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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Croquants - Croton.

Herbst am Hudsonfluß, Richmond Hill im Hochsommer, einen Herbst in den Weißen Bergen, Unter den Klippen, mehrere Partien von Bonchurch auf der Insel Wight und andre Landschaften aus England ausstellte. Nach Amerika zurückgekehrt, widmete er sich vorzugsweise der Darstellung der Natur im Charakter und Kolorit des Herbstes. Außerdem beschäftigte er sich viel mit der Aquarellmalerei.

Croquants (franz., spr. krokang, "Lumpenkerle"), Schimpfname der aufständischen Bauern in Guienne unter Heinrich IV. und Ludwig XIII.

Croquet (spr. krócket), ein aus England herübergekommenes, jetzt in Deutschland sehr beliebtes Gesellschaftsspiel, das auf einem kurz gemähten Rasenplatz oder auf einem andern ebenen Platz gespielt wird. Man treibt in der Mitte eines solchen Platzes 8-10 eiserne Bogen so in die Erde, daß sie ein Kreuz, ein Achteck oder auch eine andre Figur bilden. Zu Anfang und zu Ende der Längsrichtung der Figur sind hölzerne Pflöcke eingeschlagen, und die Aufgabe ist nun, die hölzernen Spielbälle mittels der ebenfalls hölzernen Hämmer (mallets) an langem Stiel durch sämtliche Bogen zu treiben und mit beiden Pflöcken in Berührung zu bringen. Das C. kann von 2-8 Personen gespielt werden. Bei Beginn des Spiels nimmt jeder Teilnehmer seinen Ball aus einem Sack; der blaue, schwarze, braune und grüne Ball bilden die eine Partei, der rosa, gelbe, orange und rote Ball die andre. Blau ist der Anführer der einen, Rosa derjenige der andern Partei. Ist die Zahl der Spieler ungerade, so übernimmt einer zwei Bälle. Jeder Spieler nimmt den Hammer, welcher die Farbe seines Balles trägt, und spielt so lange weiter, als er Bogen in der vorgeschriebenen Ordnung passiert, oder bis er den Pflock trifft. Wenn sein Ball dabei einen andern Ball trifft, so kann er krockieren, d. h. seinen eignen Ball an den andern setzen und diesen, indem er seinen Ball mit der Fußspitze festhält und dabei mit dem Hammer schlägt, nach irgend einer Stelle (einer günstigen für den Freund, einer ungünstigen für den Feind) treiben. Auf das Krockieren kann ein Spieler zu beliebiger Zeit ausgehen. Hat ein Spieler seinen Ball durch alle Bogen getrieben, ohne aber den Standpflock zu berühren, so wird er ein Schwärmer, er kann nun über den ganzen Spielplatz schwärmen. Trifft er den Standpflock, so ist sein Ball tot, er muß austreten. Eine Krocketpartie besteht am besten aus drei Spielen, ein Turnier aus drei Partien. Vgl. Campbell, Anleitung zum Croquetspiel (Hamb. 1882); Heath, The complete croquet-player (Lond. 1874, illustriert).

Croquettes (franz., spr. krokett), Frikassee von feinen Fleischsorten, gebackenes Filet, als Zwischengericht.

Croquis (franz.), s. Kroquis.

Crore (Kuron), in Brit.-Ostindien eine Summe von 10 Mill. Rupien, mit Bezug auf die Kompanierupie = 106,918,268 kg feinen Silbers = 19,245,288 Mk.

Crosby (Great C.), Stadt, 7 km nördlich von Liverpool (Lancashire), mit (1881) 5100 Einw.

