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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Crónaca; Cronegk; Cronholm; Crooked Islands; Crooked Lake; Crookes; Crookesit; Crop; Cropsey

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Cronaca - Cropsey.

und zog sich auf sein Landgut zurück. Bei der Thronbesteigung Karls II. ging er nach Frankreich, kehrte jedoch um 1680 zurück und lebte unter dem Namen Clark zu Cheshunt in der Grafschaft Hertford. Er starb 1712. -

Sein jüngerer Bruder, Henry, war seit 1654 Statthalter von Irland, legte aber nach der Abdankung seines Bruders diese Würde ebenfalls nieder und starb 1674 in Zurückgezogenheit in England. Vgl. Guizot, Histoire du protectorat de Richard C. (2. Aufl., Par. 1869; deutsch, Leipz. 1857).

Crónaca, Simone, ital. Architekt, eigentlich S. di Tommaso d'Antonio del Pollajuolo, geb. 30. Okt. 1457 zu Florenz, bildete sich in Rom durch das Studium der antiken Ruinen und an den Werken Brunellescos. Da er das in Rom Gesehene mit großer Genauigkeit zu schildern wußte, erhielt er von seinen Kunstgenossen den Beinamen C. Im J. 1495 wurde er in Florenz zum Dombaumeister erwählt und war als solcher bis zu seinem 21. Sept. 1505 erfolgten Tode thätig. Seine Hauptwerke sind: das in ganz Italien als mustergültig angesehene Kranzgesims des Palazzo Strozzi (s. Tafel "Baukunst XII", Fig. 1), der Hof desselben, der elegante Palazzo Guadagni und die Kirche San Francesco al Monte in Florenz. C. war ein strenger Nachahmer altrömischer Formen.

Cronegk, Johann Friedrich, Freiherr von, deutscher Dichter, geb. 2. Sept. 1731 zu Ansbach, wo sein Vater Generalfeldmarschallleutnant war, lernte früh die klassischen Schriften der Römer, Spanier, Franzosen, Engländer und Deutschen kennen, widmete sich seit 1749 in Halle und Leipzig dem Studium der Rechte und trat mit den namhaftesten Schriftstellern der neuern Richtung, besonders mit Gellert, in Beziehung. Nachdem er sich schon in Ansbach durch ein Lustspiel: "Der Mißvergnügte", in der dramatischen Poesie versucht hatte, schrieb er in Leipzig das Lustspiel "Der Mißtrauische" und entwarf den Plan zu seinem "Codrus". Im J. 1752 machte er eine längere Reise nach Italien und Paris und ward 1754 zum ansbachischen Kammerjunker und Hofrat ernannt. Von 1754 bis 1756 gab er mit Rabe, Uz und Hirsch die moralische Wochenschrift "Der Freund" heraus. Bei der vom Buchhändler Nicolai veranstalteten Preisbewerbung für das beste deutsche Trauerspiel (1757) trug sein selbst von Lessing anerkannter "Codrus" den Sieg davon. C. starb schon 31. Dez. 1758. Als Tragiker galten auch ihm, wie seiner Zeit, die französische Tragödie und teilweise Seneca als höchstes Muster. Im "Codrus" ist mehr Rhetorik als Handlung, die Charakteristik zu allgemein und idealisiert; die Sprache ist jedoch schwunghaft, und die Verse sind trotz der unglücklichen Wahl des gereimten Alexandriners fließend. Schwächer ist C. in seinen Lustspielen. Zu seinen besten Arbeiten gehören Lehrgedichte, Epigramme und geistliche Lieder. Seinen poetischen Nachlaß mit Biographie gab Uz heraus (Leipz. u. Ansb. 1760-1761, 2 Bde.; neue Aufl. 1771-73). Vgl. Henr. Feuerbach, Uz und C. (Leipz. 1866).

