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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Douceur; Doucha; Douche; Doucin; Doué; Dougl.; Douglas

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Douceur - Douglas.

parisien" das Amt des dramatischen Kritikers. Seine "Comédies en vers" erschienen 1855, seine "Œuvres complètes" 1875 in 2 Bänden.

Douceur (franz., spr. duhssör, "Süßigkeit"), Trinkgeld, kleine Erkenntlichkeitsgabe; Schmeichelei.

Doucha, Franz, tschech. Schriftsteller, geb. 30. Aug. 1810 zu Prag, studierte daselbst Philosophie und Theologie, daneben Geschichte und Litteratur, empfing 1834 die Priesterweihe und ward Kaplan im Dorf Petrowitz-Objenitz. Aus Gesundheitsrücksichten mußte er indessen nach einigen Jahren seinem Predigerberuf entsagen und wandte sich nun ganz der Litteratur zu. Seit 1848 hat er seinen Wohnsitz wieder in Prag. D. hat sich in lyrischen, epischen und humoristischen Gedichten versucht; sein Hauptverdienst um die tschechische Litteratur besteht aber in seinen kunstgerechten Übersetzungen fremder Dichter. D. lieferte Übersetzungen aus 14 europäischen Sprachen; an der Spitze derselben stehen seine Nachdichtungen Shakespeares (neun Dramen), mit denen er den englischen Dichter auf der tschechischen Bühne einbürgerte. D. kultivierte mit Erfolg auch die formelle Seite der tschechischen Poesie, indem er die tschechische Sprache durch die mannigfachsten und schwierigsten Rhythmen, an denen besonders die romanischen poetischen Kunstwerke so reich sind, strenge Schule passieren ließ. Außerdem hat D. eine große Anzahl beliebter Jugendschriften, eine tschechische Bearbeitung des Thomas a Kempis und andre Erbauungsbücher veröffentlicht.

Douche (franz., spr. duhsche), ein Bad, bei welchem eine Flüssigkeit oder ein Gas mit einer gewissen Gewalt auf einen Teil des Körpers geleitet wird. Bei der gewöhnlichen D. (Regendouche) strömt das Wasser aus einem hoch liegenden Behälter oder aus einer Wasserleitung durch einen Brausenkopf aus, der sich in einiger Höhe über dem Kopf des Badenden befindet. Doch werden derartige Douchen auch seitlich gegen den Körper geleitet. Ähnlich sind das Tropfbad und die fortwährende Überrieselung. Bisweilen läßt man auch einen geschlossenen Wasserstrahl auf den Körper wirken. Bei der aufsteigenden D. wird ein aufsteigender Wasserstrahl auf die Außenfläche des Körpers oder in Höhlen, besonders in den Mastdarm oder die Scheide, in kontinuierlichem Strom oder stoßweise geleitet. Bei Anwendung der D. ist die Temperatur des Wassers genau zu regeln, und man unterscheidet danach kalte, warme und abwechselnd kalte und warme (schottische) Douchen. Die D. gehört zu den kräftigsten Heilmitteln und wird bei manchen Lähmungen, bei Geschwülsten und Frauenkrankheiten oft mit bestem Erfolg angewendet. Anderseits kann unzweckmäßige Anwendung, namentlich starker kalter Douchen auf den Kopf, sehr nachteilig werden. Über Gasdouche s. Gasbäder. Douchieren oder douchen, eine D. nehmen; mit einer D. bespritzen. Vgl. Bad.

Doucin (franz., spr. dußäng), s. v. w. Splitt-, Süßapfel; s. Apfelbaum.

Doué (D. la Fontaine, spr. duē lă fongtähn), Städtchen im franz. Departement Maine-et-Loire, Arrondissement Saumur, an der Eisenbahn von Angers nach Montreuil-Bellay, mit Resten einer Kirche aus dem 13. Jahrh., zwei großen Fontänen, einem Steinkohlenbergwerk und (1876) 3194 Einw. D., im Altertum Doadum oder Theoduadum, war vormals eine Residenz der aquitanischen Könige. Hier 1793 wiederholte Niederlage der Vendéer durch General Santerre.

