die Stadt, ziemlich eng und düster gebaut, ist römischen Ursprungs (Curia Raetorum) und wurde früh Bischofsitz, als solcher schon 451 erwähnt. Nach und nach vom Bischof unabhängig geworden, erhielt sie 1489 die Rechte einer Reichsstadt. 1524 wurde die Reformation daselbst eingeführt. Zu Anfang des 17. Jahrh. war C. der Schauplatz wilder Parteikämpfe; 1798-99 ward es durch die Kämpfe zwischen Franzosen und Österreichern mitgenommen. In der Umgegend ist die Sauer- und Salzquelle von Pasugg und höher, an der "obern" Straße und in lieblichem voralpinen Thal (1212 m ü. M.) gelegen, der Luftkurort Churwalden zu erwähnen. Vgl. Planta, Verfassungsgeschichte der Stadt C. im Mittelalter (Chur 1879).

^[Abb.: Wappen von Chur.]

Church (engl., spr. tschörtsch), Kirche.

Church (spr. tschörtsch), englischer Fabrikort, s. Accrington.

Church (spr. tschörtsch), 1) Sir Richard, griech. General, geb. 1785 in der Grafschaft Cork, trat 1800 in die britische Armee ein, nahm an den Expeditionen nach Ferrol, Malta und Ägypten teil, trat dann in den Dienst des Königs Joachim Murat von Neapel, ward 1812 Oberstleutnant in der britischen Armee, kommandierte 1813 und 1814 in Zante ein griechisches Regiment in englischen Diensten und bot, nachdem er als britischer General in Sizilien und auf Malta gestanden hatte, 1826 den Griechen seine Dienste an. Durch den Einfluß des ihm befreundeten Kolokotronis wurde er, nachdem er mit Cochrane die beiden feindlichen Parteien der Griechen zum Kongreß in Damala vereinigt hatte, 15. April 1827 zum Oberbefehlshaber der griechischen Landmacht ernannt und mit der Aufgabe, Athen zu entsetzen, betraut. Er bemächtigte sich auch des St. Spiridionklosters, sah sich aber durch die Uneinigkeit und Eifersucht der griechischen Chefs in seinen Operationen gehemmt und wurde 6. Mai bei seinem Angriff auf die Türken mit großem Verlust zurückgeschlagen, worauf die Akropolis fiel, was seinem Einfluß einen empfindlichen Schlag versetzte; Maurokordatos suchte sogar seine Gesinnung zu verdächtigen. Nach der Seeschlacht bei Navarino marschierte er mit 5000 Mann gegen Akarnanien, besetzte den ganzen Distrikt bis zum Golf von Arta, zwang 1828 Reschid Pascha zum Rückzug und 17. Mai 1829 Prevesa zur Kapitulation. Da C. den Präsidenten Kapo d'Istrias haßte und bekämpfte und nicht unter dem Kommando von dessen Bruder Augustin stehen wollte, reichte er 1. Jan. 1830 seine Entlassung ein und zog sich nach Argos zurück, trat nach Kapo d'Istrias' Ermordung wieder hervor, erklärte sich offen gegen die neue, unter Augustin Kapo d'Istrias zusammengesetzte Regierung und trat an die Spitze der antirussischen Opposition; 1835 ward er vom König Otto in den Staatsrat berufen und zum Senator ernannt. Seine militärischen Ämter verlor er 1844. Trotz seines vorgerückten Alters nahm er an den Beratungen des Senats teil, bis eine kurze Krankheit seinem thatenreichen Leben ein Ende machte (Athen, 20. März 1873). Er ist der Verfasser der "Observations on an eligible line of frontier for Greece" (Lond. 1840).

2) Frederick Edwin, nordamerikan. Maler, geb. 14. März 1826 zu Hartford (Connecticut), schloß sich an den 1819 nach Catskill (New York) ausgewanderten englischen Landschaftsmaler Thomas Cole (gest. 1848) an und wurde durch dessen Unterricht sehr gefördert, obgleich dieser mehr von philosophischem Naturgefühl beseelt ist, C. dagegen nach künstlerisch effektvoller Wiedergabe der Natur trachtet und zwar vorzugsweise derjenigen Amerikas, die er von den arktischen Eisbergen bis zu den Vulkanen des Südens studierte. Mit Cole ließ er sich am Fuß des Catskillgebirges nieder und durchstreifte diese reiche Fundgrube landschaftlicher Motive nach allen Seiten. Eins seiner ersten Werke war der East Rock bei New Haven, dann der kommende Sturm, der Abend nach dem Sturm und andre Bilder von korrekter Zeichnung, aber noch mangelhaftem Kolorit. 1853 bereiste er Südamerika und schuf ein auch im Kolorit gelungeneres Bild der Bergkette von Neugranada. Die Früchte einer zweiten Reise (1857) waren unter andern: das Herz der Andesgebirge, der Chimborazo und der Cotopaxi. Einige Jahre später wanderte er nach dem Norden, studierte die Natur der arktischen

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]