Croß, Richard Assheton, engl. Staatsmann, geb. 1823 in der Nähe von Preston in Lancashire, wurde zu Rugby erzogen, studierte in Cambridge und wurde 1849 Barrister. Er fungierte später als Friedensrichter in seiner Heimatsgrafschaft und trat 1857 als Abgeordneter für Preston ins Unterhaus; 1868 vertauschte er dies Mandat mit dem für Südwest-Lancaster, welches er noch jetzt innehat. Im Parlament gehörte er zur konservativen Partei und schloß sich besonders eng an Lord Derby an. Ein gewandter und schneidiger Redner, erlangte er bald Bedeutung innerhalb der Partei; 1872 wurde er mit der Einbringung und Verteidigung des Tadelsvotums beauftragt, welches die konservative Opposition wegen der Beförderung Sir R. Colliers zum Richter gegen die Regierung beantragte, und entledigte sich dieses Auftrags so geschickt, daß das Ministerium nur mit einer ganz geringen Majorität siegte. 1874 übertrug ihm daher Disraeli, obwohl er niemals ein Regierungsamt bekleidet hatte, das Ministerium des Innern. C. bekleidete diese Stellung bis zum Rücktritt der konservativen Regierung im April 1880 und erhielt, da er sich in derselben vollkommen bewährt hatte, das gleiche Amt im Ministerium Salisbury (Juni 1885).

Crossopus, Wasserspitzmaus, s. Spitzmaus. ^[richtig: Spitzmäuse.]

Croß Timbers, Landstrich in Nordamerika, im W. des Mississippi, der sich, 10-50 km breit, vom Rio Brazos in Texas in nordöstlicher Richtung 650 km weit bis zum Arkansas hinzieht. Seinen wellenförmigen Boden bedecken saftige Wiesen und Weiden, die mit Wäldchen und Waldstreifen abwechseln, welche fast nur aus Eichen bestehen.

Crotalaria L. (Klapperschote), Gattung aus der Familie der Papilionaceen, einjährige oder ausdauernde Kräuter oder Sträucher in heißen Ländern, mit einfachen, dreizähligen, seltener gefingerten Blättern, schönen gelben Blüten in endständigen oder den Blättern gegenüberstehenden Trauben und gestielten, aufgeblasenen, vielsamigen, bei der Reife klappernden Hülsen. C. juncea C., ein Sommergewächs in Ostindien, wird fast überall in Südasien, besonders in Indien, auf Java und Borneo, kultiviert, bis 2 m hoch, mit fast sitzenden, lanzettförmigen, etwas seidenhaarigen, einfachen Blättern und schönen, großen, gelben, eine Endtraube bildenden Blumen. Aus den Stengeln gewinnt man die als Sun in den Handel kommende Bastfaser, die wie Hanf oder Flachs zu Seilen etc. verarbeitet wird. Auch C. Burhia Hamilt., C. retusa L. und C. tenuifolia Roxb., in Ostindien, liefern Gespinstfasern; andre Arten werden als Zierpflanzen kultiviert.

Crotalidae (Grubenottern), Familie aus der Ordnung der Schlangen (s. d.).

Crotalus, Klapperschlange.

Crotchet (engl., spr. króttschet), s. v. w. Viertelnote.

Croton, Fluß in Nordamerika, welcher an der Grenze Connecticuts entspringt und 40 km oberhalb New York in den Hudson fällt. Sein Wasser wird in ein ungeheures Reservoir geleitet, welches 2270 Mill. Lit. faßt und durch einen 82 m langen, 13 m hohen Damm geschlossen wird. Ein Kanal führt von hier 220-270 Mill. L. Wasser täglich nach New York.

Croton L. (Krebsblume), Gattung aus der Familie der Euphorbiaceen, Kräuter, Sträucher und Bäume, an den jüngern Zweigen, Blättern und Blütenteilen häufig mit Sternhaaren oder schildförmigen Schuppen bedeckt, mit wechselständigen, gestielten, einfachen, selten gelappten, fieder- oder fingerförmigen Blättern, in Ähren oder Trauben stehenden, monözischen, selten diözischen Blüten und dreiköpfiger, dreisamiger Kapsel. Etwa 450 Arten von sehr verschiedenartigem Habitus in den Tropen beider Hemisphären. C. Eluteria Bennett (Kaskarill-, Schakerillbaum), kleiner Baum oder Strauch mit ei-lanzettlichen, unterseits silberweiß schelferigen Blättern und unscheinbaren, wohlriechenden Blüten, auf den Bahamainseln, liefert die Kaskarillrinde (s. d.). C. niveum Jacq. (C. Pseudochina Schlechtend.), ein kleiner Strauch in Mexiko, Venezuela, Neugranada,

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]