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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Daumont; Daun; Daunen; Daunia; Daunou

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Daumont - Daunou.

Daumont (spr. domóng, franz. Attelage à la D.), Viergespann mit Stangenreiter.

Daun, Marktflecken und Kreisort im preuß. Regierungsbezirk Trier, 397 m ü. M., östlich von Prüm, an der Lieser, in einer der höchsten Gegenden der Eifel, 22 km vom Bahnhof Gerolstein (Linie Köln-Trier), hat (1880) 807 kath. Einwohner, Gerberei, Käsefabrikation und in der Umgegend sehr zahlreiche Säuerlinge, unter denen der sogen. Dauner Becher, ein eisenhaltiger Natronsäuerling, am meisten benutzt wird. Auf hohen Basaltfelsen neben dem Orte die ehemalige Reichsfeste D., der Stammsitz des gräflichen Geschlechts D. In der Umgegend befinden sich drei kleine Seen (Maare) vulkanischen Ursprungs. Vgl. Hoersch, Beschreibung des Pfarrbezirks D., Geschichte der Grafen von D. (Daun 1877).

Daun (Dhaun), 1) Wierich Philipp Lorenz, Graf D. von Tiano, Marchese von Rivoli, geb. 19. Okt. 1669, Sprößling eines alten gräflichen Geschlechts, dessen Stammschloß in der Nähe des Städtchens D. in der Eifel lag, und welches im 17. Jahrh. nach Österreich übersiedelte, Sohn des Feldmarschalls Wilhelm D., im Feldzug von 1696 gegen die Türken genannt und 1701 in Italien General im Armeekorps des Prinzen Eugen von Savoyen, zeichnete sich als österreichischer Feldmarschallleutnant 1706 durch die Verteidigung Turins aus, wofür er zum Feldzeugmeister ernannt ward. Als solcher verteidigte er Pavia und schützte Neapel, welches er dann auf kurze Zeit als Vizekönig verwaltete. Hierauf mit dem Oberkommando von Italien betraut, trieb er Villars aus Italien zurück und nötigte Papst Clemens XI. 1709 zum Frieden. Im Feldzug von 1710 focht er weniger glücklich. Dennoch schenkte ihm Karl III. von Neapel das Fürstentum Tiano und ernannte ihn 1713 nochmals zum Vizekönig von Neapel, wo er sich die Liebe des Volkes erwarb. Im J. 1719 ward er Kommandant von Wien, dann Gouverneur der Niederlande und später (1728) von Mailand, das er jedoch vor den Franzosen räumen mußte, als der polnische Thronfolgekrieg ausbrach (1733). Deshalb in Ungnade gefallen, erlangte er schließlich seine völlige Rehabilitation. Er starb 30. Juli 1741 in Wien.