Cronholm, Abraham, schwed. Historiker, geb. 22. Okt. 1809 zu Landskrona in Schonen, studierte 1825-29 auf der Universität zu Lund und war 1832-55 Professor der nordischen Geschichte an derselben. Er starb 27. Mai 1879 in Stockholm. Man hat von ihm mehrere wichtige Werke, wie über die Wäringer ("Väringarne", Lund 1832), über nordisches Altertum ("Forn - nordiska - minnen", 1833-35, 2 Bde.), über die katholische Liga und die Hugenotten ("Catholska ligan og Huguenotterne", 1839), eine Geschichte Schonens nach unveröffentlichten Quellen ("Skånes politiska historia", 1846-51, 2 Bde.) und des Dreißigjährigen Kriegs ("Trettioåriga kriget", Norrköping 1847-1849, mit G. H. Mellin). Außerdem gab er eine Geschichte Schwedens unter Gustav Adolf ("Sveriges historia under Gustav II. Adolphs regering", 1857-72, 6 Bde.) und ein Quellenwerk über die Verhandlungen in Deutschland nach Gustav Adolfs Tod (1876-80, Bd. 1 u. 2) heraus, schrieb in lateinischer Sprache: "De Snorronis Sturlonidis historia" (1834) und "De Sueciae nobilium ordine ante unionem Calmariensem instituto" (1848) und war Mitarbeiter am "Biographisk lexicon öfver namnkunnige svenska män" (1835-57, 23 Bde.).

Crooked Islands (spr. kruhk'd eiländs), britisch-westind. Inselgruppe, zu den Bahamainseln gehörig, 253 qkm (4,6 QM.) groß mit etwa 2000 Bew. Sie bilden ein Atoll, dessen wichtigste Inseln C., Acklin und Fortune Cay sind, erreichen eine Höhe von 34 m und sind bewaldet. Sie liefern Baumwolle, Yams, Bananen, Fische, Austern, Krabben etc.

Crooked Lake (spr. kruhk'd lehk), See im nordamerikan. Staat New York, ist 49 qkm groß und schickt durch einen Abfluß, der auf 11 km 88 m Fall hat, sein Wasser dem Senecasee zu, mit dem er auch durch einen Kanal verbunden ist.

Crookes (spr. kruhks), William, Physiker und Chemiker, geb. 1832 zu London, trat 1848 in das College of chemistry und arbeitete daselbst 1850-54 als Assistent bei A. W. Hofmann, ging dann nach Oxford als Beamter des Radcliffe-Observatoriums und 1855 als Lehrer der Chemie nach Chester. 1859 gründete er die "Chemical News" und lebt seitdem ohne amtliche Stellung in London. Seit 1864 ist er Herausgeber des "Quarterly Journal of science". 1861 entdeckte er mit Hilfe der Spektralanalyse das Thallium, dessen Eigenschaften er dann genauer untersuchte. Als Physiker beschäftigte sich C. hauptsächlich mit der Spektralanalyse und dem Studium des Sonnenspektrums, und 1871 ging er zur Beobachtung der Sonnenfinsternis nach Oran. Seit 1872 widmete sich C. der scheinbar abstoßenden Wirkung der Lichtstrahlen, konstruierte ein Radiometer und gelangte durch das Studium der Erscheinungen beim Durchgang der elektrischen Ströme durch möglichst luftleere Räume zu dem Begriff der "strahlenden Materie" (1879). Mit großer Energie trat C. für die Realität der sogen. spiritistischen Erscheinungen auf, mußte aber erleben, daß das Medium, welches ihm vorwiegend zu Beobachtungen gedient hatte, entlarvt wurde.

Crookesit, Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, findet sich in bleigrauen, metallglänzenden, dichten Massen von der Härte 2,5-3 und dem spez. Gew. 6,9 in der Grube Skrikerum in Småland, besteht aus Kupfer, Thallium, Silber und Selen (CuTlAg)Se und enthält 16,27-18,55 Proz. Thallium.

Crop (engl.), Ernte; Tabaksernte in Nordamerika; Crops, Tabaksfässer mit den Scheinen über Gewicht, Qualität etc. des Tabaks (Cropnoten).

Cropsey (spr. króppssí), Jasper F., amerikan. Maler, geb. 1823 auf Staten Island, widmete sich anfangs fünf Jahre lang der Baukunst, wandte sich aber dann mit großem Erfolg der Landschaftsmalerei zu. 1847 ging er nach Europa, brachte drei Jahre in Italien zu und ward infolge der dort gesammelten und nachher ausgeführten Skizzen Mitglied der New Yorker Zeichenakademie. Von 1857 bis 1863 lebte er in London, wo er eine Partie aus den Urwäldern westlich von dem Alleghanygebirge und später einen

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