Dougl., bei botan. Namen Abkürzung für D. Douglas, geb. 1799 zu Scone bei Perth in Schottland, bereiste Nordamerika, starb 1834 auf Hawai.

Douglas (spr. dógg-las), 1) Stadt auf der Südostküste der engl. Insel Man im Irländischen Meer, größte Stadt der Insel, Sitz des Bischofs von Sodor und Man, mit schönem Schloß (Mora Castle) der Herzöge von Athol, welche früher im Besitz der ganzen Insel waren, einem vorzüglichen, durch ein Fort geschützten Hafen und (1881) 15,719 Einw., die Fischerei und bedeutenden Handel treiben. D. wird viel als Seebad besucht. -

2) Stadt in Lanarkshire (Schottland), 10 km südsüdwestlich von Lanark, am gleichnamigen Fluß, der zum Clyde fließt, Stammort der Familie D. (s. d.), hat (1881) 1262 Einw. Dabei großartiges, neuerbautes Schloß und Ruinen des alten Schlosses (Sir Walter Scotts Castle Dangerous).

Douglas (spr. dógg-las), eins der berühmtesten und ältesten Geschlechter Schottlands, soll der Sage nach von einem Krieger abstammen, der 770 eine Schlacht des Skotenkönigs Solvathius gegen Donald, König der westlichen Inseln, entschied und wegen seiner dunkeln Gesichtsfarbe Dhuglas, "der schwarze Mann", genannt wurde. In Wirklichkeit scheint ein in Schottland eingewanderter Flamänder, Theobald, dem 1160 die Ländereien von D. verliehen wurden, der Ahnherr des Geschlechts zu sein. Die namhaftesten Sprößlinge desselben sind:

1) William III., genannt the Hardy ("der Kühne"), verteidigte 1296 Berwick gegen König Eduard I., geriet bei Erstürmung der Stadt in Gefangenschaft, nahm, kaum in Freiheit gesetzt, mit Wallace nochmals den Kampf gegen jenen auf, fiel aber wieder in englische Gefangenschaft, in der er 1302 starb.

2) James, Sohn des vorigen, war der treue Freund und Gefährte des Königs Robert Bruce in dessen Kämpfen gegen die Engländer. Seine verheerenden Züge machten ihn so gefürchtet, daß die Drohung "Der schwarze D. kommt!" zum Schreckwort für Kinder diente. Nach langen Kämpfen vermittelte er den für beide Reiche notwendigen Frieden von Northampton (1. März 1328). Auf einer Reise nach Palästina begriffen, um das Herz des verstorbenen Königs Robert Bruce dessen Willen gemäß dahin zu bringen, trat er, von christlichem Eifer und Kampfeslust getrieben, in die Dienste Alfons' XI. von Kastilien und fiel im Kampf gegen die Mauren vor Sevilla 1330.

3) Archibald, Bruder des vorigen, war während der Minderjährigkeit David Bruces, Roberts Sohns, Regent von Schottland, vertrieb den dem Land aufgedrungenen König Eduard Baliol, ward 1333 bei einem Einfall in Northumberland in der unglücklichen Schlacht bei Halidonhill von den Engländern gefangen genommen und starb in der Haft.

4) Sir William D., Ritter von Liddesdale, natürlicher Sohn von D. 2), focht gegen die Engländer, als diese mit Eduard Baliol in Schottland einbrachen, erlitt aber 1333 an der Grenze eine Niederlage und geriet selbst in Gefangenschaft, aus welcher er erst nach zwei Jahren befreit wurde. Des von Eduard III. befestigten Schlosses zu Edinburg bemächtigte er sich durch List. In den Kämpfen gegen England zeichnete er sich vielfach aus. In der Schlacht von Nevilscroß (17. Okt. 1346) gefangen, wurde er erst nach 1354 infolge eines Vertrags mit dem König von England, worin er sich diesem zu verschiedenen Dienstleistungen verpflichtete, freigelassen. Er fiel 1354 durch die Hand seines Vetters Lord William D. im Ettrickforst, zwischen dem Tweed- und Yarrowfluß an einer Stelle, die heute noch Williams croß heißt.

5) William VI., Graf von, Archibalds Sohn,