2) Leopold Joseph, Graf, k. k. österreich. Feldmarschall, Sohn des vorigen, geb. 24. Sept. 1705 zu Wien, schlug, obwohl für den geistlichen Stand bestimmt, die militärische Laufbahn ein, machte den Krieg 1718 gegen Spanien auf Sizilien, dann (1734 und 1735) den in Italien und am Rhein und als Generalmajor den Türkenkrieg von 1737 bis 1739 mit. Zum Feldmarschallleutnant befördert, focht er im österreichischen Erbfolgekrieg anfangs gegen die Preußen in Schlesien, dann unter dem Prinzen Karl von Lothringen gegen die Franzosen. Im zweiten Schlesischen Krieg wohnte er den Schlachten bei Hohenfriedberg und bei Soor bei und ward noch 1745 zum Feldzeugmeister ernannt. In dieser Eigenschaft kommandierte er nach Abschluß des Dresdener Friedens in den Niederlanden in den ohne sein Verschulden für die Alliierten unglücklichen Feldzügen von 1746 und 1747. Um dieselbe Zeit heiratete er die Gräfin Fux, verwitwete Gräfin Nostitz, und befestigte sich dadurch in der Gunst seiner Monarchin. Nach dem Aachener Frieden (1748) ward er mit Entwerfung und Einführung der neuen Heeresorganisation betraut und entwarf das sogen. Daunsche Reglement von 1749. Auch ward durch ihn 1751 die Militärakademie zu Wiener-Neustadt errichtet. 1754 zum Feldmarschall ernannt, stand er beim Anfang des Siebenjährigen Kriegs in Mähren, wandte sich sodann gegen Friedrich II., der nach der Schlacht bei Prag diese Stadt eingeschlossen hielt, und lieferte ihm die siegreiche Schlacht von Kolin (18. Juni 1757), worauf Friedrich Böhmen räumen mußte. Als nach dem Sieg der Preußen bei Leuthen der Prinz Karl von Lothringen von der Armee abtrat, legte die Kaiserin den Oberbefehl in Dauns Hände, worauf er den König bei Hochkirch überfiel (14. Okt. 1758) und einen Sieg erfocht, den er aber wegen der ihm eignen Vorsicht und Bedächtigkeit nicht gehörig ausnutzte. D. gedachte darauf, den Feldzug durch eine rasche Wegnahme Dresdens zu enden; doch scheiterte sein Projekt an der Wachsamkeit des dortigen Befehlshabers, Generals v. Schmettau. Den Feldzug von 1759 beschloß D. siegreich mit dem Gefecht von Maxen, in welchem das 11,000 Mann starke preußische Korps des Generals Fink gefangen ward. Im J. 1760 beobachtete D. aus seinem festen Lager unweit Pirna den König, bis dieser durch Laudons Operationen nach Schlesien gezogen wurde, folgte ihm dann nach Sachsen, wo Friedrich Dresden belagerte, und im Spätsommer 1760 nach Schlesien, wo er jedoch durch sein Zögern die Niederlage Laudons bei Liegnitz veranlaßte. Auch bei Torgau (3. Nov. 1760) ward ihm der Sieg durch Zietens kühn erneuerten Angriff und eine eigne Verwundung entrissen. Zu seiner Herstellung begab er sich nach Wien, wo er mit der größten Auszeichnung aufgenommen wurde. 1762 übernahm er wieder den Oberbefehl in Schlesien. So günstig auch die Lage des Königs von Preußen durch den russischen Thronwechsel geworden war, so konnte er doch D. nicht aus seiner festen Stellung am Zobtenberg vertreiben, dieser aber ebensowenig den Verlust von Schweidnitz hindern. Noch während des Kriegs hatte D. das Präsidium des Hofkriegsrats angetreten und war in diesem Wirkungskreis eifrig bemüht, alle Erfahrungen aus sieben Feldzügen auf seine schon früher in Angriff genommenen Reformen anzuwenden. Er starb 5. Febr. 1766. An Popularität war dem österreichischen Fabius Cunctator, wie man D. nannte, sein Waffengenosse Laudon überlegen, während D. nicht ohne Eifersucht gegen Laudons Erfolge demselben Lacy vorzog. D. war ein tüchtiger General; er besaß jedoch den Fehler allzu großer Bedächtigkeit, weshalb er die errungenen Siege nicht energisch genug verfolgte. Seinem raschen Gegner war er deshalb nicht gewachsen. Vgl. "Der deutsche Fabius Cunctator, oder Leben und Thaten Sr. Exz. des Herrn Leopold Grafen von D." (Frankf. u. Leipz. 1759-60, 2 Tle.).

Daunen, s. Federn.

Daunia, im Altertum ein Teil der ital. Landschaft Apulien, zwischen dem Aufidus (Ofanto) und Frento (Fortore), dem Adriatischen Meer und dem Apennin (den größten Teil der heutigen Provinz Foggia umfassend). Den Namen D. leitete man ab von Daunus, einem alten König dieses Landes, der wegen Zwistigkeiten aus seiner Heimat Illyrien ausgewandert war und hier ein Reich gegründet hatte.

Daunou (spr. donu), Pierre Claude François, ausgezeichneter franz. Gelehrter, Publizist und Staatsmann, geb. 18. Aug. 1761 zu Boulogne sur Mer, trat 1777 in die Kongregation des Oratoriums, lehrte Theologie, Philosophie und Litteratur an mehreren Kollegien, schloß sich der Revolution an und wurde 1791 Großvikar des konstitutionellen Bischofs von Pas de Calais. 1792 als Abgeordneter des Departements Pas de Calais in den Nationalkonvent berufen, bestritt er die Kompetenz der Ver-^[folgende Seite]